Ausgabe 
21.4.1847
 
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zu Neuſchloß; 21. Landrichter Berchelmann zu Seligenſtadt; 22. Schul⸗

lehrer Einloft zu Silberberg; 23. penſ. Revierförſter Eiſſen zu Ober⸗

roden; 3. März kath. Pfr. Jungblut zu Gonſenheim; 5. Rentamtmann

Amend zu Großgerau; penſ. Canzlei⸗Seeretär Haack dahier; 6. penſ.

Diſtrictseinnehmer und Salzmagazinsverwalter Köhler zu Lauterbach; 9. penſ. Bereiter Banſa zu Gießen; 13. penſ. Präceptor Eberhardt

zu Echzell; 15 Phyſicatswundarzt Semiller zu Erbach; 21. Landrichter

Mosler zu Butzbach.

Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 14. von 1847.

I. Das Gr. Miniſterium des Inn. u. d. Juſtiz hat aus aller⸗ höchſtem Auftrage unterm 7. d. M. folgende Verfügung, den Verlag des literariſchen Inſtituts zu Heriſau betr., erlaſſen: Da das literariſche Inſtitut zu Heriſau, in der Schweiz, fortwährend ſich beſtrebt, aufregende Schriften ſeines Verlags in Deutſchland zu verbreiten, ſo haben des Großherzogs Königl. Hoheit ſich bewogen gefunden, den Debit ſämmt⸗ licher Verlagsartikel dieſes literariſchen Inſtituts zu Heriſau innerhalb des Großherzogthums, unter Androhung der Beſchlagnahme und einer Polizei⸗ ſtrafe von 10 fl. für jedes Exemplar, zu unterſagen. Es wird dieſes hierdurch mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß dieſe Verord⸗ 110 1 8 Tage ihres Erſcheinens im Regierungsblatte an in Wirkſam⸗ eit tritt.

II. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 9. April, die Erhebung des Ausgangszolles von dem über einige Theile der Zollvereinsgrenze ausgehenden Getraide und Mehl betr.

III. Eine weitere Bekanntmachung Gr. Miniſt. der Finanzen vom 9. April, den Vollzug des Art. 16. des Handels⸗ und Schifffahrts⸗ Vertrages mit dem Königreiche Belgien vom 1. Sept. 1844 betr.

* Vom Schneeſchreiben.

Hans Jakob, ein Knabe von zehn bis zwölf Jahren, war nicht dumm, aber er wußte es auch, daß er nicht dumm war und wie es ſo Vielen geht, die wiſſen, daß ſie nicht dumm ſind, ſo ging es Hanſen er war eitel und wollte nur immer etwas Beſonderes ſein und haben.

Einſt ſchickte ihn ſeine Mutter in ein benachbartes Dorf, um dortſelbſt etwas zu holen, als gerade Schnee gefallen war. Hans ging, ſein Stöckleiu in der Hand, flink einher und machte ſich einen Zeitvertreib daraus, während des Gehens allerlei Figuren in den Schnee zu graben. Endlich kam er auf den Gedanken, dieſen Figuren allen eine beſtimmte Geſtalt zu geben und gar bald ver fiel er auf die Anfangsbuchſtaben ſeines Namens, wobei er dachte:dann ſehen auch die Leute, daß du des Weges gekommen biſt. Alle Paar Schritte ſchrieb er alſo H. I. in den Schnee, manchmal auch den ganzen Namen: Hans Jakob.

Viele Menſchen kamen des Weges.

Einige gingen in tiefen Gedanken, mit ihren eignen Angelegenheiten beſchäftigt und bemerkten nicht die Zeichen, die der Knabe gemacht hatte.

Andere bemerkten ſie wohl, allein ſie kannten Hanſen 555 und ſo legten ſie keinen Werth auf das, was ſie ahen.

Etliche kannten ihn und als ſie ſeinen Namen laſen, ſprachen ſie:ſiehe da, Hans iſt auch daher gegangen 'n pfiffiger Bub' das, der Hans.

Auch ein alter Mann kam fürbaß des Weges und als er die hunderte von Buchſtaben im Schnee ſah, ſprach er:dummer Junge, hätt'ſt auch was Beſſers thun können, als die koſtbare Zeit mit dem ewigen Wiederſchreiben deines Namens verderben.

Folgenden Tages kam Thauwetter und in wenigen Stunden war der Schnee und mit ihm die Buchſtaben alle, die Hans Jakob in ihn geſchrieben hatte, verſchwunden.

Der alte Mann, von dem oben die Rede geweſen, war aus der benachbarten Stadt der Magiſter Feder, ein grundgelehrter Mann, der auch, wie der von ihm zwar

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nicht gekannte, doch aber geſcholtene Hans Jakob, den Fehler der Eitelkeit in hohem Grade beſaß. Von Jugend an hatte er den Wunſch, ſeinen Namen berühmt zu machen und für das beſte Mittel dazu hielt er das Bücherſchreiben. Er hatte auch deren ſchon viele verfaßt, ſonſt aber war er wenig darauf bedacht, ſich der Menſchheit nützlich zu beweiſen; ſeine Angehörigen ſahen ihn nur bei Tiſche und in ſeinem Amte that er nur das Allernöthigſte.

Viele Menſchen aber erfuhren von ſeinen Schriften nichts, denn ihr Lebensberuf wies ſie auf andere Dinge hin.

Andere laſen wohl die Titel der Bücher, die Bücher ſelbſt aber nicht und hatten es darum gar bald wieder vergeſſen, daß es einen Magiſter Feder gebe.

Etliche laſen die Bücher und freuten ſich ihres In⸗ halts, ſprachen wohl auch:iſt doch ein ganzer Kerl, der Feder, weiß doch über Alles was zu ſagen!

Etliche ſagten auch:könnt ſeine Zeit auch beſſer

benutzen, als zu immerwährendem Schreiben. Thun iſt die Hauptſache Thun! Diarnach kam Thauwetter; Feder nnd alle, die ihn kannten, verſchwanden von der Erde; die Menſchen traten in neue Entwickelungsphaſen, die Schriften Feders, vor her doch von Einzeln wenigſtens geleſen, wurden ganz bei Seite gelegt; ſein Name ſein unſterblicher Name ward nicht mehr genannt.

Und die Moral!? iſt ſo ſchwer wohl nicht zu fiuden, ſie liegt, wie ſie für Jeden paßt, in den Worten:Thun iſt die Hauptſache Thun! und zwar Thun, Wirken ohne ſelbſtiſchen Zweck, Wirken in den Kreiſen, in die die Vorſehung den Menſchen geſtellt hat, in der Familie und im bürgerlichen Berufe zunächſt, und erſt über dieſe Grenzen hinaus, wenn die Zeit und Kraft es geſtattet; nur aber bei Leibe nicht am Tempel vergänglichen Ruhmes eigen⸗ ſüchtig gebaut oder eitele Poſſereien getrieben, um ſich be⸗ merklich zu machen und darüber der Pflichten die zunächſt liegen, vergeſſen. Wie ſchon bemerkt, es wird Keinem ſchwer fallen, die Anwendung des Geſagten auf ſich zu machen, welchem Stande und Berufe er auch angehört; 1 905 dieſe Anwendung bei Allen eine fruchtbringende ein! i

Ueberſicht des im Jahr 1846 von den Metzgern zu Wohnbach geſchlachteten Viehes: Kühe 21, Rinder 53, Kälber 26, Hämmel 12, Schafe 33, Ziegen 7. Aufgeſtellt Wohnbach den 22. März 1847. Die Fleiſchbeſchauer Georg Schäfer. Reinhardt Jung.

Zur Beachtung.

Die Stadt Grünberg hat auch von dem von dem Staate angekauften Korn zur Linderung der Noth der Be⸗ dürftigen 60 Malter erhalten. Ich habe nun unterm heu⸗ tigen, um der Intention der höchſten Staatsbehörde gehörig nachzuleben, das Mahlen dieſes Korns einer Verſteigerung bei den hieſigen Müllern ausgeſetzt, dabei zur Bedingung gemacht, daß von einem Malter Korn à 180 Pfund, 155 Pfund gutes Mehl und 19 Pfund Kleien zu liefern ſeien, ſo daß der Staubabgang zu 6 Pfund berechnet iſt. Unter dieſen Bedingungen übernahm Heinrich Zimmer in der Stein⸗ mühle dahier, als Wenigſtnehmender das Mahlen per Malter zu 21 kr., wobei er die Verpflichtung hat, das Ab⸗ und An⸗ fahren, des Mahlguts zu beſorgen. Im Intereſſe des öffent⸗ lichen Wohls glaube ich dieſe Mittheilung dem Publikum nicht