Ausgabe 
20.11.1847
 
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Intelligenz-OGlatt

für die

Provinz Oherheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

91.

2

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Die Inſpicirung der eingeübten Kriegsreſerviſten, insbe⸗ ſondere die Arretirung des Musketiers Konrad Erb aus Flenſungen. Ich beauftrage Sie hierdurch, auf den Rubricaten, der hei der diesjährigen Inſpicirung der Kriegsreſerviſten

nicht erſchienen, deſſen Aufenthaltsort auch ſeit dem 9. Juli

d. J. unbekannt iſt, alsbald genau fahnden, ihn im Betre⸗ rungsfalle arretiren und an mich abliefern zu laſſen. Grünberg am 11. November 1847. . v. Zangen, Gr. Kr.⸗Sctr.

Das Weihnachtsfeſt in Nordamerika.)

(Von einem Ausgewanderten.)

Die fröhlichen Feiertage nahten, aber recht froh wollte uns doch nicht zu Muthe werden. Machte es die Sehn ſucht meiner Frau, die immer noch das alte Europa mit unſerm kleinen Dorfe nicht vergeſſen konnte, oder machten es ihre mütterlichen Geſpräche mit unſerm Fritz, dem ſie von Weihnachten in Europa vorerzählte; kurz, zu weihnachts⸗ heiteren und frohen Menſchen brachten wir es alle drei nicht. Der November war in der neuen Welt ebenſo trübe gekommen, als ſonſt in der alten, und um St. Thomä herum ward es in unſerm Farmhauſe an der Grenze auch ſchon dunkel, wenn die Uhr an der Holzwand vier ſchlug. Lange Nächte und dazu trübe Herzen. Mir fehlten die Zeitungen, die ſonſt nach der Arbeit die Abende kürzten. Zwar hielt ich noch eine aus der Heimath, aber von Vierteljahr zu Vierteljahr nur brachten die Schiffer ſie mit. Und meiner Frau, ich wußte wohl was ihr fehlte. Der Weihnachtsmarkt, der ſchönſte im ganzen Jahre. Eine Frau braucht doch Töpfe, und ein Band an die Haube, und ein Geheimniß will ſie

) Aus dem Heſſiſchen Hausfreund, welcher für das nächſte Jahr beſonders ſchöne Mittheilungen bringt. N W

auch haben, daß ſie Mann und Kind zu Weihnachten über⸗ raſchen kann.

Den erſten Winter hatten wir noch in New⸗Nork ver⸗ lebt. Dort waren doch noch Kirchen, und die Deutſchen in der Stadt hatten doch noch deutſchen Brauch, und Licht und Beſcheerung, und Aepfel und Nüſſe, wie ſonſt wir. Nun, Aepfel und Nüſſe, die hatten wir im Farmhauſe auch, und ſie waren dieß Jahr am Waldſaum trefflich gerathen. Aber Aepfel und Nüſſe thun's freilich nicht. Keine Glocke zu hören weit und breit, kein Licht im Umkreis einer Stunde von unſerm Farm; und ſtatt des Nachtwächters, der ſonſt im Dorfe daheim ſein altes trautes Lied ſang, brummte aus der Ferne um unſere eingehegten Bienenſtöcke her der braune amerikaniſche Bar. Da ſaßen wir denn ſicher zwar, aber einſam, und laſen eine Predigt aus unſerem Buche, und zündeten dann auch den Tannenbaum an, und hielten Be⸗ ſcheerung. Aber dem Fritz fehlte der Kammerad, um den neuen Schlitten mit ihm zu probiren, meiner Frau und mir fehlten die Nachbarn, die ſich mit uns freuten, und uns allen dreien fehlte die Heimath.Was wird der Großvater mir wohl beſcheeren, wenn wir erſt wieder zu Hauſe ſind? fragte der Kleine, und wir Alten ſannen lang und ſtille über das Wort nach.

Nun jetzt weiß er's, was ihm zugedacht war. Denn aus dem vorigen Jahr ſtammt, was ich hier euch erzähle. Im Frühlinge v. J. kam ein Landsmann, es auch zu ver⸗ ſuchen und ſich in der Gegend anzuſiedeln. Dem verkaufte ich den Farm um einen Preis, daß im Ueberfluß das Fähr geld noch heraus kam, und nun haben wir Weihnachten in der alten Art wieder gefeiert, und der Großvater hat dem Fritz doppelt beſcheert. Auch dauert uns die Reiſe nicht, denn wir fanden dort, was uns hier gefehlt hatte, wir brachten den Heimathsfrieden mit zurück.

Einladung.

Zur Berathung des Entwurfs der Statuten des in hieſiger Stadt zu errichtenden Schiedsgerichts, werden alle Freunde dieſes Inſtituts zum Erſcheinen im Rathhausſaale auf Sonntag den 21. November, Nachmittags 3 Uhr, Kraft dieſes eingeladen.

Friedberg den 18. November 1847.

Namens der Redaktions-Commiſſion f Trapp III.