Ausgabe 
18.12.1847
 
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422 K

Rheinheſſen 465 fl. 49), beſondere Gaben 149 fl. 36 kr., wieder eingezogene Unterſtützungen 287 fl. 50 kr., Capital⸗ zinſen 5 fl. 15 kr. Die Ausgabe betrug 4200 fl. 46 kr., nämlich Unterſtützungen 3210 fl. 5 kr.(und zwar a. 1577 fl. 2 kr. an die im Jahre 1845 aufgenommenen Pfleglinge in Starkenburg 515 fl. 24 kr., in Oberheſſen 901 fl. 33 kr., in Rheinheſſen 160 fl. 5 kr.; b. 1633 fl. 3 kr. an bereits in den Jahren 1842, 1843 und 1844 auf⸗ genommene Pfleglinge als erſte oder weitere Unterſtützung), Verwaltungskoſten 741 fl. 57 kr.(Büreaukoſten 617 fl. 22, Verwaltung der Kaſſe einſchließlich der Hebgebühren 124 fl, 35 kr.), uneinbringliche Beiträge 148 fl. 44 kr.(in Star kenburg 74 fl. 37, Oberheſſen 25 fl. 52, Rheinheſſen 48 fl. 150, ausgeliehenes Kapital 100 fl. Einnahme und Ausgabe verglichen bleiben Kaſſevorrath 789 fl. 16 kr. Es gingen an Beiträgen von Vereinsmitgliedern 104 fl. 12 kr. weniger, dagegen an beſonderen Gaben 98 fl. 33 kr. mehr ein als im Jahre 1844. Es hatte nämlich, was der Herr Präſident aufs dankbarſte erwähnte, ein Meunſchen freund, großer Gönner und Verehrer des Vereins im Stillen der nicht genannt werden will, demſelben eine großh. badiſche Eiſenbahn⸗Obligation von 100 fl. verehrt das oben als ausgeliehen bemerkte Capital. Die nach Anträgen der Bezirksvereins⸗Commiſſionen bewilligt geweſenen, aber wieder zurückgezogenen Unterſtützungen, weil ſich die betreffenden Pfleglinge vor der Realiſirung deren unwürdig oder nicht bedürftig gezeigt hatten, betragen 228 fl. 13½ kr. weniger, als 1844, eine recht erfreuliche Erſcheinung, indem es eine vermindernde Rückfälligkeit beweiſt. Der größere Auf⸗ wand der Büreaukoſten beruht auf vermehrten Arbeiten ꝛc. Der Ausfall an uneinbringlichen Beiträgen iſt 51 fl. 2 kr. mehr als in 1844. Nach den beigefügten ſpeciellen tabellariſchen Ueberſichten, gegründet auf die Mit theilungen der Bezirks-Vereins-Commiſſion, wurden als Vereinspfleglinge aufgenommen: im Jahre 1842: 45; 1843: 258; 1844: 236; 1845: 238

zuſ. 777. Hiervon ſind bezeichnet:

der Aufſicht, auf Ver⸗ als unver⸗ abweſend, ge⸗

t. des Vereins einspflege] S j beſſerl. aus- flüchtig od. ſtor⸗

gut. ent⸗ ver⸗ geſtoßen od.] ausge⸗.

hoben zichtend[ gausgetreten wandert ben 1842 29 5 1 10 2 3 2 1843 143 21 8 77 15 20 18 1844137 11 3 51 14 21 15 1845 133 4 11 50 8 10 4 Sa. 442 41 23 188 39 54 39

Es ergibt ſich aus dieſen genau belegten Nach⸗ weiſungen und Zuſammenſtellungen, daß der Verein bis jetzt in hohem Grade wirkſam war und ſeiner heilſamen Aufgabe möglichſt genügt hat. Von den im Jahre 1845 aufgenommenen 238 Vereinspfleglingen, welche wegen mancherlei Verbrechen, meiſteus aber wegenVerletzung des Eigenthums, Diebſtahls und Landſtreicherei Corrections oder Zuchthausſtrafen erſtanden, ſtehen 14 im Alter unter 20 Jahren, 62 im Alter von 20 bis 30 Ji, 77 von 30-40, 42 von 4050, 34 von 5060, 9 von 60 Jah⸗ ren und daruͤber. Das Verzeichniß der dermaligen Vor⸗ ſtände und Mitglieder der Bezirksvereins-Commiſſionen wurde vorgelegt. Die Zahl der Vereinsmitglieder iſt dermalen in Starkenburg 482, Oberheſſen 375, Rhein⸗ heſſen 376, zuſammen 1233. Sie zahlen im Ganzen einen Beitrag von 1511 fl. 22 kr. zur Vereinskaſſe für 1846 und bei Abgang mehrerer Mitglieder, nach Abzug von 45 fl. 37 kr. Beiträge, 1465 fl. 45 kr. für das Jahr 1847. Es ſind hiernach von den nach dem vorigen Rechen⸗ ſchaftsberichte Ende 1845 vorhandenen 1645 Mitgliedern durch freiwilligen Austritt oder Tod abgegangen 412. Der Abgang durch freiwilligen Austritt, ſagt der 4. Haupt⸗

fach dieſes und andere gegen

rechenſchaftsbericht, mag den truͤben Zeitverhältniſſen und leider auch der mit wahrer Menſchenfreundlichkeit nicht har⸗ monirenden Anſicht zuzuſchreiben ſein, daß in Zeiten der Noth geweſene und beſtrafte Verbrecher lediglich ihrem Schick⸗ ſale und Verhängniſſe zu überlaſſen wären. Unſere Be⸗ richte über die früheren Generalverſammlungen des Vereins, auf die wir uns zu verweiſen erlauben, haben ſchon mehr⸗ den ſo gemeinnützigen Verein beſtehende Vorurtheile bekuͤmpft und darzuthun geſucht, wie immer ſegensreicher er werden müſſe, nahme von Seiten des Publicums, und wie heilſam nament- lich die Hrn. Geiſtlichen in dieſer Beziehung wirken können. Der Voranſchlag der Büreaukoſten für 1847 wird auf 649 fl. beſtimmt. Dem in voriger Generalverſamm lung genehmigten Antrage des Gr. Stadtrichters Strecker zu Darmſtadt(ſ. S. 317 der Gr. Heſſ. Ztg. Nr. 62 vom 3. Marz 1846) zufolge iſt eine Belehrung und An wei⸗ ſung fur den Vereins-Pflegling verfaßt und die er⸗ forderliche Anzahl von Exemplaren davon an die Directionen der Strafanſtalten und die Bezirksvereinscommiſſionen zur Behändigung an Diejenigen, ſtatutengemäß eignen und anmelden, übergeben worden. Dieſelbe hat ſich bereits als ſehr zweckmäßig bewährt. Die abgeſchloſſene Vereinskaſſerechnung von 1845 wurde zur Einſicht vorgelegt und das vom Ausſchuſſe be⸗ rathene Budget für 1847 genehmigt. Die Verſamm⸗ lung ſchritt hierauf zur Beſchlußnahme über den von Hrn. Stadtrichter Strecker in der letzten Ausſchußſitzung (am 12. Juni) geſtellten und von dem Ausſchuſſe an die Generalverſammlung gewieſenen Antrag: 1)daß die Wirk⸗ ſamkeit des Vereines auch denjenigen Sträflingen zu Theil werde, welche ihre Strafen in den Bezirksgefängniſ ſen verbüßen. Der Hr. Antragſteller hatte die Noth wendigkeit hiervon aus den Folgen des neuen Strafgeſetz buches motivirt(namentl. aus Art. 116 deſſelben), wonach jugendliche Vergehen bei Perſonen zwiſchen 1216 Jahren häufig nur mit einfachem Gefängniß beſtraft werden. Dieſe würden alſo, während bei ihnen gerade ein moraliſcher Ein fluß auf ihre Erziehung und ihr Leben am nothwendigſten und wohl auch erfolgreichſten, ſtrenge genommen von der Wirkſamkeit des Vereins ausgeſchloſſen ſein, die ſich nach den Statuten nur auf die aus den Landes- und Pro⸗ vinzialſtrafauſtalten Entlaſſenen erſtrecken ſoll. 2)Daß minderjährige Verbrecher durch ihre geſetzlichen Vertreter zum Beitritt in den Verein genöthigt werden konnen. Dem Antrage unter 2 ward unbedingt beige treten, dem unter 1 unter der Beſchränkung, daß nur ſolche Sträflinge ſollen aufgenommen werden, welche wegen Dieb ſtahls, Betrugs, Unterſchlagung oder Fälſchung beſtraft worden ſind. Der Präſident ſchloß hierauf die Ver⸗ ſammlung. Möge der Verein auch forthin in ſeiner wohlthatigen Wirkſamkeit, von edlen und erfahrenen Män nern in allen Theilen des Landes unterſtützt, ſich recht ſegensreicher Erfolge erfreuen!

Markt Bericht. Friedberg, am 15. Dezember 1847.

Aufgefahrenſ Verkauft f 5

Ga t t uh g. wunden wurden Mittelpreiſe

(Mltr.)(Mltr.) l. Wasen 145 ½ 118 n 30 gern 3 120 1 102 8 23 Gerte 98 s 6 25 Safer 88 g 13 4 46 Eben 97 4 10 78 Kartoffelnn 12 0 12 1 4⁵

NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, Hafer 120, Erbfen 220 und Kartoffeln 240 Pfund gerechnet.

bei gehöriger Theil-

welche ſich zur Vereinspflege

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