Ausgabe 
18.8.1847
 
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den höchſten Zirkeln herabſteigen würden in den Kreis der Gewerbe, iſt That geworden vor unſern Augen. Re gierende Häupter ſind in die Reihen der Gewerbsleute ge treten, Fürſten ſchmieden die Nägel für die Schuhe ihrer Bauern, und große Staatsmänner erröthen nicht, daß man ihren Namen, der unter Friedensſchlüſſen und Kriegser klaͤrungen glänzt, auch einem Flaͤnellſtück einwebt, aus dem die Magd ihren Rock näht. Wer ſieht noch eine Demü⸗ thigung darin, wenn der Herzog von Meiningen für das Dach des ärmſten Häuslers ſeines Landes Schiefer brechen läßt, wenn man dem Eſel den Huf beſchlägt mit herzog lichem Eiſen, wenn Metternich für eine neue Schrotmühle ein Patent löſt, oder wenn ein Erzherzog des Kaiſerhauſes die rauhe Hand des Hammerſchmiedes drückt und den Mann vor allem Volk ſeinen Collegen nennt? Das gehört zur neuen Ordnung und iſt nicht werth, davon zu reden. Es iſt indeſſen nicht das Kleinſte unter dem Großen, was die Gegenwart uns vor Augen führt. Denn indem die Groß⸗ würdenträger der Völker ſich zu den Fabrikanten geſellen, iſt der Gewerbfleiß ſelbſt zu Ehren gekommen, und er nimmt mit jedem Jahre allgemeiner, entſchiedener und feſter die Stellung und Geltung ein, welche ihm zukommen, aber während dem letzten Jahrhundert bei dem Verfall des Zunftweſens gänzlich verloren gegangen waren. Laßt nur erſt eure Repräſentanten, ihr Arbeiterſchaaren, denjenigen Platz erlangen im Staate, den ſie einnehmen wollen und einnehmen werden, laßt ſie nur erſt den Kampf mit ihren Gegnern, dem Kathederdünkel, der Beamtenherrſch ſucht und den Vertretern des Junkerthums ſiegreich ausge kämpft haben, dann wird auch dem Proletariat Das wer- den, was es auf dem Wege der Gewalt und Eigenmacht nie erlangen kann: ich meine Erfüllung ſeiner billigen Anſprüche auf ein beſſeres Daſeyn, auf den erweiterten Mitgenuß der menſchlichen Güter, auf ein ſorgloſeres Alter, auf ein größeres Maß von Hülfsmitteln gegen die Noth und die Widerwärtigkeiten des Lebens. Mit dem wilden, raubſüchtigen Gelüſten nachdes Nächſten Haus, Hof, Weib, Gut und Allem, was ſein iſt, das die falſchen Freunde der Proletarier aufſtacheln, iſt denſelben nicht ge⸗ holfen, und noch weniger mit Fourier'ſchen und Weit⸗ lin g'ſchen Phantaſien, deren unpraktiſches jeder Vernünftige begreift. Von uns von den Männern, welche in ihren Arbeiter⸗Phalanxen nicht blos die Stützen ihres Reichthums und ihrer Macht ſehen, ſondern auch einen Quell der Pflicht und des Berufs, Menſchenglück mit Menſchen⸗ arbeit zu verbinden, von uns, ſage ich, hat das Pro⸗ letariat die Erfüllung ſeines gerechten Ausſpruchs auf ge nügende Geltung im Staate, Gleichheit der Berechtigung und die Befreiung von dem demüthigenden Druck zu erwar ten, der auf den Arbeiterklaſſen mehr oder weniger überall noch laſtet. Bereits wird dafür vielſeitig angebahnt. Im⸗ mer mehr Stimmen werden aus dem Kreiſe der Fabrikanten ſelbſt laut, welche für die Arbeiter ein beſſeres Loos und menſchlichere Fürſorge begehren, und da und dort wird auch das Wort zur guten That. Allerdings iſt an Ueberein ſtimmung im Prinzip unter den Arbeitsgebern noch nicht zu denken, und noch entfernter liegt die allgemeine An wendung. Aber ſie wird kommen und dann kann auch der Staat nicht länger ein paſſives Verhalten in einer Frage fortſetzen, welche ſo tief in ſein Leben eingreift. Er hat ſich bisher begnügt, das Produkt der Arbeiter, das Er zeugniß zu ehren. Er that's aus wirthſchaftlichen Mo tiven. Das iſt der Anfang. Er wird damit endigen, auch den Erzeugern gerecht zu werden, und wo er es nicht frei willig thut, da wird die Nöthigung nicht ausbleiben.

s- 5 Mart Be ich Hungen, am 13. Auguſt 1847. 8 Aufgefahren] Verkauft 5 1 Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) e e 138 1 10 10 R 56 51 8 10 Gerſte. 17 6 5 15 Hafer 14 49 4 40

Kirchenbuchsauszuͤge vom Juni 1847. I. Ulrichſtein.

Getraute:

24. Johann Georg Fuchs, des bisherigen hieſigen Bürgers, Ackermanns und Müllers auf der Schmittmühle, Hein⸗ rich Fuchs einziger unverheuratheter Sohn erſter Ehe, und Anna Eliſa Schleuning, des hieſigen Bürgers

und Ackermanns Heinrich Schleuning auf der Grund⸗

mühle einzige unverheurathete Tochter.

Get aufte:

20. Dem hieſigen Bürger und Ackermann Konrad Dietz,

Fuchſe Eidam eine Tochter, Katharina, geb. den 6. Juni.

20. Dem zeitigen Stadtwirth dahier und Bürger zu Braun⸗

fels im Königreiche Preußen, Herr Karl Hofmann ein Sohn, Heinrich Konrad Kilian, geb. den 23. April.

Beerdig te: Keine.

II. Butzbach.

Getraut e:

6. Heiurich Klein, Bürger und Feldſchütz dahier, ein Wittwer, und Anna Schultheiß des Gr. Receptur⸗ dieners zu Thalitter, Bezirks Vöhl, Johann Joſt Schul⸗ theiß ehelich ledige Tochter. ö

27. Georg Karl Heil, Bürger und Bäckermeiſter dahier, des verlebten Bürgers und Bäckermeiſters wie auch Mit⸗ glieds des Armenvorſtands Jakob Heil J. hinterlaſſener ehelich lediger Sohn, und Katharina Eliſabeth Fiſcher, des hieſigen Bürgers und Metzgermeiſters Johann Andreas Fiſcher, ehelich ledige Tochter.

Getaufte:

6. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Balthaſer Thomas eine Tochter, Anna Katharing Margaretha Chriſtine, geb. den. 21. Mai. 5

13. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Konrad Kiefer eine Tochter, Anna Suſanna Eliſabeth, geb. den 27. Mai.

16. Dem Großh. Lehrer der 2. Elementarſchule Adam Wirthwein ein Sohn, Auguſt Philipp Wilhelm, geb. den 22. Mai.

20. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Frei⸗

tag ein Sohn, Johann Jakob, geb. den 30. Mai.

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