Ausgabe 
17.11.1847
 
Einzelbild herunterladen

0 Das fünfzigjährige Dienſtjubiläum

des Herrn Inſpectors Steinberger zu Butzbach wurde, dem Vernehmen nach, den 4. November d. J. mit vielſeitiger Theilnahme gefeiert. Wir bedauern, unſern Leſern nichts Näheres mittheilen zu können, da uns bis jetzt nichts da rüber zugekommen iſt. Sollte einer der Zeugen der Feier lichkeit ſich bewogen fühlen, uns mitzutheilen, auf welche Weife die dankbaren Butzbacher und anderen Feſttheilnehmer dem greiſen Seelſorger ihre Achtung und Liebe bezeugt haben, ſo würden wir ſolche Mittheilung mit beſonderem Vergnügen

in unſer Blatt aufnehmen. Die Redaction.

Die Einweihungsfeier der Rettungsanſtalt zu Kloſter Arnsburg.

Es war der 27. Oetober, ein durch die herrlichſte Witterung begünſtigter Tag, an welchem die Einweihungs feier, der in dieſem Blatte ſchon mehrmals erwähnten Ret tungsanſtalt in einfacher und würdiger Weiſe ſtattgefunden hat. Des Vormittags um 10 Uhr begann die Feierlichkeit, an welcher gegen 250 Perſonen jeglichen Standes mit lebendigem Intereſſe Theil nahmen. Ein dem gegenwär tigen Tage entſprechender Geſang leitete das Feſt ein, worauf Herr Pfarrer Bichmann aus Lich, mit zur Grund⸗ legung des bekannten evangeliſchen Abſchnitts ßüber Petri Fiſchzug, eine kurze kräftige Rede hielt, in welcher er die

hohe Aufgabe der errichteten Anſtalt in Beziehung auf die

Förderung des Reiches Gottes in lebendigen Zügen darſtellte. Nach Abſingung des fünften Verſes des erwähnten Liedes, wurde der Bericht über die Entſtehung und allmähliche Entwicklung dieſes beſonderen Zweiges der inneren Miſſion, durch den Secre tär Herrn Taubſtummenlehrer Schäfer vorgeleſen. Mit Loben und Danken gedachte der Berichtserſtatter der Ver- gangenheit, aus welcher in unſcheinbaren Anfängen, ſich das gegenwärtige Beſtehen der Anſtalt entwickelte. Ja, es war erfreulich zu vernehmen, wie dieſelbe nicht nur unter Hohen und Niederen Anklang gefunden, ſondern ſich auch deren ſpeciellen Mitwirkung in Rath und That zu erfreuen hatte; denn laut des Berichts ſind nicht nur zahlreiche Liebesgaben aus verſchiedenen Fürſtenhäͤuſern, ſondern auch aus den Wohnungen der Geringeren eingegangen; ſo daß die Ge ſammteinnahme an baarem Gelde gegen 1500 fl. betrug, von welcher Summe bereits ein bedeutender Theil zur Deckung der Reparaturkoſten des Hauſes, welches am Tage der Einweihung von Sr. Erlaucht dem Grafen zu Solms Laubach, dem Comitè der Anſtalt auf 30 Jahre zugeſichert wurde verwendet werden mußte. Außerdem wurden der Anſtalt verſchiedene brauchbare Geräthſchaften beſtehend in: Stühlen, Bänken, Tiſchen u. ſ. w. als Geſchenke über⸗ macht; ja ſogar eine noch wohlerhaltene Stubenorgel von einem Privatmanne zur unentgeldlichen Benutzung überlaſſen.

Auch iſt noch zu erwähnen, daß am Tage der Ein weihung die Kaſſe von den Anweſenden um 58 fl. bereichert wurde. Nach dem Berichte erfolgte die perſönliche Vorſtel⸗ lung der Hausältern, des Herrn Karl Gottlob Hörig aus Sachſen und der Frau Johannette Hörig geborne Ziegler aus Schafhauſen in der Schweiz, welche nun ſeit vierzehn Tagen in ihrem neuen Wirkungskreiſe an 6 Kindern arbeiten. Von den 6 aufgenommenen Zöglingen wurde nur bei einem Kinde von Seiten der Mutter der Eintritt verweigert, dafür aber ein ſchon früher angemeldetes Kind aus Aſſenheim ſogleich aufgenommen. Und ſo ergibt ſich denn hiernach, daß aus jedem der Kreiſe: Dieburg,

384*.

Hungen, Nidda und Buͤdingen ein Kind und aus dem Kreiſe Friedberg 2 Kinder der dortigen Anſtalt zur Erziehung an⸗ vertraut ſind. Für die nächſte Aufnahme ſind bereits wieder 11 Kinder ſchriftlich angemeldet, ja ſogar von Seiten des Frank⸗ furter Peſtalozzi-Vereins iſt die dringende Bitte an die An ſtaltsführer ergangen, auch aus ihrer Mitte Kinder unter vor⸗ theilhafter Bedingung aufzunehmen, gewiß ein erfreuliches Zeichen, mit welchem Vertrauen die Anſtalt begrüßt wird, ehe ſie ſich noch durch vorliegende Reſultate empfehlen kann. Nachdem Herr Pfarrer Bichmann die Anweſenden mit einem herzlichen Gebete und dem Segen des Herrn entlaſ ſen hatte, verſammelte man ſich zu einem ganz einfachen Mittagsmahle, nach deſſen Beendigung ein Jeder nach der Heimath zurückkehrte. So ſtehet denn die Rettungsanſtalt als ein Werk thätiger Bruderliebe vor unſern Augen da, und indem der verehrte Leſer gewiß aus ſeiner innigſten Ueberzeugung, mit mir, der Anſtalt den Segen Gottes für ihr ferneres Beſtehen wünſchet, wird er ſich auch gewiß für die Zukunft nicht der angenehmen Pflicht entziehen, ein Schärflein für die Erhaltung der hochwichtigen Sache mit Vergnügen beizutragen, was mit dankbarer Anerkennung von der Vergangenheit gerühmt zu werden verdient. Jaa, wir wollen in dieſer Hinſicht unſere Hände thätig ſein laſſen und ſo lange mit vereinten Kräften wirken, als

es Tag für uns iſt, aber auch nicht vergeſſen, daß:wo

1 Herr nicht das Haus bauet, umſonſt bauen, die daran auen.

58. Markt Ber i ch t. Grünberg, am 13. November 1847 Aufgefahrenſ Verkauft:. Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.). a kr Waizen 220 200 11 90 Kun 200 180 8 30 Gerſte.* 160 140 6 30 Daf 80 70 4 40 Roggenmehl.. 9 Kartoffeln

NB. In Grünberg wurde das Malter Waitzen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, und Hafer 120 Pfund gerechnet.

Kirchenbuchsauszug vom September 1847. Lich.

Getraute: Der hieſige Ortsbürger und Heildiener Joh. Heinrich Volp III., des hieſigen Ortsbuͤrgers und Gärtners Wilhelm Chriſtian Volp ehelich lediger Sohn, und Katharine Eliſabethe Eiſe, des hieſigen Ortsbürgers und Zimmermeiſters Heinrich Jakob Eiſe ehelich ledige Tochter.

28.

Getaufte:

5. Dem Bedienten bei Sr. Durchlaucht dem Prinzen Ferdinand zu Solms⸗Lich Joh. Roth ein Sohn, Philipp, geb. den 18. Auguſt. g b

5. Eine uneheliche Tochter, Katharina, geb. den 15. Aug.

9. Dem hieſigen Bürger und Maurer Andreas Volp eine

Tochter, Margaretha, geb. den 27. Aug.

Eine uneheliche Tochter, Anna Maria, geb. den 5. Sept.

Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Joh. David

Brodt ein Sohn, Karl Herrmann, geb. den 3. Sept.

Dem hieſigen Ortsbürger und praktiſchen Thierarzt

Joh. Peter Petri eine Tochter, Maria Magdalena.