Ausgabe 
17.2.1847
 
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findet bei mir gut beſetzte Tanzmuſik ſtatt, wozu ich hierdurch mit dem Bemerken erge benſt einlade, daß ich an dem genannten Markttage einen ſehr guten 1846r Wein verzapfe. Friedberg den 8. Februar 1847. G. Gerlach.

9*** Baieriſches Bier (175) aus der Brauerei von Simmerock und Kopp, wird von Samſtag den 13 d. M. an im Simmerock'ſchen Lokal in Zapf ge

nommen.

Schiffsgelegenheit

1 Auswanderer nach Nordamerika.

(200 Anfangs März d. J. expedire ich eine Auswanderungsgeſellſchaft von Kilianſtädten u. Umgegend, beſtehend aus 60 Perſonen, nach Baltimor. g

Desgleichen Mitte April d. J. von Ober rosbach und Umgegend, beſtehend aus 40 Perſonen, nach Baltimor.

Desgleichen Mitte April d. J., von Nieder eſchbach, beſtehend aus 31 Perſonen, nach New Pork.

Pafſagiere, welche geſonnen ſind ſich irgend einer obiger Geſellſchaften anzuſchließen, er⸗ ſuche ich, ihre Anmeldungen gegen Draufgeld zahlung in Zeiten an mich ergehen zu laſſen, und fuͤge nachträglich binzu, daß das Wohl und den Schutz der Auswanderer bezweckende neue Verordnungen unſerer weiſen Staats⸗ regierung, wornach den inländiſchen Agenten eine Kaution von fl. 3000 zu ſtellen aufge⸗ geben iſt, die größte Sicherheit gewährt, und kann niemals vorkommen, daß Auswanderer während der Einſchiffung durch Zufälle in Schaden gerathen. 2

Die Preiſe der Paſſagiere in der Kajüte und im Zwiſchendecke werden auf das Billigſte geſtellt, und empfehle meine Vermittelung beſtens.

Friedberg den 10. Februar 1847.

Chr. Hecht.

Oeffentlicher Dank.

(205) Am 22. Januar ſtarb meine Gattin, eine katholiſche Chrißin. Der hochwürdige Herr Pfarrer Röder zu Rockenberg hatte die Güte mir ein Plätzchen zur Gruft anzuweiſen, neben dem Grabe des weiland Prälaten zu Kloſter Arnsburg, nicht um die Dahingeſchiedene vor andern Chriſten auszuzeichnen, ſondern um an dieſer Stelle ein Grabmal ſetzen zu können, 18 für die Folge Niemandem im Wege ehe.

Der Bürgermeiſter und eine Deputation aus dem Gemeinderath zu Rockenberg, proteſtirten gegen dieſe Anordnung des wahrhaft chriſtlichen Geiſtlichen, obgleich das Grab ſchon eröffnet war und in der Nacht vom 22. auf den 23. wurde die Gruft durch Schandbuben zugeworfen.

Der biedere Geiſtliche, dadurch aufs Schwerſte verletzt, appellirte an den chriſtlichen Sinn der Gemeindemitglieder, welche faſt allgemein die geſchehene Bubenthat als eine Barbariſche be⸗ zeichneten und für die Wiedereröffnung des Grabes ſtimmten.

Ohngeachtet dieſes Gemeindebeſchlußes, ver⸗ bot der Bürger meiſter bei einer Geldſtrafe die Wiedereröffnung der Gruft unter dem nichtigen Vorwande, dieſe Stelle ſei nur für abgelebte Geiſtliche beſtimmt, dachte aber nicht daran, daß ſelbſt in dem Grabe des Prälaten der Schul⸗ lehrer Amendt begraben liegt.

Dieſes liebloſe unchriſtliche Benehmen des Oris⸗ vorſtandes, beſtimmte mich, die brave wirklich chriſtliche evangeliſche Gemeinde zu Griedel zu

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bitten, meiner ſeeligen Gattin ein Pläßchen auf ihrem Friedhoſe zu gönnen, welche Bitte mir auch auf eine höchſt liebevolle Weiſe gewährt wurde. Ja am Tage des Begräbniſſes empfing der allgemein hochverehrte Herr Decan Hofmann, Herr Bürgermeiſter Viſſel und der löbliche Gemeinderath zu Griedel, die Leiche am Eingange des Friedhofes, welche, unter Anweſenheit der chriſtlichen Brüder und Schweſtern zu Griedel nun von dem hochwürdigen Herrn Pfarrer Röder nach katholiſchem Ritus, neben dem Grabe des früheren Ortsgeiſtlichen, beerdigt wurde, woſelbſt die theuer Verblichene nun in Frieden neben einem evangeliſchen Geiſtlichen ruht und welches Plätz⸗ chen ihr Niemand mißgönnt.

Indem ich nun öffentlich den Herrn Pfarrer Röder um Verzeihung bitte, eine unſchuldige Veranlaſſung zu ſein, daß er in ſo hohem Grade durch den Ortsvorſtand zu Rockenberg ſcompro⸗ mitirt wurde, erſtatte ich Ihm und feiner bie⸗ deren Gemeinde, die für die Wiedereröffnung des Grabes ſtimmten meinen innigen Dank ab. Dem biederen hochwürdigen Herrn Decan Hofmann zu Griedel, Herrn Bürgermeiſter Viſſel, dem höchſt chriſtlichen Gemeinderath zu Griedel und der liebevollen ganzen Gemeinde daſelbſt, kann ich mit Woren nicht lohnen, daß Sie Alle mein ohnehin ſchon verwundetes Herz durch Ihre mir erzeugte Liebe wieder erſtarktenz möge es Ihnen der Himmel vergelten, den ich unabläſfig darum anflehe.

Ueber die Verfahrungsweiſe des Bürgermeiſters und des Gemeinderaths zu Rockenberg möge das hochachtbare Volk aller Gauen aburtheilen. Für meinen Theil wünſche ich denſelben zeitliches und dereinſtiges Wohlergehen. Möge der liebe Gott Ihnen mit dem Maaße nicht meſſen, mit dem ſie mir gemeſſen haben.

Rockenberg den 8. Februar 1847.

L. Venator, Oberſftlieutenant. Holz⸗Verſteigerung. (206) Montag den 22. Februar d. J., Morgens 9 uhr, ſollen aus den Freiherrlich von Ritter'ſchen Waldungen beim Hofe Haſ ſeleck nachſtehende Holzſortimente meiſtbietend verſteigert werden. a) Montag den 22. Februar im Hin⸗

ter wald: 1) 12 eichene Bauſtämme, 1433 Cubikfuß haltend, 2) 10 tannen Bauſtämme, 939 Cubikfuß haltend,

3) 18 Stecken eichen Scheitholz,

4) 9 1 Prügelholz,

50 2 ktannen Scheitholz,

9 Prügelholz,

7) 938 Stück eichene Wellen,

8) 1450 tannene Wellen,

9) 800» Backwellen und 2200 Stück

tannene Bohnenſtangen. 8

Mit den Bohnenſtangen wird der Anfang

auf dem Hofe Haſſeleck gemacht. 5

pb) Dienſtag den 23. Februar in den

Haſſeln:

1) 112 Stück birkene Wellen und

2) 9000» tannene Wellen. Die Zuſammenkunft iſt an beiden Tagen

Morgens auf dem Hofe Haſſeleck. Wiſſelsheim den 15. Februar 1847.

In Auftrag n e e. Verſteigerung.

(207) Mittwoch den 24. d. M., Vormit⸗

tags um 9 uhr, will Unterzeichneter in ſeiner

Wohnung nachfolgende Gegenſtände einer frei⸗

willigen Verſteigerung gegen gleichbaare Zah⸗

lung ansſetzen, nämlich: 2 Pferde,

1 vollſtändiger Wagen,

1 Pflug, eine Egge, ſowie andere Fahr⸗ u. Ackergeräthſchaften, 1 Parthie Fäſſer, 2 Tiſchtafeln, mehrere Bänke u. ſonſtige Oeconomiegeräthſchaften. Florſtadt den 12. Februar 1847. i Heinrich Klaus J. Ein vollſtändiges Logis. (208) Mein Hinlerhaus in der Engelsgaſſe, welches ſehr bequem eingerichtet iſt, bin ich geſonnen zu vermiethen und kann daſſelbe bis den 1. Mai l. J. bezogen werden. Friedberg im Februar 1847. Philipp Werner, Apotheker. Ein junger Mann, (209) theoretiſch und praktiſch gebildeter Landwirth, ſucht als Wirthſchafts-Gebülfe oder Volontär ein Unterkommen. Das Nähere bei der Expedition dieſes Blattes.

Literariſche Anzeige. Bedeutende Preisherabſetzung wegen Concurrenz!

(162) Bei unterzeichnetem iſt erſchienen und durch C. Bindernagel in Friedbberg zu beziehen:

Louis Blanc's

Geſchichte der zehn Jahre 1350 1840. Aus dem Franzöſiſchem überſetzt von L. Buhl.

Vollſtändig in 5 Bänden, Schiller-Format, elegant in Umſchlag geheftet.

Fr herer Preis: 7 fl. 30 kr.

Jetziger Preis nur 1 fl. U8 kr.

Der unterzeichnete ſieht ſich durch das Erſcheinen einer ſ. g. billigen, aber ſehr un⸗ vollſtändigen Ausgabe, welche bei Herrn G. André in Offenbach erſcheint, veranlaßt, die obige, bei ihm erſchienene Ausgabe dieſes unübertroffenen Werkes, überſetzt von dem rühmlichſt bekannten Publiciſten L. Buhl, von 7 fl. 30 kr. auf 1 fl. 45 kr. zu ermäßi⸗ gen. Daß in dieſem ausgezeichneten Werke Alles von hohem Intereſſe iſt, und nicht blos der bei Herrn André in Offenbach in Heften erſcheinende unvollkommene Auszug braucht wohl nicht erſt geſagt zu werden. Dieſer Auszug ſoll in 12 15 Lieferungen, jede 2 Bogen ſtark, erſcheinen. Das vollſtändige Werk wuͤrde alſo ungefahr 30 Bogen um⸗ faſſen. Dieſe 30 Bogen von kleinem Format enthalten aber nicht mehr, als 16 Bogen mei⸗ ner Ausgabe in dem beliebten Schillerformat. Dieſe nun, 5 Bände umfaſſend, be⸗ ſteht aus 110 Bogen und koſtet jetzt nur 15 kr. mehr, als die Offenbacher Aus- gabe. a

Es erhellet aus dieſer Anzeige wohl zur Genüge, was man von dem ſ. g. Offenba⸗ cher Auszuge zu erwarten hat, und welcher Ausgabe der Vorzug gebührt.

Wilh. Hermes, Buchhändler in Berlin.

Unterzeichneter bemerkt noch, daß für ihn bereits eine Anzahl dieſes Werkes unterwegs iſt und ſieht gefälligen Beſtellungen entgegen. Es ſteht zu erwarten, daß dieſe(Berliner) Ausgabe bald vergriffen ſein wird und wäre es alſo im Intereſſe derjenigen, welche ſich dies vollſtändige Werk anſchaffen wollen, wenn ſie mir ihre Beſtellungen baldigſt einſendeten.

C. Bindernagel, Buchhändler in Friedberg.

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.

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