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e Butzbach 1847.
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Intelligenz-Olatt
ſür die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Mittwoch, den 17. Februar
Wetterauer Sagen. (S. Intelligenzblatt 1847. Nro. 12.) VI. Das Feuerchen am Wingertsberg bei Staden.“)
Zwei Männer gingen noch in der Nacht von Staden nach Blofeld, weil ſie an dieſem Orte ein nothwendiges Geſchäft hatten und deßwegen früh am Morgen dort ſein wollten. Wie ſie über der Nidda ſind und anfangen, auf den Wingertsberg zu ſteigen, ſo ſehen ſie auf einem der vor⸗ derſten Aecker desſelben ein Feuerchen brennen. Sie hatten gerade ihre Tabakspfeifen zum Rauchen aus dem Sack 5 gelangt, und ſo gingen ſie hin zu dem Feuerchen, das ein Häufchen glühender Kohlen war, und jeder nahm ſich eine glühende Kohle und legte ſie auf ſeine Pfeife. Dann gingen ſie wieder nach dem Blofelder Wege. Aber die Kohlen brannten nicht an, ſie mochten machen was ſie wollten. Sie warfen ſie darum hinweg und gingen von neuem zum Feuer— chen, legten friſche Kohlen auf ihre Pfeifen und machten ſich wieder auf den Weg nach Blofeld. Aber es ging mit den Kohlen gerade wie das erſtemal, und ſie holten ſich zum drittenmal friſche. Auch die wollten nicht anpfengen.) Das war doch den Männern verwunderlich, und ſie warfen die Kohlen hinweg, wie die vorigen, und gingen weiter nach Blofeld. Als ſie nun am Tage zurückkamen, ſagte der eine:
„Komm! Wir wollen doch einmal ſehen, wo die Nacht das,
Feuerchen geweſ't iſt.“ Sie gingen auf den Acker und ſuchten, aber ſie fanden auf keinem Flecke todte Kohlen oder Aſche
*) Dieſe Sage erzählte mir vor etwa 34 Jahren ein alter Mann zu Staden.— Der Wingertsberg liegt in der Leidhecker Gemarkung, welche bis dicht vor Staden reicht. W.
a) aus der Taſche. Uebrigens zeigt das Einmiſchen der Tabakspfeife
in die alte Sage, daß die Leute dieſelbe in dieſem Umſtande mo—
derniſirt haben.
d. i. anzünden. Wetterauiſch önpenge, meiſt önpenne, mit an
(wetterauiſch ön), ſtatt ent- aus altdeutſch enpfengen.
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und ſo auch den Platz nicht, wo das Feuerchen gebrannt hatte. Darüber verwunderten ſie ſich und ſuchten jetzt am Wege nach den Kohlen, die ſie weggeworfen hatten. Da fanden ſie ſtatt Kohlen blanke Ducaten. Jetzt erſt merkten ſie, daß die glühenden Kohlen, die ſie als Feuerchen geſehen hatten, lauter Ducaten geweſen waren, und es reuete ſie, daß ſie das glühende Kohlenhäufchen nicht mit ihren Stöcken ſtillſchweigend von ſeinem Platze hinweggeſcharrt hatten, denn alsdann hätten ſie die Ducaten all gehabt. Sie hatten das Feuerchen aber auf ſeinem Platze gelaſſen, und ſo war es, wie die Nacht verging, wieder ſpurlos in die Erde ver— ſchwunden.
VII. Der wilde Jäger bei Staden.“)
Mit erſchrecklichem Lärmen kam der wilde Jager durch das Thal der Nidda an den Bergen her gezogen. Da kam aus dem Thurme in der alten Burgmauer zu Staden, auf der Seite nach dem Wingertsberge zu, eine lange lange Stange heraus und an deren Spitze hing eine Leuchte, die wie ein Klumpen Feuer ausſah. Die leuchtete da dem wilden Jäger, wie er vorbeizog.
*) Dieſe Sage hörte ich noch vor etwa 16 Jahren erzählen. Uebri⸗ gens hörte ich in der Wetterau von furchtbarem nächtlichem Sturm- getöſe ſagen:„Man meint, es wär der wild' Jäger!“
Empfangsbeſcheinigung und Dankſagung.
Für die arme Wittwe des in einer Sandgrube Umgekommenen Schlegelmilch in Aſſenheim ſind mir durch Herrn Bindernagel in Fried⸗ berg 22 fl. 45 kr. und weiter von Herrn Act. H. in Fr. 1 fl. 45 kr. von J. Haas in Niederwöllſtadt 12 kr, von G. Walther in Oſſenheim 48 kr. zuſammen alſo 25 fl. 30 kr. zugekommen, deren Empfang ich mit dem Bemerken beſcheinige, daß mich die Wittwe erſucht hat, den milden Ge— bern ihren tiefgefühlten Dank und die Verſicherung auszusprechen, daß ſie für ihr Heil zu Gott beten will.
Aſſenheim den 10. Februar 1847. Bornagius, Pfarrer.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Oeffentliche Aufforderung.
(106) Auf Antrag des Papierfabricanten Philipp Hüttenmüller zu Obereſchbach werden deſſen ſämmtliche Chirographargläubiger zum Verſuche eines Arrangements auf
Mittwoch d. 3. März l. J., Vormit. 8 uhr, mit dem Anfügen hierher vorgeladen, daß die Ausbleibenden nicht berückſichtigt, die Be— kannten aber als den Beſchlüſſen der Mehr— heit beigetreten erachtet werden.
Groskarben am 25. Januar 1847.
Großh. Heſſ. Landgericht daſ. SA Oeffentliche Aufforderung.
(119) Die Johann Conrad Gatzert's Che;
leute zu Oſtheim entliehen am 8. Mai 1840 von Pachter Balthaſar Weber, damals auch zu Oſtheim, ein Capital von 480 fl. gegen gericht⸗ liche Schuld. und Pfandverſchreibung. Es ſoll dieſes Darlehen abgetragen werden; die Erben des inzwiſchen verſtorbenen Darleihers erklä— ren ſich jedoch außer Stand, die Schuldurkunde vorzulegen, und verſichern, daß ſie ihnen ent— kommen ſei.
Auf deren Anſtehen werden die Beſitzer der


