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Platz greifen können. Von Seiten der Gemeinde iſt guter Wille in allen Stuͤcken und gerade jetzt Geneigtheit, die Bedrängniſſe der drückenden Theurung zu mildern, ſichtbar. Die adminiſtrative Oberaufſicht von Seiten des Gr. Kreis⸗ raths hat bisher alles Gute gefördert und wird es auch künftig thun. Auch der Gr. Oberſchulrath iſt allen An⸗ ſprachen zur Förderung der Anſtalt auf das liberalſte ent⸗ gegengekommen. Grund genug, ein ferneres fröhliches Gedeihen für dieſe Lehranſtalt zu erwarten, und Aufforde⸗ rung genug für die gebildeten Landwirthe, wenigſtens der näheren Umgegend, ihre Söhne nach dem Austritte aus der Volksſchule noch ein bis zwei Jahre dieſem ihnen ſo an⸗ gemeſſenen Inſtitute anzuvertrauen! Für ſolche Zöglinge iſt denn auch der rechte Name nicht: Vorbereitungsſchule, ſondern Fortbildungsanſtalt für junge Landwirthe.
MW.g uni ag fabi Der Anbau der weißen und gelben Mairüben
den Samen ſobald als möglich in Reihen von 1 Fuß Entfernung aus, ſchütze die Pflanzen gegen die Erdflöhe durch fleißiges Beſpritzen und Ueberſtreuen mit Kalkſtaub oder Gyps und durchrupfe die zu dicht ſtehenden Pflanzen auf ½ Fuß Weite. Auf dieſe Weiſe erhält man ſchon Ende Mai dieſe Rüben für die Küche.
Daß die Gelbrüben oder Carotten jetzt auch ſchon ausgeſtellt werden können, iſt in unſerer Wetterau bekannt. Die frühe rothgelbe Ulmer Carotte, die Erfurter lange roth gelbe und die Horn'ſche Frühcarotte ſind für den Frühanbau zu empfehlen. Am Früheſten iſt die kurze holländiſche Treib⸗ carotte, artet aber in unſerm ſchweren Boden leicht aus. Um die Keimung des Samen möglichſt zu beſchleunigen, be⸗ achte man folgendes Verfahren bei der Saat der Gelbruͤben: Auf 1 Fuß entfernte Reihen ſae man den Samen nicht zu dicht aus und gieße ihn mit verdünnter Jauche oder auch nur mit Waſſer tüchtig ein und überdecke ihn erſt dar⸗ nach mit Erde. Die Feuchtigkeit, welche für die Keimung ſo nothwendig iſt, erhält ſich auf dieſe Weiſe dauernder, als
iſt bei dem theuren Brode ſehr zu empfehlen.
Man ſäe
durch das fleißigſte Begießen der Beete.
Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.
1 ννιν
Hofraitheverſteigerung.
(3883) Mittwoch den 14. April, Morgens um 11 uhr, wird in hieſigem Rathhauſe, die der Maria Schat gehörende Hofraithe, be— ſtehend in einem Wohnhauſe an der Juden⸗ gemeinde, gibt Zins dem Freiherrn von Löw zu Steinfurth 30 kr., öffentlich meiſtbietend verſteigert. 5 Friedberg den 12. März 1847. 5 In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts: Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Edictalladung.
(499) In den Hypothekenbuchern der Stadt Friedberg ſtehen noch zwei Einträge offen, wonach 5 1) Dominicus Pendlings Eheleute von hier,
am 15. Febr. 1808 und 22. März 1817,
zuſammen 300 fl. von Schöff Joh. Th.
Kautz dahier, ſodann 2) Ludwig Finzel und Chefrau dahier am
20. Dezember 1844 bei Georg Krieger
hierſelbſt 1050 fl., entliehen haben. Beſcheinigtermaßen ſollen beide Kapitalien abgetragen, die Schuldurkun— den aber verloren ſein, weßhalb auf Antrag der Schuldner reſp. deren Erben alle, welche etwa Anſprüche aus jenen Darlehn und auf die darüber ausgeſtellten Schuldurkunden zu haben vermeinen, andurch aufgefordert werden, ſolche ſogewiß binnen drei Monaten von heute an hier geltend zu machen, als ſonſt die Schuldurkunden und die darin erwähnten Dar— lehen ohne weitere Bekanntmachung für er⸗ loſchen erachtet und die deßfallſigen Einträge in den Amts und Orts⸗Hypokhekenbüchern werden gelöſcht werden.
Friedberg den 18. März 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Hofmann.
Oeffentliche Aufforderung. (139) um 6. April 1788 liehen J. Walther Stamm und Frau Anne Chriſtine zu Ober⸗ ohmen bei J. G. Möller Kinder modo Alexan⸗ der Schmidt daſelbſt 24 fl. und beſtellten eine generelle Hypothek, verpfändeten zugleich auch ſpeciell 3 Grundſtücke.
Sodann verſchuldeten Ruppert Koch und Anne Eliſabetha, deſſen Frau, geb. Ochs da⸗
ſelbſt dem Wirth Liſtmann und 5 weiteren Gläubigern 229 fl. 5 Albus und verpfändeten ihre Hofraithe 25/45 auch ſämmtliche Feld⸗ güter! Der deßfallſige Eintrag im Pfandbuche iſt vom 17. Dezember 1799 und es iſt dabei noch weiter bemerkt:
Johann Heinrich Otterbein ſolle wegen ſeines zu fordern habenden Hauskaufgeldes von 53 fl. 18 Alb. 6 Hell. die erſte Sicher⸗ heit aufs Haus behalten.
Jvhann Georg Möllers Kinder respect. Alexander Schmidt oder etwaige Erben von dieſen, ſollen nicht zu ermitteln ſein und von den Mitgläubigern des Liſtmann liegen Quit⸗ tungen vor. 8
Da nach Angabe der Betheiligten ſowohl obige 24 fl., als dieſe 229 fl. 5 Alb., insbe⸗ ſondere der Anſpruch des Liſtmann hieran, berichtigt ſein ſollen, die Schuldurkunden zum Löſchen aber nicht vorgelegt werden können, ſo ergeht auf Antrag der Intereſſenten hier⸗ mit der Aufruf an Alle, welche Anſprüche an fragliche Schuldverſchreibungen oder Einträge in den Pfandbüchern, ſei es aus was immer für einem Rechtsgrunde machen wollen, ſolche in 60 Tagen dabier anzuzeigen resp. zu be⸗ gründen, widrigenfalls die Einträge im Pfand⸗ buche gelöſcht werden.
Grünberg den 11. März 1847.
Großb. Heſſ. zum Landgericht daſ. geh. Patr.⸗Gericht der Freihrn. Riedeſel zu Eiſenbach.
Welcker. Thaler.
Edietal ladung.
(520) Groß. Hofgericht hat über das Ver⸗ mögen des verſtorbenen Johann Heinrich Jung ledig von Traishorloff den förmlichen Con⸗ curs⸗Proceß erkannt, weßhalb alle bekannte und unbekannte Gläubiger aufgefordert wer⸗ den, ihre Anſprüche an dieſen Nachlaß im Termin den 27. April d. J., Vormittags 9 Uhr, ſo gewiß dahier anzumelden und zu be⸗ gründen, als ſonſt ſie ohne weiteres Präcluſiv⸗ Dekret von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Bekannte Gläubiger, die ausbleiben, wer⸗ den ſo angeſehen, als wären ſie den Beſchluͤſ⸗ ſen, die im Termin von der Mehrheit der erſchienenen gefaßt werden, beigetreten. Laubach am 9, März 1847. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhard.
Wieſenverpachtung zu Oſtheim.
(us) Mittwoch den 14. d. J., Nachmittags 2 Uhr, wird zu Oſtbeim bei Gaſtwfrth Herrn Schneider, gelegenheitlich einer Güterverlei⸗
hung, auch die dem Grßh. Fiskus gehörige Wieſe, ehemals Teich, nächſt dem Orte Oſt⸗ heim, 4 Morgen im Ortsmaaße oder 3 Mor⸗ gen 126½ Klafter im Normalmaaße haltend, auf 6 Jahre, von Anfang 1848 an, meiſt⸗ bietend verpachtet. 1 Friedberg den 30. März 1847. Der Grßh. Rentamtmann des Rentamts Friedberg, Domänenrath Beau ß.
Holz: ⸗Verſteigerung. (50 Freitag den 16. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird nachgenanntes Gebölz in dem hieſigen Burggrafiathofe der öffentlichen Ver⸗ ſteigerung ausgeſetzt:
1 Weymuthskiefer⸗Stamm, 46 Fuß lang, und 40 Kubikfuß haltend,
22 Stück Ahorn⸗, Ulmen. und Eſchen⸗Stan⸗ gen, zu Werkbolz geeignet,
1 Haufen Reisholz. Friedberg den 6. April 1847.
Der Gr. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts „Friedberg Domänenrath Buß.
Holz⸗Verſteigerung.
(813) Donnerſtag den 15. d. Mts., Vor⸗
mittags 8 Uhr, werden in dem Niederros⸗
bacher Gemeindewald, in den Diſtrikten Sang
und Waſſerdöll, folgende Holzſortimente, als
A. Brennholz:
19 1 Stecken Scheit, 2% Stecken Prügel⸗ und 54% Stecken Stock-Nadelholz,
2) 250 Wellen birken, eichen, 725 nadel, aspen, weiden Reiſerholz,
3) 1 Wagen 14 Läſte Allerleiholz,
B. Bau-, Werk⸗ und Nutzholz: 4) 98 Stämme Nadelholz von 963 Cubf., 5) 49 Stangen Nadelholz von 201 Cubf., 6) 35 Stück Baumſtützen, aspen u. weiden
Stangen und 5 7) 10 Gebund Nutzreiſer, meiſtbietend öffentlich verſteigert.
Die Zuſammenkunft iſt im Diſtrikt Sang, am Nadelholzbeſtand, präcis 8 Uhr.
Niederrosbach den 3. April 1847,
Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter F. Bullmann.
Frucht⸗Verſteigerung zu Friedberg und Butzbach.
(850 An nachgenannten Tagen und Orten werden die bemerkten Fruchtquantitäten von den fiskaliſchen Speichern des hieſigen Rent⸗ amts öffentlich verſteigert: 85
1) Dienſtag den 20. d. M., Vormittags 10


