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Intelligenz-Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M62.
Mittwoch, den 11. Auguſt
1847.
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Die Aufſtellung der Viehſtandstabellen pro 1847.
Sie haben nunmehr die Viehſtandstabellen für dieſes Jahr aufzuſtellen und in doppelter Ausfertigung unfehl— bar binnen 14 Tagen an mich einzuſenden. Bei Berech⸗ nung des Kapitalwerthes ſind folgende Durchſchnittspreiſe zu Grunde zu legen:
1 Pferd: 90 fl.— 1 Fohlen: 41 fl.— 1 Bullen 58 fl. 1 Ochſe: 69 fl.— 1 Kuh: 43 fl.— 1 Rind: 24 fl. 1 Schaaf: 5 fl.— 1 Schwein: 15 fl.— 1 Ziege 5 fl. 1 Eſel 15 fl. Grünberg den 2. Auguſt 1847. R Ou mri er.
Derſelbe an dieſelben.
Betreffend: Die heimliche Entfernung des Heinrich Kratz 18. aus Rup⸗
pertenrod, wohnhaft zu Unterſeibertenrod.
Rubrikat, deſſen Signalement nachſteht, iſt ſchon ſeit 5 Tagen von Hauſe abweſend und wird wahrſcheinlich, den Ausſagen ſeiner Ehefrau zufolge, heimlich nach Amerika zehen. Derſelbe war auch dahier ſchon wegen Brandſtiftung in Unterſuchung.— Sie haben Nachforſchungen nach dem⸗ ſelben anſtellen und ihn betretenden Falles verhaften und mir vorführen zu laſſen.
Grünberg den 5. Auguſt 1847.
Ouvrier.
Signalement.
Alter: 34 Jahre, Größe: 6“ 5“, Haare: ſchwarz, Stirn: hoch, Augen: braun, Augenbraunen: ſchwarz, Naſe: ftumpf, Mund: gewöhnlich, Bart: ſchwarz, Kinn: rund, Beſicht: breit, Geſichtsfarbe: geſund, Statur: unterſetzt, veſondere Zeichen: Keine.
Der Großherzoglich Heſſiſche Rentamtmann des Rentamts Schotten an die Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Bezirks.
Betreffend: Beitreibung der Domanialgefälle im Rentamte Schotten pro 1847,
Sie werden hiermit erſucht, in ihren Gemeinden inner— halb 4 Tagen gehörig bekannt machen zu laſſen, daß die Berichtigung der Holzgelder, welche den 15. Auguſt fällig ſind, binnen 14 Tagen zur hieſigen Rentamskaſſe geſchehen muß, und daß, wenn die Abführung der Schuld in dem angegebenen Termin nicht erfolgt, den geſetzlichen Beſtim— mungen gemäß das Zwangsverfahren eintritt.
Schotten den 3. Auguſt 1847.
Pra tür in
Excentriſche Univerſalmühle.
Welchen Nachtheilen die Einwohner derjenigen Ort— ſchaften ausgeſetzt ſind, in deren Nähe keine mit hinläng—⸗ lichem Waſſer verſehenen Mühlen ſich befinden, um im Sommer mahlen zu können, iſt bekannt.
Sie müſſen mit großem Zeitaufwande ihre Frucht in an Waſſer reichere Bächen oder Flüßchen gelegene Mühlen zum mahlen bringen, und erhalten nicht ſelten, ungeachtet ihnen vielleicht 30 prCt. und noch mehr Molter abgenom— men wird, von guter Frucht ſehr ſchlechtes Mehl.
Sollten die Verwaltungsbehörden ſolcher Ortſchaften ſich nicht zu vergewiſſern ſuchen, ob die in einem Artikel „aus Starkenburg im Mai“ in Nr. 134 der dießjährigen Grßh. Zeitung, empfohlene excentriſche Univerfſal— mühle des Amerikaners Bogardus eingeführt in Europa durch Bro Wolf, das Mahlbedürfniß ihrer Einwohner in genügenderer Weiſe, und wohlfeiler als es zur Zeit des Waſſermangels, wie oben angegeben geſchehen kann, zu be— friedigen im Stande iſt?
Dieſe Mühle kann nach jenem Artikel und einem an⸗ dern in Nr. 13 der dießjährigen Zeitſchrift für die land⸗ wirthſchaftlichen Vereine des Großherzogthums Heſſen, aus der Eiſengießerei des Fürſten Metternich zu Plaß in Böh⸗ men bezogen werden. Ihrer iſt ſchon anderwärts, nament⸗ lich in Nr. 289 der Didascalia von 1846 und in Nr. 351 der Grßh. Heſſ. Zeitung von 1846 Erwähnung geſchehen. Sie ſoll 300 Reichsthaler koſten und die kühnſten Erwar⸗


