Ausgabe 
9.6.1847
 
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gen

. Juni. richtet:

U

F Intelligenz-Blatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

7 44.

Amtlicher Theil.

a Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes.

Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Eliſabetha Zapf von Rix⸗ feld wegen Landſtreicherei. Auf Erſuchen des Gr. Frhrl. Ried. Landgerichts Alten⸗ ſchlirf beauftrage ich Sie die unten ſingnaliſirte Eliſabetha Zapf von Rixfeld betretenden Falls zu arretiren und mir vorführen zu laſſen. Grünberg am 3. Juni 1847. 5 J. d. A. R a ben i u.

Signalement.

Alter: 30 Jahre, Größe: 6 Fuß, 1 Zoll, Haare: ſchwarz, Augenbraunen: dunkelblond, Augen: grau, Naſe: klein, Mund: etwas aufgeworfen, Kinn: ſpitz, Geſicht: oval.

Miſtbeetfenſter. In der Rheinländiſchen Gartenzeitung iſt ein Erſatz für die Glasfenſter an Miſtbeeten und Vermehrungshäuſern mitgetheilt, welcher Blumenfreunden empfohlen werden kann. Statt des Glaſes überzieht man nämlich die Fenſterrahmen mit einem feinen weißen baumwollenen Zeuge. Solches wird, um es durchſichtiger und gegen die Näͤſſe dauerhaft zu machen, mit einer Maſſe überzogen, deren Miſchung aus 8 Loth pulveriſirtem, trockenem weißem Käſe, 4 Loth gelöſchtem weißem Kalk und 8 Loth gekochtem Leinöl beſteht. Hat man dieſe drei Beſtandtheile mit einander vermiſcht, ſo ſetzt man 8 Loth Eiweiß und eben ſo viel Gelbes hinzu, nachdem beides mit einander durch Schlagen gut vermiſcht und dünn⸗ fluͤſſig gemacht worden iſt. Das Oel verbindet ſich leicht mit den übrigen Theilen und der Anſtrich bleibt biegſam und wird hell und durchſichtig. a Die Koſten eines auf dieſe Art angelegten Treibbeetes ſind unbedeutend und der Nutzen ſehr groß. Cin ſolches

Mittwoch, den 9. Juni

Beet bedarf auch nicht der ängſtlichen Wartung, wie die gewöhnlichen, mit Glasfenſtern bedeckten Beete. Bei den ſtärkſten Sonnenſtrahlen in der Mittagsſtunde bedürfen ſie keiner beſonderen Ueberdeckung oder Beſchattung, haben faſt den ganzen Tag eine ziemlich gleichmäßige Temperatur und bedürfen nur nach Umſtänden von Zeit zu Zeit einer Lüftung.

MNannigfaltiges.

Ein Deutſcher in Nordamerika theilt in Bezug auf die Kartoffelkrankheit folgende Notiz mit:Die Kartoffel- krankheit zeigt ſich in unſerer Gegend ſeit etwa zehn Jahren. Oefter ging ein Drittheil der Ernte verloren; überdieß mußten im Frühjahr Hunderte von Scheffeln als ganz ver dorben weggeworfen werden. Seit einiger Zeit habe ich da gegen zerfallenen Kalk angewendet, welchen ich über die friſch zerſchnittenen und mit etwas Waſſer angefeuchteten Kartoffelſetzlinge verbreite, und die ich nach gutem Aufſchuͤtteln gleich in den Boden bringe. Seitdem ich dieſes Verfahren angewendet, habe ich keine Kartoffel mehr verloren, weder auf den Aeckern, noch in den Kellern, und meine Nachbarn, die mein Beiſpiel befolgen, ſind damit ebenſo glücklich. Damit ſtimmt eine andere Notiz überein, die der Apotheker Pflüger in Solothurn mittheilt. In dem ohnweit des Jura⸗ gebirges gelegenen Aarthale zeigten ſich in den verfloſſenen zwei Jahren auf friſch aufgebrochenem Kalkſchutt abhängen, welche gar nicht oder nur ſchwach mit gewöhnlichem Stall dünger verſehen worden, die Kartoffeln am reichlichſten und in geſundem Zuſtande, ebenſo auf dem ſchwarzen krümmlichen Boden eines vor mehreren Jahren tiefer gelegten kleinen See's, auch an den Stellen, wo die Setzlinge mit A ſche umgeben worden, ſo wie auf einem früheren Verkohlungs platze. Aus allem bisher Bekanntgewordenen ſcheint dem nach hervorzugehen, daß hauptſächlich zerfallener gebrannter Kalk, Aſche, Kohlenſtaub und Kochſalz die Mittel

zur Verhütung des Uebels bieten werden.)

(D. Eiſenb.)

) Wir bedauern, daß uns vorſtehender Aufſatz, welchen wir mit vielem Intereſſe geleſen haben) etwas verſpätet zugekommen iſt, daher unſern verehrlichen Leſern erſt jetzt mittheilen können.

. Die Red.

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