Ausgabe 
7.7.1847
 
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den 4. Juli.

n verrichtet: aut.

N Stadtkirche: held. r Stadtkirche: aur. r Surgiche: III 0.

it Burgeirche: Agel. S

e.

latt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 1

Mittwoch

W 52.

den 7. Juli

. 1847.

Ein neues Halbjahr⸗ Abonnements

auf das wöchentlich zweimal erſcheinendeIntelligenz Blatt für die Provinz Oberheſſen beginnt am 1. Juli. Geneigte Beſtellungen

wolle man recht bald entweder bei dem Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen. Abonnementspreis: das Vierteljahr 24 kr. Inſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr. z die dritte und jede folgende Zeile 2 kr. Aufnahme der Inſeraten: alle bis zum Sonntag⸗Abend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochs⸗Blatt, und alle,

welche bis zum Mitiwoch⸗Abend eintreffen, in das Samſtags- Blatt. Friedberg. 1

Carl Bindernagel.

Amtlicher Theil.

15 Der Großherzoglich Heſſiſche

Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg

an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Beſchlüſſe der 6. Generalconferenz in Zollvereins⸗An⸗

gelegenheiten, insbeſondere den§. 44 wegen Aufſtellung einer Gewerbſtatiſtik des Zollvereins.

Den Grßh. Steuercommiſſären iſt höchſten Orts die Aufſtellung von ſtatiſtiſchen Ueberſichten der Gewerbe und Fabriken des Großherzogthums übertragen worden, und weiſe ich Sie an, Dieſelben bei dieſer Arbeit kräftigſt zu unter⸗ ſtützen und deßfallſige Anfragen ſtets genau und ſchnell zu beantworten.

Grünberg den 30. Juni 1847.

In Beurlaubung Grßh. Kreisraths. v. Raben a u.

Derſelbe an dieſelben.

Betreffend: Die Aufſtellung der Viehſtands tabellen pro 1847.

Ich fordere Sie auf, binnen 8 Tagen den dermaligen

Preis jeder einzelnen Viehgattung einzuberichten. Grünberg den 3. Juli 1847. In Beurlaubung Grßh. Kreisraths i Ra een a u.

Derſelbe an dieſelben.

Betreffend: Die Verzeichniſſe über ausgeſtellte Scheine Behufs der Bedeckung von Stuten.

Ich fordere Sie auf, nunmehr die Verzeichniſſe über die in dieſem Jahre ertheilten Scheine Behufs der Bedeckung von Stuten unverweilt einzuſenden.

Grünberg den 3. Juli 1847.

In Beurlaubung des Grßh. Kreisraths v. Rabenau.

Wunderbare Bekehrung eines jungen Trunkenbolden.

K., ein Jüngling von 15 Jahren, war von Jugend auf dem Branntweintrinken ſo ſehr ergeben, daß er, wenn er nicht täglich ſolchen bekam, krank oder doch im höchſten Grade unzufrieden wurde. Wahrſcheinlich war das Laſter ein Erbſtück von ſeinem Vater. Da er mit dem wenigen Gelde, welches er in der Taſche hatte, wenig ausrichten konnte, ſo mußte er jede Gelegenheit, die ihm unentgeltlich zu ſeinem Lieblingstrank verhalf, benutzen. Solche wichtige Gelegenheit aufzuſuchen, war er ſtets bereit. Wenn Israel oder Ciſenmann oder irgend ein andrer Jude in das Dorf kam, wußte er dem einen eine Kuh, dem andern ein Futter Stroh oder ein paar Malter Frucht u. dgl. zum Verkaufe feil zu bieten. Bei dieſen Händeln gab es denn, wie es in jenem Dorfe Sitte iſt, keinen geringen Weinkauf, wobei K. niemals leer ausging. Im Sommer ſah man ihn beinahe jeden Abend mit ſechs oder ſieben Krebsgarnen auf den Schultern, und einem Fläſchchen mit ſchwarzem Steinöl ge⸗ füllt in der Hand quf das Ufer der H. wandern, wo er gewöhnlich bis Nachts 12 Uhr verweilte. Weil er ein ausgezeichneter Fiſcher und Krebſer war, wurde er einmal von dem Pachter K. zu einer großen Fiſcherei eingeladen. Er nahm die Einladung willig an. Zu ſeinem Vergnügen wurden ihm nicht allein die Krebsgarne und das Steinöl fläſchchen anvertraut, ſondern auch noch ein Krug mit Branntwein. Daß er dieſe guͤnſtige Gelegenheit, wieder einmal ſeiner Saufluſt zu fröͤhnen, nicht unbenutzt vorüber⸗ gehen ließ, läßt ſich leicht denken. Als die Fiſchergeſellſchaft Nachts um 12 Uhr nach Hauſe ging, war K. ſo betrunken, daß er nicht einmal ſeine Krebsgarne zu tragen im Stande war. Nach Hauſe gekommen, wälzte er ſich thieriſch in ſein Bett. Als er Morgens erwacht und wie gewöhnlich vor den Spiegel getreten war, um ſich zu beſchauen, wurde er zu ſeinem nicht geringen Schrecken gewahr, daß ſein ganzes Angeſicht mit einer blutrothen Kruſte überzogen war. Er ging ſchnell in die Küche und wuſch ſich; aber wie er⸗