des Comité's an diejenigen unter Ihnen, denen es ihre Verhältniſſe geſtatten, einem oder meh⸗ rere Fremden Herberge zu geben und die auch die Abſicht haben, dieß zu thun, die ergebenſte Bitte, davon dem Comité gefällige Anzeige machen zu wollen. Damit Ihnen hierdurch keine Mühe verurſacht wird, iſt die Beſtimmung getroffen worden, daß einige Comitémitglieder, nämlich die Herren Bechſtein, Bin⸗ dernagel, Faatz, Jung, Hecht und Reuß, bei Ihnen per⸗ ſoͤnlich die Antwort auf die jetzt eben an Sie gerichtete Bitte in den nächſten Tagen holen. Dazu füge ich noch das weitere Erſuchen, daß, wenn ja Jemand übergangen werden ſollte, er das doch nicht uͤbel deuten, ſondern als völlig abſichtslos gütig entſchuldigen und dann bis zum Schluſſe des Monats Februar ſeine Meldung bei einem der zuletzt genannten Herrn machen möge.
Der Sekretär des Wetterauer Zweig-Vereins der
Guſtav-Adolf⸗Stiftung, Dr. L. Chr. Matthias.
Die allgemeine Noth betreffend.
Aus Grünberg ſchreibt man uns:„Dahier in Grün⸗ berg beſteht ſeit drei Wochen auch eine Suppenanſtalt, bei welcher täglich mehr als 100 Maas gute, nahrhafte Suppe an hieſige Arme, ſowie an durchreiſende Handwerksburſchen vertheilt werden. Die Geldmittel werden durch freiwillige Beiträge herbeigeſchafft. Die hieſigen Armen erkennen das Wohlthätige dieſer Anſtalt voll Dank an.“)— So wird die Noth nicht allein eine Lehrerinn für den Verſtand, ſie wird auch die Mutter der reinſten, edelſten Gefühle. In⸗ deſſen wäre zu wünſchen, daß neben ſo manchen unwirk⸗ ſamen Verordnungen auch ein Geſetz beſtünde, wornach die Vorräthe von Getreide unter öffentliche Aufſicht geſtellt würden. Man zwingt den Grundbeſitzer unter Umſtanden ſeine ſämmtlichen Ländereien zu öffentlichen Zwecken abzu— treten, man ſteigt in die Keller der Weinhändler und Spiri⸗ tusfabrikanten; warum darf man nicht auf die Kornböden der engherzigen Philiſter eindringen, da doch ein ſolcher Beſuch weit wichtiger wäre, als die ſ. g. Quartalaufnahme der Steuereinnehmer.“
Aus Darmſtadt wird uns geſchrieben:„In Bezug auf das Armenweſen hieſiger Stadt geſchieht ſehr viel und bedeutende Opfer werden gebracht“ Der Gemeinde⸗ vorſtand thut Alles, was in ſeinen Kräften ſteht. Schon über zwei Monate beſteht hier eine Suppenanſtalt, welche täglich an 5000 Portionen?“) unentgeldlich an Bedürftige austheilt. Die täglichen Koſten dieſer Suppenanſtalt be⸗ laufen ſich durchſchnittlich, ohne Brennmaterial und Verwal— tung, auf 59 fl. Außerdem erhalten die Armen Brenn⸗ material und warme Kleidung, und für die Arbeitsfähigen wird für Arbeit und Verdienſt auf mannigfache Weiſe ge—⸗ ſorgt. Auch ſind täglich Lokale geheizt, wo der weibliche Theil der Armen Beſchäftigung und Koſt finden. Vereine haben ſich gebildet, welche den Zweck haben, die ver⸗ ſchämte Armuth aufzuſuchen und kräftig zu nnterſtützen. — Die Armen loben dieſe reichlichen Unterſtützungen ſehr; dagegen ſind Andere, Wohlhabendere, welche das Armen— weſen hier tadeln. Ein junger Kaufmann, mit Namen Bambach, welcher vor einigen Jahren von Großgerau nach Darmſtadt übergeſiedelt und ſchon mehrmals als Gegner des hieſigen Bürgermeiſters aufgetreten iſt, hat es ſogar in
4) Daſſelbe können wir auch von der hieſigen Suppenanſtalt, bei wel⸗ cher in der Regel täglich 116 Portionen, à ½ Maas, ausgegeben werden, ſagen. 5 D. Red.
*) Soll wohl Schoppen heißen.
D. Red.
*. 42.
einem hieſigen Blatte offen angegriffen, ob mit Recht, kann ich nicht beurtheilen, da ich der Sache zu ferne ſtehe; dafür
ſind ihm nun von einer Anzahl Arbeiter, welche bei dem
ſtädtiſchen Straßenbau beſchäftigt waren, die Fenſter und Gegenſtände ſeines Ladens zertrümmert worden. Eine ziemliche Anzahl dieſer brutalen Beweisführer ſind noch den— ſelben Abend feſtgenommen worden und es wird ſich nun herausſtellen, ob ſie aus eignem Antrieb handelten, oder ob ſie von Andern dazu aufgereizt wurden, wie Manche glauben. Es unterliegt indeſſen keinem Zweifel, daß die Zahl der Armen hier immer größer wird und wohl in dem Zudrange zur Bürgeraufnahme und in der zu frühen Schließung von Ehen zu ſuchen iſt.“
Dan k fag
Meine Bitte, die ich vor einiger Zeit an edle Men⸗ ſchenfreunde gerichtet, iſt nicht vergeblich geblieben. Durch die Güte des Herrn C. Bindernagel habe ich die Summe von 29 fl. 4½ kr. empfangen. Wenn gleich durch dieſe Unterſtützungen das, was ich verloren, noch nicht völlig erſetzt worden, ſo haben mich doch ſolche Beweiſe einer herz⸗ lichen Theilnahme in meinem Vertrauen auf Den geſtärkt, der wohl züchtiget, aber ſich der Seinen auch erbarmt. Gottes Segen über Alle, die in meinem Unglücke ſich meiner angenommea.
Grunberg, den 31. Januar 1847.
Kaspar Heydt.
Kirchenbuchsauszug vom December 1846. Friedberg.
Getraute:
10. Heinrich Fink, hieſiger Bürger und Kreisraths-Büreau⸗ Gehülfe, ein Wittwer und Louiſe Marbach, des wei⸗ land hieſigen Bürgers und Dachdeckermeiſters, Georg Heinrich Marbach nachgelaſſene ehelich ledige Tochter.
26. Johannes Roth, hieſiger Bürger und Tapezierer, ein Wittwer und Maria Zerling, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters, Chriſtoph Zerling, ehelich ledige Töchter.
27. Chriſtoph Joſt, Bürger und Fuhrmann dahier, des hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Georg Joſt ehelich ledigex Sohn und Anna Katharina Bauſch, des Orts⸗ bürgers und Ackermanns Chriſtian Bauſch zu Nieder— wöllſtadt ehelich ledige Tochter.
Getaufte:
6. Dem hieſigen Taglöhner und Bürger zu Oſthofen, Philipp Konrad ein Sohn, Friedrich Auguſt, geb. den 20. Nov.
6. Dem hieſigen Bürger und Schloſſermeiſter Heinrich Rumpf ein Sohn, Heinrich, geb. den 2 Dez.
8. Dem hieſigen Bürger und Müllermeiſter Heinrich Dietz ein Sohn, Johann Georg, geb. den 4. Dez.
9. Dem hieſigen Bürger und Gerbermeiſter, Ernſt Philipp Philippi eine Tochter, Margaretha, geb. den 20. Nov.
13. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Chriſtian Berg ein Sohn, Georg Friedrich Konrad, geb. den 18. Nov. 5
13. Dem hieſigen Kreisbüreau⸗Gehülfen, Lorenz Stumpf eine Tochter, Suſanna Maria, geb. den 16. Nov.
13. Dem Ortsbürger zu Rodheim und Schäfer dahier Jo⸗
hannes Glanz, ein Sohn, Heinrich, geb. den 7. Dez. 20. Eine uneheliche Tochter Anna Katharina, geb. den 26. Nov.
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