Ausgabe 
3.3.1847
 
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r t d Butzbach

Nm 1847.

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FF

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ntelligenz-Blatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M13.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Zur Erhebung der Forſtſtrafen vom 1. Quartal d. J. ſind außer den hier in Friedberg ſtatt findenden be kannten Zahltagen, noch nachbenannte Termine beſtimmt: 1) zu Butzbach, bei Gaſtwirth Herrn Joutz: Dienſtag

den 9. März Morgens von 8 11 Uhr; a 2) zu Altenſtadt, bei Gaſtwirth Herrn Holzapfel: Mitt

woch den 10. März, Mittags von 12 3 Uhr; 3) zu Vilbel, in dem Rathhauſe: Freitag den 12. Marz,

Morgens von 10 12 Uhr.

Die Herren Bürgermeiſter der betreffenden Ortſchaften ſind um Bekanntmachung dieſes erſucht.

Friedberg den 27. Februar 1847.

Der Gr. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts Friedberg, Domainenrath Beau ß.

Der Bauer ſoll leſen.

Dieſes Wort hat neulich ein Volksfreund ans dem Hüttenberg in dieſem Blatte ausgeſprochen und ein Anderer, ich weiß nicht woher, hat daſſelbe aufgefaßt, um zur Grün⸗ dung von Leſevereinen zu ermuntern. Stimme ich auch mit den ſonſtigen geäußerten Anſichten des Hüttenbergers nun und nimmermehr überein, ſo hindert mich dieſes nicht, das Gnte, welches er wollte, zu erkennen. Daß auch un ſere Landleute zu ihrer Belehrung und Veredlung ihrer Sitten zweckmäßige Schriften ergreifen ſollen, habe ich ſchon vor Jahren(Nr. 40 und 41 Jahrg. 1844 d. Bl.) zu be⸗ weiſen geſucht. Auch war es an verſchiedenen Orten meines amtlichen Wirkens mein Beſtreben, Leſevereine zu begründen. Dabei habe ich nun die Erfahrung gemacht, daß der Sinn für das Leſen unter dem Volke noch nicht ſo verbreitet iſt, wie zu wünſchen wäre. Nur eine geringe Anzahl achtet nicht den Koſtenpunkt, um ſich während der Winterabende eine unterhaltende und nützliche Lectüre zu verſchaffen. Diejenigen aber, welchen die Beſchäftigung mit ſittlich re ligibſen Schriften beſonders heilſam und nothwendig wäre, welchen man vor Andern ein Reizmittel wünſchen ſollte, das ſie vor dem Wirthshausbeſuch u. ſ. w. zurückhalten könnte, ſchließen nur in ſelteuen Fällen ihren leſenden Mitbürgern

ſich an. Jedenfalls müſſen die beſtehenden Geſellſchaften darauf ihr Augenmerk richten, daß ſie für einen möglichſt geringen Beitrag Theilnahme gewähren können. Ich habe fruͤher 36 kr. für das Jahr in Vorſchlag gebracht, auch dieſe Summe möchte vielleicht noch zu beſchränken, wenig ſtens in kleineren Portionen zu erheben ſein. Um aber fuͤr weniger Geld etwas Gutes liefern zu können muß man auf ein anderes Auskunftsmittel denken. Dieſes glaube ich darin gefunden zu haben, daß einzelne Leſevereine enger ſich aneinander ſchließen und wechſelſeitig ihre Bücher ſich leihen. So thut es der hieſiige mit einem Nachbarverein, ſo daß beide ihren jährlichen Beitrag bedeutend ermäßigen konnten. Gleicherweiſe haben wir an den Zwickauer Verein uns ange ſchloſſen. Auch bin ich ſchon vor etwa Jahren mit der würtemberger Geſellſchaft in briefliche Verbindung getreten; doch iſt die Sache liegen geblieben, weil ich die Hoffnung hegte und darauf hinarbeiten wollte, daß eine größere An zahl heſſiſcher Vereine ſich betheiligen möchten. Ich kann darum die ſich durch die berührten Aufſaͤtze darbietende Ver onlaſſung nicht unbenutzt vorüber gehen laſſen, ohne wenig ſtens die in der Wetterau beſtehenden Leſegeſellſcha ften und andere Menſchenfreunde, welchen die ſittlich geiſtige Veredlung des Volkes am Herzen liegt, aufzufordern, zu gemeinſchaftlichem Wirken zuſam⸗ men zu treten. Es könnten hierbei die gemachten Er fahrungen mitgetheilt werden, man könnte ſich auf paſſende Bücher aufmerkſam machen; die Auswahl iſt ſchwierig, da alle nicht gemein verſtändlichen Bücher, alle aufregenden, religibſen und politiſchen Inhalts, alle ſolche, welche den Landmann ſeinem Geſichtskreiſe entziehen, alle, die ein wenn. auch verborgenes moraliſches Gift enthalten, entfernt bleiben müſſen. Auch würde man in weiterem Umfange die ſchon geleſenen Bücher austauſchen können, ſo daß die Koſten für neu anzuſchaffende ſich mindern. Beſonders wünſchte ich aber, daß auf dieſe Weiſe das Organ für deutſche Volksſchriften, welches in Berlin erſcheint, gemeinſchaftlich von den Vorſtehern der einzelnen Geſellſchaften gehalten werden konnte. Es ſollte mich freuen, wenn mein Vorſchlag Anklang fände. Iſt dieſes der Fall, ſo bitte ich, der Redaction dieſes Blattes fran kirte Mittheilungen zu machen. Es konnte alsdann Zeit und Ort zu einer Beſprechung feſtgeſetzt werden. Auch in dieſer Beziehung bitte ich Vorſchläge auszuſprechen. Nicht minder rede ich den vorgeſchlagenen Abendunterhaltungen das Wort. Hierbei bietet ſich Gelegenheit dar, dieſen und jenen Punkt aus den geleſenen Schriften zu erörtern und