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VI. Promotionen auf der Gr. Landesuniverſität Gießen. Die Doctorwürde in der innern und äußern Heilkunde haben erhalten: am 23. Aug. 1846 Ludwig Siebert, am 9. Decbr. Joſeph Syre, am 30. Decbr. Auguſt Gaßner ſämmtl. aus Mainz; die Doctorwürde in der Thierheilkunde am 7. Sept. 1846 Adolph Werner aus Großkarben. So⸗ dann wurde dem ausübenden Arzte Seubert zu Mainz, gebürtigt aus Wallthüren, welcher am 9. Nov. 1796 von der Univerſität Mainz die Doctorwürde erhielt, nach Verlauf von 50 Jahren, am 9. Nov. 1846 ein Jubeldiplom ausgefertigt.— Die juriſtiſche Doctorwürde haben er⸗ halten, am 28. Jan. Hugo Schmitt aus Mainz; am 15. März David Levi aus Worms.
VII. Dienſtnachrichten. Am 23. März wurde dem Geh.⸗ Secretär bei dem Miniſterium der Finanzen Schleier macher die ſpecielle Aufſicht über das zu dem Muſeum gehörige phyſtkaliſche Cabinet, ſowie ü rer die Sammlungen der Kupferſtiche und Mineralien hierin, unter der oberen Leitung des Directors des Muſeums, übertragen; 6. April der Hofgerichtsrath Knorr zu Gießen zum Mitgliede und Rath bei dem Oberappellations⸗ und Caſſtonsgerichte und der Hofg.⸗Secr. Krug zu Gießen zum Aſſeſſor mit Stimme bei dem Hofgerichte daſelbſt, ſo dann der Rechnungsreviſor bei der 1. Abth. der Juſtificatur der Rechnungs⸗ kammer, Eckhard, zum gemeinſchaftlichen Dirigenten für die 1. und 2. Abth. der Rechnungskammer⸗Juſtificatur ernannt und demſelben der Cha⸗ rakter als„Rechnungsrath“ verliehen; dem Schulvicar Keipper zu Frieſenheim die evang. Schullehrerſtelle daſ. übertragen.
VIII. Charakterverleihungen: Am 26. März dem Unter⸗ rechner auf dem Braunkohlenwerke zu Dorheim Hamm als„Material⸗ Verwalter“, 30, dem evang. Pfarrer, Inſpector Glöckner zu Kirtorf, — ſeiner langjahrigen und ſegensreichen Dienſte, als„Kirchen⸗ rxath /.
IX. Dienſtentlaſſung: Am 25. März der evang. Schullehrer Mengel zu Griedel auf Nachſuchen.
X. In den Ruheſtand wurden verſetzt: Am 6. April der Ober⸗ appellations⸗ und Caſſationsgerichtsrath Krug von Nidda, auf ſein Nach⸗ ſuchen wegen geſchwachter Geſundheit, unter Anerkennung ſeiner lang⸗ jährigen treuen Dienſte.
XI. Concurrenz für: die vereinigte evang. Schullehrerſtelle zu Silberg und Hommertshauſen, Kr. Biedenkopf, mit 312 fl.
XII. Geſtorbenſind: Am 30. Nov. 1846 Schullehrer Moxter J. zu Kaichen; 24. Jan. Schullehrer Schmidt zu Aſſenheim; 21. März evang. Pfr. Frank zu Egelsbach: 29. evang. Pfr. Walther zu Cſcholl⸗ brücken; 30. evang. Pfr. Spamer zu Crainfeld; 13. April Phyſikats⸗ arzt, Hofrath Dr. Marſchall zu Offenbach.
1 Aus dem Kreiſe Hungen, im April 1847.
Die Aktionäre der Sparkaſſe zu Hungen haben dieſer Tage 1000 fl. an die Gemeinden des Land- gerichtsbezirks Hungen vertheilt, damit davon Saatfrüchte und Setzkartoffelnfür ärmere Grund— beſitzer angeſchafft werden. Dieſe Handlung aner— kennenswerther Uneigennützigkeit glaubt Einſender— der in keiner Weiſe bei dieſer Sparkaſſe betheiligt iſt— den gedachten Actionären zur Ehre, andern zum Vorbild, hier— mit zur allgemeinen Kenntniß bringen zu müſſen.
Kaſt anienbrod.
Hr. Weber⸗Oberzunftmeiſter Chriſtian Rees in Lud⸗ wigsburg hat an die Centralleitung des Wohlthätigkeits⸗ vereins in Stuttgart Brod eingeſendet, das zur Hälfte aus Getreidemehl, zur Hälfte aus Kaſtanienmehl gebacken
worden iſt und ganz gut und ſchmackhaft befunden wurde.
Die Bereitungsart dieſes Brodes gibt derſebe auf folgende
Weiſe an:
„Reife wilde Kaſtanien(Roßkaſtanien) werden ge⸗ ſchält und in Würfel geſchnitten, dann gedörrt und ſofort in die Mühle gebracht. Das auf dieſe Art gewonnene Mehl wird nun auf folgende Art gereinigt. Ein Simri Mehl thut man in einen Zuber, gießt 4 Simri Waſſer(entweder Fluß⸗, Regen oder weiches Brunnenwaſſer) daran, rührt ſolches durcheinander, läßt es ſodann acht Stunden ſtehen und wiederholt, nachdem man das Waſſer abgegoſſen hat, dieſes Abſchwemmen neun- bis zehnmal, wobei es jedesmal acht Stunden zu ſtehen hat. Das auf dieſe Art behandelte Mehl iſt nun von dem vorher darin enthaltenen Bitterſtoff ꝛc. befreit, wird ſodann in ein Tuch gethan, damit die Flüſſig⸗ keit vollends abläuft, und dem Bäcker übergeben, welcher es auf die gewöhnliche Weiſe verbackt. Nimmt man zu dieſem Simri Kaſtanienmehl ein Simri gewöhnliches Korn— mehl, ſo wird es ein ſehr gutes geſundes Brod geben; doch kann auch ſchon aus drei Theilen Kaſtanien- und einem Theil Kornmehl ein gutes Brod gebacken werden.“
Wir bemerken hiezu, daß uber die Nahrhaftigkeit eines ſolchen Brodes wohl kaum ein Zweifel obwalten dürfte, da bekanntlich die Roßkaſtanien ſehr viel Stärkmehl und andere nährende Stoffe enthalten, weßhalb ſie auch überall, wo man ſie in größerer Menge haben kann, längſt als vorzügliches Maſtfutter für Vieh jeder Art benützt werden. Man ver⸗ füttert ſie gewöhnlich geſchroten in Vermengung mit Häcker⸗ ling, Gerſtenſchrot ꝛc., roh oder gekocht; im gekochten Zu⸗ ſtand ſollen ſie dreimal ſo gut als Kartoffeln nähren. Auch ihre Benutzung als Brodſurrogat iſt nichts Neues, aber ihr Werth in dieſer Hinſicht wird durch das ſehr umſtänd⸗ liche Verfahren, das die Befreiung des Kaſtanienmehls von ſeinem Bitterſtoff erfordert, vermindert und beſchränkt ſich natürlich nur auf diejenigen wenigen Orte bei uns, wo ſich die Roßkaſtanie in größerer Zahl vorfindet.
ö(Wochenblatt fur L. u. H.)
Kirchenbuchsauszug vom Februar 1847. Ulrichſtein.
Getraute:
16. Der hieſige Ortsbuͤrger und Ackermann Heinrich Appel, des hieſigen Bürgers und Beigeordneten, ſowie Acker⸗ manns und Schmieds Conrad Appel, ehelich lediger Sohn und Eliſabetha Neeb, des Ortsbürgers und Acker⸗ manns Johannes Neeb zu Helpersheim eheliche ledige Tochter.
Getaufte:
28. Dem hieſigen Bürger und Schreiner Johannes Dietz
ein Sohn, Heinrich Caspar, geb. den 24. Januar.
Beerdigte:
15. Ein uneheliches Söhnchen, Conrad, alt 26 Tage, 7 den 12. Febr.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
N οτττ Frucht ⸗Verſteigerung. (655) Dienſtag den 4. Mai l. F., von Mor⸗ gens 10 Uhr an, ſollen zu Münzenberg von
dem Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſchen Speicher daſelbſt, etwa: N N 1
13 1 1846r Ernte, in Quantitäten von 2— 5 Malter, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Auf Verlangen kann Creditgebung nach den bei der Verſteigerung eröffnet werdenden Be⸗ dingungen, ſtatt finden.
Aſſenheim den 22. April 1847.
Gräfl. Solms-Rödelheim'ſche Fruchtperwaltung daf.
Glaͤubiger aufruf.
(627) Die Ehefrau des Johannes Mül⸗ ler, Wirth zu Rüddingshauſen, früher zu Höingen wohnhaft, hat um Sicherſtel⸗ lung ihrer Illaten gebeten, und es hat die hierauf von Gerichtswegen angeordnete Ver⸗ mögensunterſuchung eine Ueberſchuldung von 1140 fl. ergeben. g
Da hiernach der Ausbruch eines Concurſes unvermeidlich ſein würde, wenn nicht die ge⸗
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