Ausgabe 
26.9.1846
 
Einzelbild herunterladen

304 K.

nicht aufmerkſamer und kluger gemacht haben. Es wird darum gewiß nicht mißverſtanden werden können, wenn der Einſender dieſes ſich erlaubt, hiermit die größte Vorſicht auf Licht und Feuer ſelbſt und auf das Geſinde, namentlich das in Stall und Scheuer beſchäftigte, nachdruͤcklichſt in Er⸗ innerung zu bringen als eine Pflicht, die ebenſowohl die Liebe gegen ſich ſelbſt, als die zu den Nächſten gebietet.

Heſſenbrückenhammer am 7. Sept. 1846.

Der Mäßigkeitsverein in den Kreiſen Grünberg und Hungen hielt heute ſeine Jahresverſammlung. Aus verſchied⸗ nen Rückſichten war die Zuſammenkunft auf eine Nachmit⸗ tagsſtunde feſtgeſetzt worden, und dieſe Beſtimmung fand um ſo mehr allgemeinen Beifall, als der genannte Verein

anz beſonders die Wünſche der Landwirthſchaft treibenden Müglieder beachten muß.

Das Wetter war heute zwar für den Spaziergänger ſehr einladend, allein zugleich lockte es den Landwirth nach ſeinen Wieſengründen, auf denen der Ertrag der zweiten Ernte, wenn auch nicht in reicher Fülle, doch in trefflichſter Qualität ſich zeigte. Und ſo kam es, daß die heutige Ver⸗ ſammlung nur wenige Landleute in ihrer Mitte ſah, wahrend dagegen ehrenwerthe Freunde der guten Sache aus der Nähe und der Ferne herbeigeeilt waren, um als Gäſte der Sitzung beizuwohnen und dadurch ihr Intereſſe an dem Zweck des Vereins zu bethätigen. Der Präſident eröffnete die Sitzung durch eine herzliche Anſprache an die Verſamm⸗ lung, worin er über die Schickſale, Leiſtungen und Erfah⸗ rungen des Vereins kurze Mittheilungen gab und bei allen Anweſenden die Ueberzeugung weckte, daß das neunjährige Wirken der Geſellſchaft zwar nicht von glänzenden Reſul⸗ taten begleitet war, aber doch im Stillen gar manche gute Frucht getragen hat. Mehr als eine Familie ſegnet einen Verein, der den verirrten Vater wieder auf den Weg der Nüchternheit und der Thätigkeit zurückgeführt hat, ja ſelbſt viele der vormaligen Gegner der guten Sache laſſen dem redlichen Streben, der unverdroſſenen Beharrlichkeit, die bei den Vereinsmitgliedern ſich zeigt, die vollſte Anerkennung zu Theil werden.

Unter den mannigfaltigen, meiſt die Leitung der Ver⸗ einsangelegenheiten betreffenden Beſchlüſſen des heutigen Tages heben wir noch die Beſtimmung hervor, daß im Jahr 1847 eine Generalverſammlung in Friedberg gehalten werden ſoll. Wir wüunſchen, daß dieſe Zuſammenkunft von recht vielen Freunden der Mäßigkeitsſache beſucht werden möge und daß namentlich alle die wackren Mitſtreiter er ſcheinen können, die in andern Theilen unſres geliebten Vater⸗ landes ähnlichen Beſtrebungen ihre Kraft gewidmet haben.

Der uns Allen ſo theure Berg des Friedens, an den für ſo viele Hirten und Bildner des Volkes die freundlich ſten Erinnerungen ſich knüpfen, möge uns zu einem Rütli werden, auf dem die Gleichgeſinnten einander die Hand reichen, welche von der Schwalm und der Weſchnitz, der Eder und der Modau, der Horloff und der Nahe nach der freundlichen Wetterau eilen werden. Es gilt ja einen Kampf wider eine verderbliche Seuche, deren Pfeile im Finſteren fliegen und die an dem Frieden, dem Wohlſtand, der Kraft des Volkes nagt.

Nur Beharrlichkeit leitet zum Ziele, nur Muth fuhrt zum Sieg, nur freudiges Vertrauen bringt den rechten Segen!

Kirchenbuchs⸗Auͤszuge vom Auguſt 1846. I. Laubach.

Getraute: 16. Auguſt Leonhardt Georg Wendeberg, Buͤrger und Weiß⸗

gerbermeiſter in Schotten mit Antoinette Bernhardine Henriette Roos, Heinrich Kühn's Wittwe dahier.

Getaufte:

2. Dem Präceptor Konrad Heinrich Neuſchäfer ein Sohn, Heinrich Chriſtian, geb. den 4. Juli. 9. Dem Bürger und Maurer Carl Heinrich Göbel eine Tochter, Margarethe, geb. 24. Juli. Beerdigte: 5. Jacob Seitz, Burger und Leinweber, alt 38 Jahre, 6 Moy. und 23 Tage, t den 3. d. M. 5. Chriſtiane Göbel, des Bürgers und Schuhmachers Joh. Georg Göbel Töchterchen, alt 1 Jahr, 4 Mon. und 18 Tage, r den 3. d. M. f 0 7. Magdalene Franck, des Burgers und Küfers Johannes Franck Töchterchen, alt 7 Monate, 7 den 5. d. M. 9. Chriſtiane Beppler, des Bürgers und Taglöhners Chri⸗ ſtian Beppler Töchterchen, alt 10 Mon., f den 6. d. M. 11. Joh. Philipp Hildebrand, des Gräfl. Haushofmeiſters dahier Johann Philipp Hildebrand lediger Sohn, Geo⸗ meter, alt 40 Jahre, 11 Monate und 4 Tage, 7 den 9. di M. und beerdigt in Watzenborn. 12. Heinrich Deſch, des Burgers und Schneiders Johann Georg Deſch Söhnchen, alt 1 Jahr, 3 Mon. und 2 Tage, 1 den 10. d. M. 1 i 15. Philipp Palitzſch, des Burgers und Sattlermeiſters Konrad Palitzſch Söhnchen, alt 2 Mon. und 19 Tage, T den 12. d. M. a

19. Margarethe, Wilhelm Colombe's, Bürgers dahier, Ehe⸗ * alt 34 Jahre, 6 Mon. und 2 Tage, k den 17.

18. Chriſtian Seitz, des Bürgers und Schuhmachers Johs. 10 0 1 Söhnchen, alt 1 Jahr und 13 Tage, t den

28. Juliane Krämer, des Bürgers und Schneiders Carl alt 3 Jahre und 11 Tage, t den 25. d. M.

II. Friedberg. Getraute:

2. Konrad Scheuer, hieſiger Burger und Poſtillon, ge⸗ bürtig von Eudorf, Kreiſes Alsfeld, und Margaretha Jaux, des weiland hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Philipp Schimpf eheliche Tochter, nachgelaſſene Wittwe von Caspar Jaux. 5

4. Ludwig Friedrich Bauer, Gr. Heſſ. Gräfl. Erbach⸗ Fürſtenauiſcher Mitprediger zu Michelſtadt, des daſigen Gr. Decans Friedrich Bauer ehelich lediger Sohn und Emilie Louiſe Sybille Crößmann, des Gr. Directors

des evang. Predigerſeminars dahier, Dr. Philipp Peter

Crößmann eheliche ledige Tochter.

23. Johann Heinrich Engel, Burger, Metzgermeiſter nnd Wirth dahier, ein Wittwer, und Eliſabetha Zimmer⸗ mann, des weiland hieſigen Bürgers und Weißbinder⸗ meiſters Heinrich Zimmermann nachgelaſſene eheliche Tochter.

1 Getaufte:

2. Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Franz Rup⸗ pel ein Sohn, Karl Ludwig, geb. den 11. Juli.

2. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Conrad Scheig eine Tochter, Catharina Eliſabetha, geb. den 21. Juli

2. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Martin Heß ein Sohn, Martin, geb. den 26. Juli.

2. Dem hieſigen Burger und Schneidermeiſter Otto

=

8 S oer ee

S