Ausgabe 
22.7.1846
 
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blick von Menſchen, die auf dem Feldberg an den Spiel⸗ tiſch treten können, verdorben war, ſie aber noch gut genug ſchien, an dem zur unnützen Modeſache gewordenen Turn⸗ weſen mich zu beluſtigen, ſo drängte ich mich in den für die Turner aus Steinen gelegten Feſtkreis. Es kamen noch Turn⸗ und Geſangvereine, denen man Gut Heil zurief. Die Turner waren in weißen Hoſen und Jacken, und hatten Hüte von grauem Filz. Die Fahnen ſteckten in dem Kreis und flatterten hoch in der Luft. Eine trug ſogar in ihren vier Zipfeln die Worte frei, friſch, from m, fröhlich. Nun ja, denke ich, die Ausſicht könnte etwas freier von Wolken ſein; friſch iſt es, beſonders wenn man linnene Hoſen trägt; und fröhlich geht es auch her; aber die Fröm⸗ migkeit wird doch zu den Seiltänzereien der Turner mit den Haaren herbei gezogen! Ein merkwürdiger Wahlſpruch! Ein lächerlicher obendrein! Indeſſen reizt die Neuheit einer Sache, und wo Turner ſich lagerten, lagerte ich mich auch.

1 226. Comité fur 1847, und da doch meine Stimmung beim An⸗

Ich beurtheile ſeit der Feldbergsreiſe das Turnweſen anders. Die Turner waren ſo herzlich, ſie theilten ihre Speiſevorräthe mit der größten Gaſtfreiheit, ſie lebten in brüderlicher Ein⸗ tracht, ſo daß ſie mir doch nicht übel geſtelen. Ja, das Turnweſen ſchien mir manch ſchöne Seiten zu haben, Männer aller Stände, verſchieden von Beruf, Vermögen, Alter und Bildung, in Einer Kleidung, gleich einfach und mäßig, in ungezwungenem, freundſchaftlichem Verkehr! Doch nährt das Turnweſen vielleicht einen gewiſſen Kaſtengeiſt, und die Turner ſehen wohl auf einen hinkenden Boten mit Ver⸗ achtung herab? Es fiel mir ein Verschen ein aus dem Lied: Der Burſch von ächtem Schrot nnd Korn.

Weh dir, wenn du dich zu ihm drängt

Im parfümirten Rock!

Er ſchimpfet dich Pomadehengſt,

Dir droht ſein Knotenſtock.

(Schluß folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.

0. ν

Bekanntmachung.

(1026) Wegen Erbvertheilung will Mon⸗ tag den 24. Auguſt d. J., Vormittags 10 uhr, die Job. Adam Schmidts Wittwe und deren großjährigen Kinder zu Ruppertenrod auf der Niklaus⸗ Mühl ihre Mühle nebſt dem dabei gelegenen Gut von 40 Morgen, 83 Klafter Acker und 13 Morgen, 67 Klafter Wieſen, auf der Mühle ſelbſt, unter vortheilhaften Be⸗ dingungen, meiſtbietend verſteigern laſſen.

Die Mühle liegt bei Ruppertenrod im Ohm⸗ thale, 2 Stunden von Grünberg, bat einen Mahl und Schlaggang und befindet ſich in zutem Stande. 5

Nuppertenrod am 29. Juni 1846. Der Gr. Heſſ. Freih. Riedeſel. Burgermeiſter a Otterbein.

Arbeils ⸗Verſteigerung.

(1107) Freitag den 24. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr ſollen die bei Unterhaltung der Gemeindegebäuden und Vicinalwege vorkom⸗ mende Arbeiten und Lieferungen, als:

auerarbeit, veranſchlagt zu 27 fl. 48 kr.

immerarbeit, 7 0 5 Weiß binderarbeit, 7 7. 43 Schloſſerarbeit, 7. Dachdeckerarbeit, 5 5 Steinhauerarbeit, 41 26

die Lieferung von 16 Bütten Kalk, 1000 Back⸗

ſteinen, 250 Ziegeln, 1,2 Kubikklafter Mauer⸗

ſteine, 0,5 Kubikklafter Mauerſand, 6,9 Ku⸗

bikklafter Kiesſteine, ſowie die an den Vici⸗

nalwegen erforderlichen Hand⸗, Planir- und

Ehauſſirarbeiten,

öffentlich wenigſtnehmend vergeben werden.

Ober erlenbach am 17. Juli 1846.

Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Ohmeis.

Bekanntmachung.

(1065) Konrad Rühl, Johs Sohn von e iſt von Gr. Hofgerichte zu Gie⸗ en für einen Verſchwender erklärt und von dem unterzeichneten Gerichte unter Curatel des Heinrich Keil I. von Feldkrücken geſtellt worden. Man bringt dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß Konrad Rühl ohne Zuſtimmung ſeines Curators Rechtsge⸗ ſchaͤfte gültig nicht eingehen kann, und for⸗ dert zugleich alle Diejenigen, welche Forde⸗ rungen an denſelben haben, auf, dieſelben ſo⸗ gewiß den 13. Auguſt l. J., Morgens 8 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, widri⸗

genfalls ſie bei der Richtigſtellung des Inven⸗ tars nicht berückſichtigt werden. ülrichſtein am 9. Juli 1846.. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Brück.

Gläubiger Aufforderung.

(10 ueber das hinterlaſſene Vermögen des zu Queckborn verſtorbenen Zimmer⸗ meiſters Johannes Müller dat Gr. Hof⸗ gericht zu Gießen den Concurs erkannt, weß⸗ halb alle, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche irgend einer Art an das um 1138 fl. 4 kr. überſchuldete, nur 380 fl. 29 kr. be⸗ tragende Vermögen zu bilden beabſichtigen, hiermit aufgefordert werden, ſolche bei Mei⸗ dung des ſonſt ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe Donnerſtag den 27. Auguſt d. J., Vormittags 9 Uhr,

dahier anzuzeigen und zu begründen.

Auch ſoll alsdann die Gute verſucht und über die Wahl eines Maſſepflegers, Gläu⸗ bigerausſchuſſes u. ſ. w. verhandelt werden. Alle nicht perſönlich erſcheinende Liquidanten werden in Bezug auf die angedeuteten Punkte als der Mehrzahl der Erſcheinenden beitretend angeſehen werden.

Grünberg den 21. Juni 18465.

Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker.

Edietalladung.

(1063) Der verſtorbene Conrad Belzer zu Utphe ſchoß der Gemeinde Utphe unterm 25. April 1804 ein Kapital von 500 fl. vor und ſoll der hierüber ausgeſtellte Schuldſchein ver⸗ loren gegangen ſein. Es werden daher alle diejemgen, welche Rechte irgend einer Art dar⸗ aus ableiten zu können vermeinen, hiermit öffentlich aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 60 Tagen a dato dahier geltend zu machen, als ſonſt ſie damit ausgeſchloſſen werden und die Schuldurkunde für nicht mehr gültig er⸗ klärt wird. Laubach den 6. Juli 1846. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhardt.

Edietalladung.

(106) Im Freienſeener Gerichts⸗ und Ortshypothekenbuch ſtehen noch die zu der Bei⸗ lage zu Nr. 138 der Gr. Heſſ. Zeitung vom 19. Mai d. J. näher bezeichneten Hypothek⸗ einträge offen, obgleich es ſehr wahrſcheinlich gemacht iſt, daß die Capitalien abgetragen und die Verpfändungen alſo erloſchen ſind. Wer daher aus dieſen Verpfändungen, beziehungs⸗ weiſe den desfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, hat dieſelben ſo

gewiß binnen ſechs Wochen von heute an bier geltend zu machen als ſonſt jene Ein⸗ träge für erloſchen erklärt und im Hypotheken buche geſtrichen werden.

Gleichzeitig werden alle Diejenigen, welche nicht ſchon früher von dem be⸗ ſtellten Commiſſär, Actuariatscan⸗ didaten Bauer, aufgefordert worden ſind, oder demſelben ihre Urkunden vorgelegt baben, gleichwohl eine noch rechtsgültige auf irgend ein Objekt in der Gemarkung Freienſeen radi⸗ cirte gerichtliche pfandurkunde be⸗ ſitzen, hiermit vorgeladen, ſolche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in be⸗ glaubigter Abſchrift dahier vorzulegen, als ſonſt etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypothekenbuch nicht aufgenom⸗ men werden und ſie ſich die des fallſigen Nach theile ſelbſt zuzuſchreiben haben.

Laubach den 4. Juli 1846. 5

Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhardt.

Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn, Section Butzbach.

Erdarbeiten.

(10810 Donnerſtag den 23. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden im Gambacher Wald drei planirlooſe, veranſchlagt zu 2015 fl., 191 fl. und 335 fl., an die Wenigſtbietenden öffentlich verſteigert. Die Zuſammenkunft iſt an dem Uebergang des Weges von Gam⸗ bach nach Pohlgöns. 5 Butzbach den 13. Juli 1846.. Der Großh. Sections⸗Ingenieur Meyer. Edietal ladung. (1095) Nach dem Flurbuche der Gemar⸗ kung Ober⸗ und Niederrosbach ſind den von Waitziſchen Erben in Nauheim unter pag. und Nr. 34½6, 1603/19, 2259/12, 2627/72. 2627/73 mehrere Grundſtücke zugeſchrieben, welche nach vorgelegtem Auszuge aus dem Oberrosbacher Contractenprotocolle bereits am 3. März 1803 auf Anſtehen des Fürſtl. Heſſen Kaſſeliſchen Salz, und Bergwerksdirec⸗ kors Geh. Rathes Waitz von Eſchen öffentlich verſteigert und von C. Dieter reſp. Johannes Bullmann J., J. G. Roß, Gerichis ſchöͤff Jacobi und Gerichtsſchöff Grob in Niederrosbach er⸗ kauft worden ſind. Die Käufer beſitzen noch keine Eigenthumsurkunde über jene Grund⸗ ſtücke, und wer die von Waitziſchen Erben ſeien, iſt nicht bekannt. Indeſſen hat der Freiherr Carl Sigmund Waitz von Eſchen zu Caſſel, unter der Verſicherung, daß er ein⸗ ziger Erbe des Immobiliarnachlaſſes des Ver⸗

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