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Großherzoglich Heſſiſche Taubſtummen-Anſtalt zu Friedberg.
Dieſelbe beſteht gegenwärtig aus 61 Zöglingen, näm⸗ lich: 36 Knaben und 25 Mädchen. Außer dieſen befinden ſich noch 7 Knaben hier, die der Anſtalt entlaſſen ſind, und durch Unterſtützung der Taubſtummenkaſſe Profeſſionen ler⸗ nen, noch ſtets unter der Direction der Anſtalt ſtehen, von derſelben bewacht und zu der Taubſtummen-Sonntagsſchule gezogen werden, ſo lange ſie in der Lehre ſtehen, und ſollten ſie auch als Geſellen hier noch bleiben, ſo geht dieſe Für⸗ ſorge für ſie doch fort. Eine Wohlthat für dieſe Unglück⸗ lichen, die ſo großen Nutzen für ſie bringt, als der 6jährige Aufenthalt in der Anſtalt. Sehet, Ihr edlen Menſchenfreunde! das ſind ſchon die herrlichen Früchte Eures mildthätigen Sinnes den Ihr in Euren Beiträgen zu dieſer Taubſtummenkaſſe beweiſet. Es iſt erfreulich, ja ruͤhrend, wie aus allen Kreiſen unſers Großherzogthums dieſe Beiträge und von allen Dekana⸗ ten der chriſtlichen Konfeſſionen und den Vorſtehern der Synago⸗ gen die Kollekten ſo reichlich eingehen. Noch einige Jahre, dann iſt ein Kapitalfonds vorhanden, aus deſſen Zinſen alle nach⸗ folgenden Taubſtummen, die der Anſtalt entlaſſen werden, dieſer Wohlthat ſich erfreuen können, wie jetzt die 7 Lehrjungen.
O Dank Euch! Ihr lieben Wohlthäter unſrer Taub⸗ ſtummen! Gottes Lohn und Segen werde Euch dafür dieſſeits und jenſeits!
Die diesjährige öffentliche Prüfung unſrer Taubſtum⸗ men findet nach Höchſter Verfügung am 26. März, Vor⸗ mittags von 8—12 Uhr, auf hieſigem Gemeindehauſe ſtatt, wozu Unterzeichneter alle Freunde unſrer Anſtalt höflichſt
einladet. Ja, kommen Sie geiſtliche und weltliche Beamten,
Lehrer und Lehrerinen, Herren und Frauen, Buͤrger und Bürgerinen unſrer Stadt und der Umgegend, und ehren Sie durch Ihren freundlichen Beſuch die in unſern Taubſtummen ſich heranbildende Menſchheit. Fuͤrchten Sie ſich nicht vor den Mißtönen, die Ihr Ohr verletzen könnten. Wir haben ſehr angenehm ſprechende Schüler. Sind doch in dem gro⸗ ßen Natur⸗Conzert auch nicht lauter Nachtigallen⸗, ſondern auch Raben⸗ und anderer Thiere Töne zu vernehmen, die alle ihren Schöpfer mit denſelben loben und preiſen! Auch darf Ihr Mitleid mit denſelben nicht zu ſehr in Anſpruch ge⸗ nommen werden, denn dieſe Kinder fühlen ſich durchaus nicht unglücklich, und ſtehen in geiſtiger und leiblicher Pflege ſo verſorgt, wie die Vollſinnigen, in Ihrer Mitte. Friedberg am 14. März 1846.
Der Direktor der Großh. Heſſ. Taubſtummenanſtalt Roe
Kirchenbuchs-Auszug vom Januar 1846. Ulrichſtein.
Getraute: Keine. Getauft e:
11. Eine uneheliche Tochter, Caroline Eliſa, geb. den 10. Dezember 1845. 8
Beerdigte: Keine.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
A
Oeffentliche Bekanntmachung.
(301) Die Adam Windeckers Wittwe zu Bellmuth iſt von Gr. Hofgericht zu Gießen für eine Verſchwenderin erklärt worden, was mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, daß dieſelbe ohne Zuſtimmung des ihr beigegebenen Curators Johannes Al— bus III. zu Bellmuth keine ſie verpflichtende Rechtsgeſchäfte vornehmen kann.
Zugleich werden alle! Diejenigen, welche an gedachte udam Windeckers Wittwe oder an den Nachlaß ihres im vorigen Herbſte ver⸗ ſtorbenen Ehemannes Adam Windecker For⸗ derungen oder ſonſtige Rechtsanſprüche haben, bierdurch aufgefodert, ſolche in dem auf Freitag den 3. April l. J., Morgens
9 Uhr, anberaumten Termin bei unterzeichnetem Ge⸗ richt anzuzeigen.
Nidda am 20. Februar 1846.
Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Kattrein.
Edietalladung.
(8715) Das Großh. Hofgericht der Provinz Oberheſſen hat gegen den Bäcker Karl Fran⸗ kenbach zu Rockenberg den förmlichen Concurs⸗ proceß erkannt und mit deſſen Leitung das unterzeichnete Landgericht beauftragt. Es wer⸗ den daher Alle, welche dingliche oder perſön⸗ liche Anſprüche gegen denſelben reſp. gegen
die Concursmaſſe geltend machen wollen, hier⸗ durch aufgefordert, ſolche bei Vermeidung des ſonſt eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe, in dem auf Montag den 27. April l. J., Morgens 9 Uhr,
beſtimmten Liquidationstermin anzumelden und zu begründen.
In demſelben Termin ſoll ein Maſſepfle⸗ ger und ein Gläubigerausſchuß erwählt, auch die Guͤte verſucht werden, weßhalb diejenigen, welche ſich durch Bevollmächtigte vertreten laſſen wollen, ihre Vollmachten auch darauf zu richten haben, widrigens falls ſie dem von der Mehrzahl der Erſchienenen gefaßt werdenden Beſchluß als beigetreten werden betrachtet wer den.
Butzbach, den 27. Februar 1846. Großh. Heſſ. Landger icht das. Mosler. Calmberg.
Aufforderung.
(386) Ausweislich zweier Eintrage im ge⸗ richtlichen Pfandbuche für Rupertenrod haben
1) Alexander Philippi sen. zu Ruppertenrod und deſſen Frau Anna Maria, geb. Schloſ⸗ ſer, am 14. May 1803 bei Präceptor Bätz in Oberohmen 100 fl. geliehen und neben Beſtellung einer Generalhypothek beſonders verpfändet.
25/55, 60 Rth. 8 Sch. Wieſe auf dem Dümpfel, 49/6, 7 3„ Wieſe unterm Mühl⸗ graben,
2) Alexander Philippi Wittwe zu Rupper⸗ tenrod und deren älteſter Sohn am 13. Juli 1804 bei Johannes Reitz auf dem Stockhäuſer Hof 50 fl. geliehen, denſel⸗
ben generell ihr geſammtes Vermögen, ſpeciell aber: 74% 9, 31 Rth. 12% Sch. Wieſe in Bögen, 20%, N„ 15„ Acker auf dem
1 Riedloche, verpfändet.
Beide Capitalien ſollen abgeführt, die Schuld⸗ urkunden aber nicht beizubringen ſein, und es iſt deßhalb um Löſchung der Einträge dahier nachgeſucht.
Wenn hiernach Jemand Anſprüche an dieſe Schuld⸗ und Pfandverſchreibungen reſp. die Einträge im Pfandbuche machen will, ſo hat er dieß ſo gewiſſer binnen 6 Wochen dahier anzuzeigen, als ſonſt die Löſchung derſelben erfolgt.
Grünberg deu 28. Februar 1846.
Großh. Heſſ. Landgericht daf. Welcker. Thaler.
Oeffentliche Aufforderung.
(3833) Die Erben des ledig verſtorbenen Ernſt Chrioph Chelius dahier haben den Nach⸗ laß unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten.
Forderungen an denſelben ſind deßhalb bin⸗ nen ſechs Wochen dahier anzuzeigen, gegenfalls bei der Inventur und Vertheilung des Nach⸗ laſſes darauf keine Rückſicht genommen wer⸗ den wird.
Butzbach den 26. Febrnar 1846.
Großbh. Heſſ. Landgericht daſ. Mosler. Dr. Irle.
Bau- und Werkholzverſteigerung.
(422) In dem Revier Arnsburg, Diſtrikt Hard, ſollen Freitag den 27. März, Morgens
beim un dem Die besten bietenden,
(62¹˙ um 11 Auftrag merſchen Fauerba Zeitraun meiſibiel.
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Eich. (6125) Uhr, w das dies dem 22. Dickerbuſ Meſſtoiete
Einſicht zwiſchev be Ni. 9, Herrſchaf
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