Ausgabe 
20.6.1846
 
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Intelligenz-Blatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

2

M 47.

1 Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes.

Betreffend: Die Arretirung des Johannes Pitz, Friedrich's Sohn, von Kleinſeelheim in Kurheſſen.

Der bei Kurf. Heſſ. Juſtizamte Kirchhain in Unter⸗ ſuchung befangene, nachſtehend ſignaliſirte Rubrikat hat ſich vor Kurzem aus ſeiner Heimath entfernt und hat deßhalb bis jetzt nicht verhaftet werden können. Ich weiſe Sie an, auf denſelben fahnden, ihn im Betretungsfalle arretiren und an mich abliefern zu laſſen.

Grünberg am 15. Juni 1846.

In Abweſenheit des Gr. Kreisraths: v. Rabenau.

Signalement.

Alter: etwa 29. Jahre Größe: 5 5 Haare: dunkelblond Augenbraunen: dunkelblond Naſe ſpitzig Mund: gewöhnlich Zähne: gut Geſicht: länglich Geſichtsfarbe: geſund, friſch Bart: keinen Statur: ſchlank Beſondere Zeichen: keine.

Juriſtiſche Fragen.

Durch die in neueſter Zeit an vielen Orten entſtan⸗ denen Schiedsgerichte ſind auch die Nicht⸗Juriſten auf ſolche Gegenſtände aufmerkſam geworden, welche beſonders leicht zu langwierigen Proceſſen zu führen pflegen. Ich werde mir darum erlauben, von Zeit zu Zeit in dieſem Blatte der⸗ artige Fragen anzuregen, deren Beantwortung durch tüch⸗ tige Rechtskenner höchſt wuͤnſchenswerth wäre. Für dies⸗ mal bringe ich nachſtehende Punkte zur Sprache, welche eine genaue Erläuterung verdienen.

1. Grenzgerechtigkeit.

In Bezug hierauf hat der Gr. Kreisrath zu Fried⸗ berg in Nr. 21 dieſes Blattes eine Geſetzesſtelle aus den Pandekten(fr. 13, dig. 10, 1) abdrucken laſſeu. Dieſes

Sonnabend, den 20. Juni

1846.

Geſetz ſoll urſprünglich von dem Athener Solon gegeben

worden ſein und hat im römiſchen Rechte volle Gultigkeit

erhalten. Inwieweit aber gilt daſſelbe auch noch bei uns?

Hieruͤber folgende ſpecielle Fragen:

a) Nach jenem Geſetz darf ein Grundbeſitzer einen Zaun gerade auf die Grenze zweier Grundſtücke ſetzen. An vielen Orten beſteht aber ein ſ. g. Heckenrecht, wor⸗ nach der, welcher eine Hecke anlegt, 14 Fuß von dem Eigenthum des Nachbars entfernt bleiben muß. Auf die Grenze darf die Hecke nur dann geſetzt werden, wenn ſie von beiden Nachbarn gemeinſchaftlich ange⸗ legt wird.

Iſt dies ein bloßes Gewohnheitsrecht, oder beruht es auf einem ſpeciellen Geſetz?

b) In den Pandekten iſt vom römiſchen Fuß,(à 131 Pari⸗ ſer Linien) ja ſtreng genommen vom griechiſchen Fuß (à 136,5 Par. Lin.) die Rede. Nun fragt es ſich, ob die von den alten Geſetzgebern feſtgeſtellten Zahlen für uns unverändert bleiben, da unſer heſſ. Fuß bedeu⸗ tend kleiner iſt, oder ob in ſtreitigen Fällen eine Redue⸗ tion des alten auf das neue Längenmaß vorgenommen werden muß.

Nach dem Geſetz vom 3. Juni 1821 ſoll bei allen offentlichen, beſonders auch bei gerichtlichen Handlungen nur das neue heſſ. Maß in Anwendung kommen; wie iſt darum in vorliegendem Fall zu handeln?

Die Sache kann unter Umſtänden von Wichtigkeit ſein, da z. B. 10 alt⸗röm. F. 9,0972 Par. F. oder 11,8205 heſſ. F. betragen.

e) Welche Beſtimmungen jenes Geſetzes ſind durch aus

drückliche Verordnungen modificirt?

2. Verhältniß der Herrſchaften zu ihren Dienſtboten. n Da unſre Geſindeordnung nur allgemeine polizei liche Beſtimmungen enthält, die Rechtsquellen aber nicht ausführlich über dieſen Gegenſtand handeln, iſt auch dieſer Punkt beſonders geeignet, langwierige Proceſſe zu veran⸗