Ausgabe 
15.8.1846
 
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Intelligenz-Olatt

für die

Provinz Oherheſſen

im All gemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich. Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg

an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes.

Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Johannes Tröller von Ober⸗ ohmen wegen Diebſtahls.

Rubricat, welcher unter polizeilicher Aufſicht ſteht, hat ſich heimlich und ohne Legitimationspapiere von Oberohmen entfernt. Sie werden denſelben im Betretungsfalle arretiren und wohlverwahrt an mich abliefern laſſen.

Grünberg am 10. Auguſt 1846.

In Beurlaubung Gr. Kreisraths: v. Rabenau.

Signalement.

Alter: 37 Jahre, Größe: 7 1, Haare: braun, Stirn: hoch, Augenbrauen: braun, Augen: blau, Naſe: ge⸗ bogen, Mund: klein, Bart: ſtark und ſchwarz, Geſichtsfarbe: geſund, Statur ſtark.

Derſelbe an dieſelben.

Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Louis Haberkorn von Rein⸗ hardshain und Conſorten wegen Wilderei und Widerſetzung. i obige Unterſuchung verwickelte, nachſtehend beſchriebene Philipp Luh von Geilshauſen hat ſich heimlich von da entfernt, und iſt ſein Aufenthaltsort nicht bekannt. Sie haben auf denſelben invigiliren und ihn im Betretungs⸗

falle verhaften und an mich abliefern zu laſſen.

Grünberg am 11. Augnſt 1846. Ouvrier. Signalement.

Alter: 35 Jahre, Größe: 77, Haare: dunkelblond, Stirn: gewöhnlich, Augenbrauen: dunkelblond, Augen: blau,

Naſe: ordinär, Mund: ordinär, Kinn: länglich, Geſicht: oval, Geſichtsfarbe: geſund.

Sonnabend, den 15. Auguſt

Derſelbe an dieſelben.

Betreffend: Die Aufftellung der Viehſtands tabellen pro 1846.

Sie haben nunmehr die Viehſtandstabellen für dieſes Jahr aufzuſtellen und binnen 14 Tagen unfehlbar an mich einzuſenden. Bei Berechnung des Kapitalwerthes ſind fol⸗ gende Durchſchnittspreiſe zu Grunde zu legen: 1 Pferd: 104 fl. 1 Fohlen: 40 fl. 1 Bullen: 58 fl. 1 Ochſe: 68 fl. 1 Kuh: 42 fl. 1 Rind: 24 fl. 1 Schaf: 5, fl. 1 Schwein: 11 fl. 1 Ziege: 3 fl. n

Grünberg am 8. Auguſt 1846.

In Beurlaubung Gr. Kreisraths: v. Rabenau.

Jakob Wilhelm Braubach, Geometer I. Claſſe.

J. W. Braubach wurde 1812 am 14. Junius zu Butzbach in einer hochgeachteten Bürgerfamilie geboren; ſein Vater zeichnete ſich ſtets durch ſeine weiſe Milde und ſein ſinniges Weſen, die Mutter durch Feſtigkeit, klaren Verſtand und Beſonnenheit aus. Biederſinn und ächte Frömmigkeit ſind von je her der ſchönſte Schmuck dieſes Elternpaares geweſen. Des Vaters und der Mutter Vor⸗ züge ſchienen in dem kleinen Wilhelm vereinigt, und früh ſchon erwachte in ihm der Entſchluß, die akademiſche Lauf⸗ bahn zu betreten. Von den Segenswünſchen ſeiner Eltern und ſeiner Lehrer begleitet, bezog er 1825 das Gymnaſium in Gießen, wo er im Hauſe ſeines Vetters, des nunmehrigen Realſchuldirectors Prof. Dr. Braubach wohnte. Als Gym⸗ naſiaſt zeichnete er ſich durch Ordnungsliebe, Fleiß und Regelmäßigkeit in ſeinen Fortſchritten aus; vor andern wiſſenſchaftlichen Fächern ſchienen Mathematik und Natur⸗ wiſſenſchaften, namentlich in ihrer Anwendung auf das Leben, ſeinen Geiſt zu feſſeln; doch zeigten einige poetiſche Verſuche und ſeine ſtyliſtiſchen Arbeiten, daß der großartige Geiſt, der in den Sprachen des Alterthums weht, auch ihn er⸗ griffen hatte. Im Herbſt 1830 wurde Braubach als Studioſus der Cameralwiſſenſchaften auf der Univerſität Gießen immatrieulirt. Fleißig beſuchte B. ſeine Vorleſungen,

fleißig ſtudirte er zu Hauſe, und von Anfang ſeines Stku⸗ dentenlebens bis zu deſſen Schluß zeigte er ſich als denſel⸗ Mit Geſchicklichkeit wußte er auf dem Fecht

ben Mann.