Ausgabe 
14.10.1846
 
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94 Intelligenz-Glatt

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ſür die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Mittwoch, den 14. Oktober

1346.

N 1 g Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Arretirung des Scheerſchleifergehülfen Philipp Faul⸗ ſtich von Keſſelbach. 5 Rubricat, ſeither Gehuͤlfe des Scheerſchleifers Auguſt Kretſchmar zu Atzenhain, hat dieſen mit Entwendung eines Schleifblechs und mehreren Zinngießergeſchirrs heimlich ver⸗ laſſen und iſt ſein Aufenthalt unbekannt. Sie haben genau nach demſelben fahnden, ihn im Be⸗ tretungsfalle arretiren und an mich abliefern zu laſſen. Grünberg am 6. October 1846. Bub ri er.

Der Großherzoglich Heſſiſche Rentamtmann des Rentamts Schotten an die Grßh. Buͤrgermeiſter des Bezirks.

Betreffend: Die Beitreibung der Domanialgefälle, Forſt⸗ und Feld⸗ f ſtrafen im Rentamte Schotten.

Der bisher mit Beitreibung der Domanialgefälle, Forſt und Feldſtrafen beauftragt geweſene Scribent Johannes Hof mann von hier iſt von den Funktionen eines Domainen boten-Aſſiſtenten entbunden und an deſſen Stelle der bis herige Polizeidiener Heinrich Leuni ng von hier als Domai⸗ nenboten⸗Aſſiſtent verpflichtet worden.

Sie wollen dies in Ihren Gemeinden bekannt machen und dem Domainenboten⸗Aſſiſtenten Leuning in Beitreibung der Domanial-Gefälle, Forſt- und Feldſtrafen die geſetzlich vorgeſchriebene Hülfe und Unterſtützung gewähren.

Schotten am 5. Oktober 1846.

Prätorius.

Das Schlußturnen in Butzbach am 28. Sept. 1846.

Der Butzbacher hat zweimal im Jahre Tage, deren Vergnügungen den Charakter eines Volksfeſtes annehmen,

Pfingſten und Kirchweihe. Am 2. Juni(am Pfingſtdienſtag) fand die feierliche Einweihung des hieſigen Turnplatzes Statt, am 28. Septbr.(am zweiten Tage der Kirchweihe) hielt der Turnverein ſein Schlußturnen.

Der Turnplatz im Garten des Herrn Karl Becker war zweckmäßig eingerichtet; für die Turnfreunde, für Fremde und Damen waren Sitze angebracht; der Garten ſelbſt war von vielen Schauluſtigen beſucht, die außerhalb der Schranken auf⸗ und abwogten.

Die Muſik ließ ſich hören, die Turner ordneten die Geräthſchaften, es ſchlug 10 Uhr, und die kleine Schaar ſtellte ſich auf. Freilich nur eine kleine Schaar bildeten die Turner, während unter den Zuſchauern, die Cigarre im Mund, die Spaziergerte in der Hand, junge Leute genug da ſtanden, die ſich vielleicht weit beſſer unter den Turnen⸗ den ausgenommen hätten.

Von dem ſchönſten Wetter begünſtigt, dauerten die Uebungen bis 12 Uhr. Mit Bewegungen und Märſchen wurde begonnen, dann folgte Riegenturnen, die Darſtellungen wurden in paſſender Weiſe von Muſik begleitet. Auf den Trommelſchlag nahmen die Turner nach halb 12 Uhr wie⸗ der ihre Stellung ein. Die Zuſchauer waren dem Anſcheine nach befriedigt, und die Rede des Sprechers der hieſigen Turngemeinde, Collektor Kuhl ſchien Eingang zu finden.

Dieſe Rede, ſoweit es nach der Erinnerung geſchehen kann, theile ich nachſtehend mit:

Verehrte Anweſende, wir haben es für unſere Pflicht gehalten, von dem Erfolg unſerer Sommerübungen durch das heutige Schlußturnen Rechenſchaft abzulegen. Dieſer Erfolg kann nur gering ſein, indem der Verein erſt ſeit einigen Monaten beſteht, von ſeinen 30 Mitgliedern einige über 30 Jahre, nur vier unter 20 Jahren ſind, und wir nur zwei Vorſchüler zählen. Als wir unter Mitwirkung fremder Turner dieſen Platz einweihten, ſah man auch Kna ben in den Reihen der Turner und konnte ſich überzeugen, daß bei unſern körperlichen Uebungen nicht mehr Gefahr iſt, als bei jeder körperlichen Bewegung. Wenn auch ein