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Aus Hberheſſen, im Januar.
Auf den Grund der von den Gr. Kreisräthen und den landwirthſch. Bezirksvereinen erhobenen Notizen hat der Aus⸗ ſchuß des landw. Vereins von Oberheſſen in ſeiner Sitzung am 24. Nov. 1845 nachſtehenden Herren Bürgermeiſter n die landwirthſchaftliche Verdienſtmedaille 2. Cl., fuͤr beſondere Verdienſte in Förderung der landwirthſchaftlichen Jutereſſen ihrer Gemeinden, zuerkannt: 1) Brgmſtr. Stock zu Aulendiebach, Kr. Buͤdingen, der trotz der kuͤrzeren Zeit ſeiner Wirkſamkeit durch Beurbarung von Gemeinde⸗ ländereien, Planirarbeiten, Herſtellung der Ortsſtraßen und Vicinalwege, und beſonders durch größere Obſtbaumanlagen ſehr Vieles geleiſtet hat;— 2) Brack zu Altenſtadt, Kr. Friedberg, der ſich beſonders durch ſeine große Sorgfalt für Beförderung der Wieſencultur, in Anlegung und Unter- haltung von Entwäſſerungsgräben und Eindämmung des ganzen Laufes der Nidder zur Verhütung von Ueberſchwem⸗ mungen, gleichwie durch Anlage einer ſehr nutzbringenden Gemeindebaumſchule und Förderung der Obſtbaumzucht im Allgemeinen namhafte Verdienſte erwarb;— 3) Otto zu Beuern, Kr. Gießen, welcher bei der Anlage von Be- und Entwäſſerungen, von Obſtbaumpflanzungen, beim Vicinal⸗
meſſung mit ganzlich neuer Feldeintheilung und theil⸗ weiſer Conſolidation durch ſeine thätige Mitwirkung ſich
ausgezeichnet hat;— 4) Reitz zu Bernsfeld, Kr. Gruͤn⸗
berg, der ſich durch Ortsſtraßen⸗ und Vicinalwegbau, durch Verbeſſerung des Duͤngerweſens, wie der Obſtbaumzucht, durch zweckmäßige Be⸗ und Entwäſſerungsanlagen und durch Vergrößerung und Arrondirung des Gemeindewaldes beſon⸗ ders verdient gemacht;— 5) Tempel zu Eberſtadt, Kr. Hungen, welcher ſich durch gutes Beiſpiel ſeit einer langen Reihe von Jahren um die Verbeſſerung der Landwirthſchaft uberhaupt, insbeſondere der Gemeindeguͤter durch beſſere Wieſencultur und Obſtbaumzucht, wie namentlich durch ſtrenge Handhabung der Feldpolizei und ſeine thätige Mit⸗ wirkung bei Gründung einer Viehverſicherungsanſtalt fuͤr den Kreis Hungen vielfaches Verdienſt erwarb;— 6) Karl zu Gedern, Kr. Nidda, wegen der in der Gemarkung Gedern ausgeführten landwirthſchaftlichen Verbeſſerungen im Allgemeinen zur Auszeichnung empfohlen;— 7) Wolf in Höringshauſen, Bezirks Vöhl, der ſich ſowohl durch Herſtellung der Ortsſtraßen und beſſere Benutzung der Ge⸗ meindegüter, als durch gute Handhabung der Feldpolizei, Anlagen von Be- und Entwäſſerungen, Unterhaltung der Feldwege, Reinigung der Wieſen von Geſträuchen u. ſ. w.
wegbau und beſonders bei Ausführung einer Parcellenver⸗
ausgezeichnet hat.
(Gr. Heſſ. Ztg.)
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
N Frucht Verſteigerung. (84) Von den Fruchtvorräthen des Kugel⸗ baus⸗ und Armenfondsſpeichers ſollen auf hieſigem Rathhauſe an nachbemerkten Tagen,
Vormittags 11 Uhr, und zwar: Freitag den 13. Februar,
1„ 13. März, *„ 17. April, 1„ 22. Mai, „„ 19. Jun
*„17. Juli jedesmal 27 Malter Korn und 42 Malter Gerſte öͤffentlich verſteigert werden. Butzbach den 19. Januar 1846. 5 Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Seippel.
Verpachtung.
Kesre Auf freiwilligen Antrag der Frau eorg Menges Wittwe werden Donnerſtag den 12. Februar l. J., Morgens 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe ihr gehörende Immobilien auf ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend ver⸗ pachtet, beſtehend in einer Hofraithe, Garten und Aecker. Das Verzeichniß der zu verpach⸗ tenden Immobilien liegt bei Herrn Schneider Carl Klein dahier bis zum Verpachtungster⸗ min offen. Friedberg am 5. Februar 1846. Der Grßb. Heſſ. Bürg ermeiſter Bender.
A
(104) Jobann Heinrich Albert, Sohn der verſtorbenen Eheleute Peter und Margarethe Albert aus Niederbeſſingen erhielt bereits 1802 landesherrliche Erlaubniß, in den Kö⸗ niglich Preußiſchen Kriegsdienſt zu treten, ſoll auch wirklich eingetreten, ſeit der Zeit aber über Leben und Aufenthalt keinerlei
Nachricht eingegangen ſein. Albert ſteht der⸗
malen im 60ſten Lebensjahre, ſein Vermögen iſt ſeither curatoriſch verwaltet worden und die Präſumtiverben, eine noch lebende Stief⸗ ſchweſter und die Kinder einer verſtorbenen anderen Stiefſchweſter, haben das Anſuchen geſtellt, daß ihnen ſolches gegen Caution über⸗ laſſen werde.
Inſofern nicht binnen 3 Monaten von Heinrich Albert ſelbſt, oder andern Intereſſen⸗ ten, die näbere Anſprüche zu haben vermei⸗ nen, Einwand gegen die Gewährung erfolgt, wird dem Anſuchen gemäß verfügt und ver⸗ fahren werden.
Hungen, den 14. Januar 1846.. Grßh. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann.„
Edietalladung.
(106) Forderungen jeder Art an dat Ver⸗ mogen des concursfälligen Heinrich Richber von Oberſeibertenrod ſind bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſipdecret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe im Termin
Donnerſtag, den 2. April d. J., Morgens 8 Uhr, anzumelden und richtig zu ſtellen und wird, unter dem Anfügen, daß die Maſſe des Deckung der Illaten Forderung der Frau zur Cridars und der Forderungen der Hypothekar⸗ Gläubiger nicht hinreicht, noch bemerkt, daß im Fall des Zuſtandekommens eines Ver⸗ gleichs die nicht perſönlich erſchienenen oder nicht durch zum Vergleichs ⸗Abſchluß Ermäch⸗ tigte vertretenen Gläubiger als demſelben bei⸗
getreten angeſehen werden. Ulrichſtein, am 20. Jan. 1846. Gr. Heſſ- Landgericht daß, Z im mer mann.
Verſteigerung. (180 Die Lieferung von 440 Gebund Korn⸗ ſtrob, pr. Gebund zu 16 pfund, für das 2. Bataillon 4. Infanterieregiments, wird, unter Vorbehalt der Ratification, auf dem Sou⸗ miſſionswege in Accord gegeben. Soumiſſtonen hierüber ſind in das am Eingange des hieſigen
Militär⸗Verwaltungsbureaus befindliche Käſt⸗
chen einzulegen, und es werden die eingehen⸗
den Soumiſſionen, in welchen die Forderung
auf je 100 Gebund zu ſtellen iſt, am 13. d.
M., Morgens um 10 Uhr, auf dem erwaͤhn⸗
ten Bureau eröffnet, wobei die Soumittenten
oder Bevollmächtigte derſelben zugegen ſein können.
Hierbei wird bemerkt: 1
a) daß die deßfallſigen Lieferungsbedingungen auf dem obengedachten Verwaltungsbu⸗ reau zur Einſicht offen liegen,
b) daß bei den nicht erſchienenen Soumit⸗ zenten angenommen wird, daß ſie von ihren Forderungen nicht abgehen,
e) daß an die Gebote der Soumittenten keinerlei Bedingungen oder Vorbehalte geknüpft werden dürfen.
Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend Friedbergs werden erſucht, vorerwähnte Accord vergebung geeignet bekannt machen laſſen zu wollen.
Friedberg den 4. Februar 5
J. A.? G6 lz, Oberquartiermeiſter. Edietalien.
(128) Nach den gerichtlichen Pfandbuͤchern
von Geilshauſen ſind von Eckhard Erbs
jun. Eheleuten daſolbſt die Grundſtücke 63% Wieſe auf der Ruhbach wegen 122 fl. und 34 fl. den Eckhard Erb sen. Eheleuten laut Schuld- und Pfandverſchreibungen vom 9. April 1796 und 24. May 1800 und 2% Wieſe im Teſchengrund an Heinrich Kauß dem Vormund der Kinder ter Ehe, Eckhard Wagner wegen 50 fl. laut Obliga⸗ tion vom 14. Auguſt 1800
verpfändet worden.
Die gegenwärtigen Beſitzer dieſer Grund⸗ ſtücke erkennen das Beſtehen dieſer Verpfän⸗ dungen nicht mehr an, haben ihre Abführung wahrſcheinlich gemacht und bei dem Abbanden⸗ kommen der darüber errichteten Schuld- und Pfandverſchreibungen um ihre Löſchung ge⸗


