Ausgabe 
10.6.1846
 
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Duͤngerſtätte möchte wohl die in dem Oekonomiehofe des Herrn Carl zu Okarben neu angelegte ſein, weßhalb Ein⸗ ſender dieſes, der ſolche zufällig geſehen, glaubt, die fuͤr dergleichen intereſſirten Landwirthe darauf aufmerkſam ma⸗ chen zu dürfen. Die Düngerſtätte iſt in Form eines länglichen, von 3 Seiten muſchelartig abgeflachten Vierecks angelegt und, wie der rings um dieſelben vor den Ställen und ſonſtigen Gebäuden liegende Raum, auf welchem der ganze Hof mit Wagen umfahren werden kann, und welcher Rinnen zur Ab⸗ führung des Regenwaſſers hat, gepflaſtert. 5 Von allen Seiten führen aus den Ställen, der Kuͤche ꝛc. bedeckte Kanäle unter dieſer gepflaſterten Fahrbahn die Jauche und ſonſtige nutzbare Flüſſigkeiten in die Dün⸗ gergrube. Am hinteren Ende iſt der abgeſchloſſene Jauche⸗ behälter angelegt und in demſelben eine doppeltwirkende Spritzzunge angebracht, mittelſt welcher die Jauche in einem weiten Strahle über die ganze Düngerſtätte ausgeſpritzt und der Dünger ſomit, fo oft es nöthig, angefeuchtet wer⸗ den kann. a i Herr Carl beabſichtigt nun, vom Einſender dieſes darauf aufmerkſam gemacht, an dieſer Pumpe eine Vorrich⸗ tung zum Anſetzen eines Spritzenſchlauches anzubringen und einen ſolchen in einer Länge anzuſchaffen, daß es ihm moͤg⸗ lich wird, alle Theile ſeiner Hofgebäude damit zu erreichen, ſo daß dieſe Pumpe, bei etwa entſtehendem Brande, wenn auch nicht die volle Wirkung einer vollſtändigen Feuer⸗ ſpritze, doch eine ſehr vortheilhafte und augenblickliche Hülfe gewähren kann, was zur Unterdrückung eines im Entſtehen begriffenen Feuers oft mehr werth iſt, als alle Spritzen der Welt, wenn ein Gebäude ſchon in vollen Flammen ſteht. Dieſe letztere Vorrichtung möchte deßhalb überall, wo ähnliche Düngerſtätten und Jauchegruben ſchon beſtehen um ſo mehr zu empfehlen ſein, als die Koſten dafür, im Ver⸗ hältniß gegen eine gewöhnliche Pumpe, die immerwähren⸗ der Reperaturen bedarf, insbeſondere aber mit dem davon zu erzielenden großen Nutzen, im vortheilhafteſten Verhält⸗ niß ſtehen. R.

Eingeſendet. In der Didaskalia vom 23. Mai 1846 ſteht ein Aufſatz über Salzhauſen, mit der Unter⸗ ſchrift: D. S. L., welchem Letzteren man die Auslegung ge⸗ ben könnte: Der Salinenrath Langsdorf. Dagegen proteſtirt aber derſelbe, denn, obgleich er mit Herrn Medicinaldirector Graff der erſte Stifter des Salzhäuſer Bades war, und ſich daher deſſen Fortgedeihens anxoch erfreut, ſo pflegt er ſich doch als jetzt in Ruheſtand lebender Greis in keinerlei Angelegenheiten mehr zu miſchen, am wenigſten ſucht er Gäſte heranzulocken durch Anpreiſung von Localitäten, die man eben ſo gut anderwärts findet. Freund der Wahr⸗ heit glaubt er aber deſto mehr an das Reelle, was die(nur durch Feinde verdächtigten) Reſultate der Salzhäuſer Heilquelle und die in oben erwähntem Blatte genannten achtbaren Schriftſteller ſagen. In Hinſicht der Gaſt wirthſchaft der Wittwe Seum hat er die Ueberzeugung, daß die Kurgäſte durch ſie beſſer, als je, verſorgt werden.

(Gr. Heſſ. Ztg.)

Oeffentliche Dankſagung.

Ich fuͤhle mich verpflichtet, denjenigen confirmirten Schuͤlern unſerer Stadt, welche bei ihrem Abgange ihr bis⸗ heriges Schulzimmer ſo würdig ausgeſchmückt haben, hiermit öffentlich meinen Dank auszuſprechen. Sie haben durch dieſe That einen Beweis nicht nur ihres frommen Sinnes, ſondern auch der Dankbarkeit gegen den Ort, in welchem ſie ſo viele Nahrung für Geiſt und Herz erhielten, an den

178** Tag gelegt. Wenn ich ihre Namen verſchweige, ſo geſchieht

es in der Ueberzeugung, daß das Bewußtſein ihrer Hand⸗

lung für ſie der ſchönſte Lohn ſein wird.

Friedberg den 6. Juni 1846. Profeſſor Ph. Dieffenbach.

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Maͤrz 1846. Friedberg 5 Getraute: Keine. 1 2 Getaufte:

1. Dem hieſigen Buͤrger und Schuhmachermeiſter Jakob Jakobi ein Sohn, Jakob, geb. den 10. Febr.

1. Dem hieſigen Bürger und Gerbermeiſter Johannes Heinrich Walz, eine Tochter, Anna Dorothea, geb. den 17. Februar.

1. Dem hieſigen Bürger und Barbier Johannes Ruppel,

ekeine Tochter, Louiſe Franziska, geb. den 11. Februar.

4. Eine uneheliche Tochter, Emma, geb. den 4. Februar.

8. Eine uneheliche Tochter, Anna Eliſabetha, geb. den 22. Februar. 5

8. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Johannes Fei⸗ ling eine Tochter, Helena Maria Margaretha, geb. den 20. Februar. f

12. Dem Bürger und Kataſtergehülfen zu Romrod, Kr. Alsfeld Andreas Broſius eine Tochter, Mariane, geb. den 20. Februar. N ö 5

15. Dem hieſigen Bürger und Kreisboten Kaspar Magel Zwillinge, ein Sohn, Friedrich Wilhelm Georg; und eine Tochter, Helena Juliane Wilhelmine, geb. den 24. Februar. 5 0

15. Dem hieſigen Burger und Zinngießer Joſeph Maria Boretti ein Sohn, Joſeph, geb. den 19. Februar.

18. Dem Lehrer am hieſigen Taubſtummen⸗Inſtitute Joh. Peter Schäfer ein Sohn, Philipp Heinrich Wilhelm Theodor, geb. den 17. Februar.. 5

21. Ein unehel. Sohn, Karl Friedrich, geb. den 9. März.

22. Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Karl Lud⸗ wig Quandt ein Sohn, Konrad, geb. den 1. März.

Beerdigte: 5

2. Johann Jakob Söllner, des hieſigen Burgers und Metzgermeiſters Johann Philipp Söllner ehelich lediger Sohn, alt 21 Jahre, 5 Monate und 26 Tage, 1 den 28. Februar.. 5

2. Anng Maria Schmitt, des hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Rudolph Schmitt eheliches Töchterchen, alt 3 Jahre, 11 Mon. u. 7 Tage, k den 28. Februar.

4. Margaretha Juliane Bechſtein, geb. Windecker, des hie⸗ ſigen Bürgers und Färbermeiſters Johann Wilhelm Bechſtein Ehefrau, alt 38 Jahre, 10 Monate, 15 Tage, 1 den 3. März. 5 f

5. Andreas Wolf, des hieſigen Burgers und Schuhma⸗ chermeiſters Johann Philipp Wolf Zwillingsſöhnchen, alt 1 Jahr, 5 Monate, 22 Tage, 1 den 2. März.

8. Maria Dorothea Söllner, geb. Engel, des hieſigen Bürgers und Metzgermeiſters Nikolaus Söllner Ehe⸗ frau, alt 75 Jahre und 6 Monate, 7 den 5. März.

11. Chriſtian Wilhelm Klees, des hieſigen Bürgers und Wagenmeiſters Heinrich Klees eheliches Söhnchen, alt 3 Jahre, weniger 2 Tage, T den 9. März.

15. Johannette Eliſabethe Otto, geb. Scherer, des hieſigen Oberfeldwebels im 4. Gr. Infanterie⸗Regiment Bal⸗ thaſer Otto Ehefrau, alt 58 Jahre, 9 Monate und 3 Tage, t den 13. März.

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