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Es läßt nämlich ſolcher auf Rechnung der Stadtcaſſe ſchon während den hohen Fruchtpreiſen, und bis zur Erndte⸗ zeit, eine verhältnißmäßige Quantität gutes und geſundes Brod backen und giebt den vierpfündigen Laib hiervon ſtets 4 kr. billiger, als die Polizeitaxe iſt, an die unbemitteltere Claſſe hieſiger Einwohner jeden Samſtag ab.
Wenn ſchon das eigene Bewußtſein, eine ſo vorzuͤgliche Anordunng ins Leben gerufen zu haben ein wohlthätiges Gefühl erregen muß, um ſo mehr muß dieſes der Fall ſein, wenn man ſieht, daß eine ſolche Anordnung allgemein dankbar anerkannt wird, und daß dieſes wirklich der Fall iſt, davon hat ſich Einſender überzeugt, der außerdem auch die Freude hierüber beim Brodholen in den Geſichtern aus— gedrückt ſieht.
Ueber den Einfluß des Branntweins auf den Wohl⸗ ſtand, die Geſundheit und Sittlichkeit des Volkes.
Mit Beziehung auf die Bemerkungen des Adminiſtra— tor Weller in Nr. 27, 28 und 29 des Intelligenzblattes, von K. Strack, Pfarrer in Oberrosbach.
Herr Adminiſtrator Weller hat in dem angeführten Aufſatze nicht den Branntwein vertheidigt, den er vielmehr ſelbſt als das ſchädlichſte aller Getränke bezeichnet, wohl aber einige Behauptungen aufgeſtellt, welche ich mir etwas näher zu beleuchten erlaube. Ein beſonderes Gewicht glaubt der Herr Verf. darauf legen zu müſſen, daß unſer Land durch die Abſchaffung der Brennereien eine baare Einnahme von 1,250,000 Gulden verlieren werde.
Mir ſcheint dieſes Rechnungsexempel, ſoviel Schein es auch hat, doch anf irrigen Vorausſetzungen zu beruhen. Ich will meine Behauptungen durch ein Beiſpiel aus der Es wird von einem Er wird
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er das t abziehen, um ſeinen wirklichen Schaden zu finden? Würde demnach un⸗ ſer Land, wenn die Brenner ien aufhören ollten, die bedeu⸗ tende Summe von mehr als einer e 5 Wären nicht die gebrauch ohſtoffe, das Brennma g
e. in Abzug zu bringen, um den richtigen Standpunkt zu finden. zu w
Könnten nicht die verbrannte Fru (810 Mltr. pr. Ohm, alſo 4,60 ö auch anderweitig nützlich verwen 1 Würde es für viele Gegenden unſeres Landes nicht erſprieslicher ſein, wenn man weniger Kartoffeln zöge, im Falle ſie nicht ſo gut an Branntweinbrenner konnt b ac Ich kenne Diſtricte wo die e Landwirthe all Dung auf den Kartoffelbau verwendet, und wenig od gar nichts zum Getraide übrig behält. Iſt das wohl ein Vortheil für die Landwirthſchaft im Allgemeinen? Und weun nun durch die Aufhebung mancher Ve n ie Einführung der Selbſthitzungsmethode viele Stecken Holz, viele Centner Braunkohlen u. ſ. w. geſpart würden, wäre de ein Schaden für das allgemeine Beſte? Hört man nicht Jammer und Noth klagen über das theure Brennma⸗
60 Mltr. für das Land)
1 Kartoff u. ſ. w.
terial? Hierzu e noch, daß der Bran 2 meiſt al
wieder im Lande Gepe Das Land Wera* geuommen, hat alſo durch en Bee N twein faſt eben ſo viel 8 die Wirthe um ſehr billigen Preis den Branntwein im Kleinen ver⸗
Ausgaben als es Einnahmen hal, d behält als Ueberſchuß nur einen geringen Theil der augeffſhesen Summe zurück.
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gang verdanken.
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Nur dieſer aber konnte als Vermehrung des Nationalver⸗ mögens angeſehen werden. Wenn aber auch das Ganze keinen Vortheil genöſſe, ſo könnten vielleicht die einzeln Bren⸗ nereien bedeutenden Gewinn daran haben. Ich verſtehe die Sache nicht ſo genau, um mir ein entſcheidendes Urtheil zu erlauben. Ich laſſe Thatſachen reden! Herr Weller ſagt ſelbſt in der Landwirthſchaftlichen Zeitſchrift ſei der Gegen⸗ ſtand nicht zu einem ſicheren Reſultate gekommen. Alſo müſſen ſich doch auch Gründe dafür finden, daß die Bren⸗ nereien von keinem ſo bedeutenden Vortheile ſind, als Manche behaupten. Ein ſehr tüchtiger Oekonom aus dem Naſſauiſchen äußerte einem Bekannten von mir, wenn er das Capital für Brennapparate wieder in Händen habe, ſo würde er dieſes Geſchäft ganz aufgeben, es trage nichts ein. Von anderen hörte ich ſelbſt, nur an dem Viehfutter hätten ſie einigen Gewinn. Als ich vor 13 Jahren ins Preußiſche kam, fand ich Guter von 500— 900 Morgen ohne Brennereien. Mir kam es wunderbar vor, da ich mit oberheſſiſchen Vorurtheilen dorthin gekommen war. Man ſagte mir, es wäre durch die Bereitung des Branntweins kein großer Vortheil zu erlangen und man hielt es für beſ— ſer, dem Geſinde ein gutes Bier zu bieten. Dabei muß ich bemerken, daß bei den dortigen Gütern ſehr wenige Wieſen ſich befinden, und dennoch wurden z. B. auf dem Hofe, auf welchem ich war, 50 Stück Rindvieh, 16 Pferde, 60 Schweine genährt. Auch iſt nicht zu über ſehen, daß ſchon damals das Pacht- und Kaufgeld bei den dortigen Gütern ſo hoch, wo nicht höher ſich belief, als bei uns in der Gegen⸗ wart. Aber geſetzt auch die Brennereien gewährten einen bedeutenden Gewinn, fragen wir, wer ſich desſelben erfreut? In der hieſigen Gemeinde iſt noch eine Brennerei im Gang alſo ein Mann hat einigen Vortheil, dagegen kann ich ohne mich zu beſinnen, 8 Familien namhaft machen, welche dem Branntwein ihren gänzlichen Unter- Nur bei größeren Gütern kann das fragliche Nebengeſchäft betrieben werden, die ärmere a die Maſſe des Volkes wird alſo im⸗ mer bei den Brennereien nur Ausgaben, keine Einnahme haben. Nicht darin beſteht aber des Landes Wohl, daß es einige reiche Gutsbeſitzer hat, ſondern darin, daß die Mehrzahl, der Kern des Volkes, die Bedürfniſſe ohne beſondere Schwierigkeit be⸗ friedigen kann. Wie iſt dieſes möglich, wenn von der
großen Menge für ein unnöthiges Getränk ein bedeutender
Theil des Einkommens verwendet wird??)
uch das Jutereſſe des Staates ſucht Herr Weller en. Er redet von dem Verluſte an Steuer, wel⸗ chen die öffentliche Kaſſe erleiden würde, wenn die Bren⸗ nereien ihr Ende erreichten. Er ſpricht von 157,227 fl. Nach neuerer Berechnung würde der Ausfall über 250,200 fl. betragen. Daß aber die Vereine gegen das Branntwein⸗ trinken dem Steuerertrag wirklich nachtheilig werden kön⸗ nen, hat die Erfahrung Wewieſen. Hannover hat ſeit Be⸗ gründung derſelben einen d der een en 200,000 Thaler jährlich gehabt, und doch unkerſtützt es die Vereine mit Wort und That. Preußen zählt uͤber 1000 eingegan⸗ gene Brennereien und Schenkwirthſchaften; gleichwohl freuen
2 4. — am bergleiche mein Schriftchen des Volkes Noth und Ret⸗ n onders S. 5 und folgende S. 120, wo von Heſſen die Rede ist, S. 147148. Wie nachahmungswürdig iſt das Beiſpiel mancher Ehrenmännex, welche aus Gemeinſinn das Branntweinge⸗ ſchäft aufgegeben haben, weil ſie nicht zum Verderben des Volkes beitragen wollten. Man leſe im Schriftchen S. 49 und folgende, 68, 80, 147. Iſt das nicht chriſtlicher, als wenn reiche Gutsbe⸗ zer aus Gewinnſucht oder aus übelwollender Geſinnung gegen
kaufen? Und doch liegen hiervon auch aus der Wetterau Beiſpiele vor, welche ſchmerzlich berühren.
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