Ausgabe 
5.12.1846
 
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1840. walter th.

1

ntelligenz-Glatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M 95.

Zur wetterauer Chronik.

Am verfloſſenen Sonntage(den 15. Nov.) war Referent Zeuge einer ſchönen und erhebenden Feier in der Gemeinde Melbach, woſelbſt, von dem herrlichſten Wetter begünſtigt, unter einer großen Theilnahme der benachbarten Gemeinden, 3 feierliche Einweihung des daſigen neuen Friedhofs Statt and.

Um 1 Uhr Nachmittags verſammelte man ſich, unter dem Geläute der Glocken, auf dem alten, nahe an der Kirche gelegenen Friedhofe, um von demſelben feierlich Ab⸗ ſchied zu nehmen. Nachdem zuerſt die ganze Verſammlung ein paſſendes Lied geſungen hatte, hielt der Ortsgeiſtliche, Grßh. Dekan Blumhof eine tief ergreifende Abſchiedsrede, worauf der Singverein das ſchöne Lied;Wie ſie ſo ſanft ruhn ꝛc. ꝛc. anſtimmte. Hierauf bewegte ſich der Zug nach dem, auf der Nordoſtſeite des Ortes, ſehr freundlich gelegenen, mit einer ſchönen Mauer umgebenen und von Kreuzwegen durchſchnittenen ueuen Friedhöfe. Hier ange kommen ſtimmte die Gemeinde ein paſſendes Lied an, nach deſſen Abſingung der Großh. Decan Blumhof die Weih rede hielt, in welcher er, nach Auleitung einiger Textes worte, zeigte:Warum der Friedhof ein heiliger Ort ſei., Nach einem abermaligen Geſange des Singvereins erfolgte ſodann ein erhebendes Weihgebet, worauf die Verſammlung unter Ertheilung des kirchlichen Segens entlaſſen wurde.

Für die Gemeinde Melbach war der Tag ein hoher Feſttag, und es hat dieſelbe ſowohl durch die ganze Art und Weiſe dieſer Feier, bei welcher die ſchönſte Ordnung herrſchte, als auch durch die zweckmäßige Anlegung dieſes Friedhofs den Beweis geliefert, daß ſie das Heilige zu ſchätzen weiß und kein Opfer ſcheut, wenn es gilt, dieſen Sinn zu bethätigen. Han

Ueber Volkserziehung und Peſtalozziverein.

Vorbemerkung. Das Folgende hatte ich ſchon nieder geſchrieben, als mir die Ankündigung wegen des Rettungshauſes zu Arnsburg in die Hände kam. Ich habe mich von Grund meines Herzens über die Anſtalt gefreut und wünſche ihr geſegneten Erfolg. Erfahrungen aus meinem früheren Leben haben mich von dem Segen dergleichen Bildungsanſtalten für die verwahrloſte Jugend überzeugt. Ich hoffe die nachſtehenden Be⸗ merkungen werden nicht dem Rettungshauſe entgegen, ſondern in die Hände arbeiten. Die Erziehung der Jugend muß beſſer werden, das iſt meine feſte Ueberzeugung und dafür möchte ich Jeden gewinnen, der es wohlmeinet mit ſeinen Brüdern. Dank den Männern, die nicht viel geredet, aber gehandelt haben.

Sonnabend, den 5. Dezember

Ein Jahr iſt beinahe verfloſſen, ſeitdem faſt in allen Theilen unſeres deutſchen Vaterlandes beſonders von Lehrern und Erziehern das 100jährige Geburtsfeſt eines Mannes gefeiert wurde, welcher um die Bildung und Erziehung des niederen Volkes, namentlich der armen, verlaſſenen Kinder, unſterbliche Verdienſte ſich erworben hat. Die Feier des 12. Januars 1846 galt einem Menſchenfreunde, der nicht blos mit Worten, noch mit der Zunge, ſondern mit der That und mit der Wahrheit ſeine Nächſtenliebe an den Tag gelegt hat, und von dem man das chriſtliche Wort gebrauchen darf: Ihn jammerte des Volkes. Kundige wiſſen es und den Andern ſage ich es, daß ich den Schweizer Hein⸗ rich Peſtalozzi im Auge habe, welcher bis in die ſpäteſten Jahre ſeines Lebens(er ſtarb 1827) ein Vater ſeiner zahl⸗ reichen Zöglinge und der hilfsbedürftigen Jugend überhaupt geweſen iſt. Die Erinnerung an einen ſolchen Biedermann, welcher ſich nicht ſcheute, während der Kriegsjahre die niedrigſten Dienſte für herumſchweifende, brodloſe Kinder, die er in ſein Haus aufgenommen, und denen er faſt ſein ganzes Vermögen gewidmet hatte, zu verrichten, mußte jedes fuͤhlende Herz mächtig ergreifen und warme Begeiſte⸗ rung erwecken, Gleiches zu thun, nach Kräften für die geiſtige und ſittliche Hebung des Volkes zu wirken. So iſt es geſchehen. Es iſt viel geſprochen und geſchrie ben worden, was man thun müſſe, um der verwahr⸗ loſten vernachläſſigten Jugend, den Weg zu einem menſchenwürdigen Daſein zu bahnen. Auch in unſerer Nähe hatten nicht wenige Verehrer des unſterb⸗ lichen Voltserziehers ſich verbunden, ſein Andenken, wie er es verdiente, in Segen zu erhalten. Es wird den Leſern dieſes Blattes nicht unbekannt ſein, wie zu Frankfurt a/M. Lehrer und Nichtlehrer zu einer Berathſchlagung ſich vereinten, wie man es anzufangen habe, um ein menſchenfreundliches Werk im Geiſte Peſtalozzi's zu begründen. Nicht we⸗ nig wurde daſelbſt hin und wieder geredet, aber es iſt auch ſeitdem von Worten zu Thaten gekommen. In der geſeg⸗ neten, aber auch mildthätigen Handelsſtadt wurde eine Verbindung ins Leben gerufen, welche der leiblich und geiſtig hilfsbedürftigen Jugend aufhelfen will. Und daß auch ein Wetterauer Peſtalozzi-Verein im Entſtehen war, hat dieſes Blatt ſchon früher berichtet. Einzelne Gemein den erkannten die Wichtigkeit eines ſolchen Vereines und ſchloſſen ſich mit vieler Theilnahme an. Ein Aus- ſchuß für die Entwerfung der Statuten wurde gewahlt. Wie weit nun die Sache gediehen iſt, kann ich nicht ſagen.