Ausgabe 
1.7.1846
 
Einzelbild herunterladen

XVI.) geſtuͤtzt, hier zu bemerken, daß Luther das mehr er⸗ wähnte Lied erſt 1530 verfaßte, als Kaiſer Karl V. den beruͤhmten Reichstag zu Augsburg ausgeſchrieben hatte.

Indem ich noch hinzufüge, daß die Grundideen fuͤr jenes Lied aus Pſ. 46 entnommen, ſpreche ich den Wunſch aus, daß Geſchichtskenner, denen reichlichere Hülfsmittel zu Gebote ſtehen, noch weitere Mitheilungen über die Geſchichte jenes Geſanges geben mögen.

Dabei ſind auch Anekdoten nicht zu verſchmähen. Bekanntlich hat Meyerbeer in ſeiner OperDie Hugenot⸗ ten, den trefflichen Ehoral Luthers benutzt. Als jenes Stück zum erſtenmal in Paris aufgeführt wurde, und die erhabenen Töne des Chorals des Theaters Räume durch⸗ brauſeten, waren alle Hörer von mächtiger Ueberraſchung ergriffen; ſie verlangten eine mehrfache Wiederholung der ihnen unbegreiflichen und doch ſo tief ergreifenden Melodie. Hierbei die Frage: haben die Hugenotten, wie manche Hi

ſtoriker behaupten, in ihren Schlachten jenen Choral geſun⸗

gen? Bei Thuanus finde ich nichts davon. 1

Ein ſ. g. Gebildeter kam einmal in eine proteſt. Kirche und hörte dies Lied ſingen. Beim Herausgehen aus dem Gotteshaus bemerkte er:Die Kirchenmuſik macht doch bedeutende Fortſchritte, ſie entlehnt paſſende Stücke aus gediegenen Opern. Gut gegeben.

Das Urtheil des bekannten Feldherrn Leopold von Deſſau, die Bemerkungen derer, die jenen Heldengeſang der Marseillaise zur Seite ſetzen und ähnliche gut gemeinte, aber derb ausgeſprochene Aeußerungen übergehe ich, da ſie zwar für manche Leſer intereſſant ſein dürften, ane

Zweck aber nicht beſonders fördern können. F.

.

Des Volkes Noth und Rettung, oder: die Mäßigkeitsvereine nach ihrer Nothwendigkeit und ihren ſegensreichen Wirkungen, geſchichtlich dargeſtellt für das Volk und ſeine Freunde von Karl Strack, zweitem Pfarrer und erſtem Lehrer zu Oberrosbach in der Wetterau. Friedberg, bei Karl Binder nagel.(Preis 24 Kreuzer.)

DasBadiſche Volksſchulblatt vom 8. Februar d. J ſagt darüber Folgendes:

Dieſes Volksbuch unterſcheidet ſich von anderen, welche denſelben Zweck verfolgten, dadurch, daß es nicht an einzel⸗ nen Beiſpielen die böſen Folgen der Trunkſucht ſchildert und am Faden einer Erzählung die Gräuel der Branntweinpeſt auseinanderlegt, ſondern die Reſultate der Mäßigkeitsver eine nach ihrem Entſtehen und ihrem Fortgang dem Volke in angemeſſener Weiſe vor Augen bringt. Sehr zu loben iſt der Fleiß, mit welchem der Verfaſſer die Nachrichten geſammelt hat, beſondere Auszeichnung aber verdient der populäre Ton, in welchem die Schrift gehalten iſt und vor allem die Wärme und Begeiſterung, mit welcher dieſe wich⸗ tige Sache dem Volke ans Herz gelegt wird. Es iſt hier⸗

5 202*.

nach nicht zu zweifeln, daß dieſes Buch großen Anklang finden und der Sache der Mäßigkeit unter dem Volk viele Anhänger gewinnen wird.

Die Schrift zerfällt in zehn Kapitel. Das erſte iſt überſchrieben des Volkes Noth. Das zweite: Es iſt nicht immer ſo geweſen. Das dritte: Der Anfang zum Beſſern wird gemacht. Das vierte: Das Gute findet Nachahmung. Das fünfte: Auch Deutſch land erhebt ſich zum Kampfe. Das ſechſte: Der guten Sache ſiegreiche Verbreitung. Das ſiebente: Die Zahl der Kampfgenoſſen mehrt ſich. Das achte: Wie es in Süddeutſchland ausſieht. Das neunte: Auch der mäßige Genuß des Branntweins iſt entbehrlich, ja ſchädlich. Das zehnte: Des Volkes Rettung.

Den Inhalt der einzelnen Kapitel hier anzugeben wuͤrde zu weitläufig ſein und das Intereſſe der Lektüre ſelbſt viel⸗ leicht beeinträchtigen. Die Schilderung der Noth des Volkes im erſten Kapitel iſt ergreifend und ganz geeignet, einen

leichtſi innigen Branntweinverehrer auf beſſere Gedanken zu

bringen. Sehr intereſſant ſind die Notizen über die Erfin⸗ dung und allmählige Verbreitung der gebrannten Waſſer. Letzteres geſchah faſt überall durch Krieg. Die Geſchichte der Mäßigkeits⸗ oder beſſer Entſagungsvereine(denn der Verfaſſer hält nur die Letztern für wirkſam), wird hierauf von ihrem Urſprung in den Vereinsſtaaten Nordamerika's bis auf ihre neueſten Verbreitungen in Deutſchland anziehend erzählt, ſo daß man nicht allein die trockenen Reſultate ſieht, ſondern ihre Entſtehung, ihre Hinderniſſe und allmälige ſieg⸗ reiche Entfaltung geſchildert, was für das Praktiſche von großem Werth iſt. Die großen Erfolge, welche die Mäßig⸗ keitsſache in kurzer Zeit bei dem Volk hatte, die ärztlichen Gutachten, daß der Branntwein nichts nutzen, ſondern nur ſchädlich wirken könne, ſo wie die Einrichtungen, Geſetze und Vorſchläge an verſchiedenen Orten wird Niemand ohne Theilnahme laſſen.

Möge das Büchlein eine recht zahlreiche Verbreitung finden unter dem Volk nicht nur, ſondern auch unter ſeinen Führern und Lehrern, welche zunächſt durch Gründung von Mäßigkeitsvereinen das Meiſte für die gute Sache wirken können.

Win n ig eigens

Als ein Mann von altem Schrot und Korn gehört hatte, daß einer von ſeinen Jugendfreunden zu einer Beför⸗ derung gelangt ſei, eilte er im Gefühle freundſchaftlicher Theilnahme in ſein Haus, um ihm ſeine Freude zu bezeu gen. Kaum war er aber ins Zimmer getreten, ſo mußte er mit Betrübniß wahrnehmen, wie der eitele Geck mit vornehmer Miene und übermüthigem Tone fragte, was ſein

Geſuch wäre.Mein Herr, antwortete der Biedermann,

ich komme, Ihnen mein Beileid zu bezeugen; denn ich merke, daß Sie wirklich das Unglück gehabt haben, plötzlich das Geſicht, das Gehör und das Gedächtniß in einem ſolchen Grade zu ren, daß Sie weder ſich ſelbſt noch ihre Freunde mehr kennen.

Mai. 979) Erdtransy

Handkarte Dußdach,

und Dar

bauſe zu ſtaͤdter! Vormitt⸗ wärterha wagen al den offen.

Jutzbe

2255

bon Ke Pfandbüh Ruthen uach gaul 5 Ro

Schld, 1 brug Fand

der M bard i lin weg ſchreibij