Ausgabe 
30.4.1845
 
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ſo glaubt der unterzeichnete Ein⸗ auf die Entſtehung jenes Hexenaber⸗ Er ſchoͤpft das Nachfolgende aus

Mai immer näh. ſender, es ſei gu glaubens zurücd der deutſchen ners ie che 4 von einem Freunde zu den d ee um aus ihm über jenen Aberglauben die Wahrheit zu erforſchen. Die wahre Entſtehung des Aberglaubens iſt folgende: Der erſte Ma(Walpurgistag) war die Zeit eines Opferfeſtes und der alten Moſverſammlung des Vol⸗ kes. Am erſten Mai wurden noch lange Jahrhunderte vor zugsweiſe die angebotenen Gerichte gehalten, d. h. die alten dentſchen Gerichte, zu welchem alle Freie jahrlich zu ſammenkamen. Am erſten Mai war das froͤhliche Mai⸗ reiten der alten noͤrdlicheren Deutſchen, da die Landleute, nicht ſelten mit Adel und Konig, in allgemeiner Volksluſt⸗ barkeit prächtigen Umzug durch Straßen und Dörfer mit darauffolgenden Gaſtmahlen und Reihentanz hielten, alles zur Ankündigung des Sommers, zur Einfuhrung des Mai's in die Stadt, denn der Winter hat nun Abſchied genommen. Am erſten Mai ward das heilige Feuer durch heftiges Aneinanderreiben zweier Hölzer angezündet und das Opfer⸗ feſt gefeiert. Der erſte Mai iſt einer der hehrſten Tage des ganzen alten deutſchen Heidenthums. Nun geſchahen aber vor Alters die heiligen Opfer an beſtimmten Plätzen, gern auf Bergen; eben ſo wurden die altdeutſchen Gerichte an beſtimmten Orten, oft auf Höhen, Bergen, gehalten, wie wir Wetterauer z. B. an der Mahlſtätte zwiſchen Oſſen⸗ heim und Unterflorſtadt, an der wilden Frau Geſtühl bei Dauernheim ꝛc. ꝛc. wiſſen konnen. Als aber nun die Deut⸗ ſchen Chriſten geworden und das Chriſtenthum bei unſern Voreltern durchgedrungen war, ſo ſahen ſie ihre alten heid⸗ niſchen Götter als böſe Weſen an, die darüber zürnten, daß ſich das Volk von ihnen abgewandt hatte. So wurden die alten Goͤtter, ſtatt früher als gütige, angebetete Weſen, jetzt als feindliche angeſehen, vor denen ſich das Volk fürch⸗ tete, und an die ſich die Zauberei knüpft, womit noch ſpäter⸗ hin der Aberglaube den Teufel in Verbindung brachte. Die im deutſchen Heidenthum geehrten und geſcheuten Prieſterin nen, Aerztinnen, die ſagenhaften Nachtfrauen, welche der chriſtliche Deutſche ebenfalls nachher fürchtete und gering ſchätzte, aber noch nicht zu verfolgen getraute, verwandelten ſich nach dem Sturze jener Götter in dem Volksglauben zu Hexen. Die alten heidniſch heiligen Orte aber wurden damit auch gefürchtet, ſo wie die heiligen Zeiten. Es bil dete ſich der von der Einbildungskraft immer mehr ausge malte Glaube, daß an dieſen Orten und zu den Zeiten die zu dem Gefolge der nun geſtürzten, feindlichen alten Göt⸗ tinnen gehörenden Hexen ſich mit ihren Anhängern heimlich verſammelten, und den alten Reihentanz, der den Chriſten⸗ bekehrern, wie jeder Tanz, ſündhaft war, aufführten. Das wird auch dadurch beſtätigt, daß da, wo mehrere Hexen⸗ feſte genannt werden, dieſe immer auf die alten, üblichen heidniſchen Feiertage und Gerichtstage fallen; eben ſo, daß die Plätze, wohin die Hexen fahren, lauter Plätze ſind, wo vor Alters Gericht gehalten wurde oder heilige Opfer ge ſchahen. So werden eine Menge Berge genannt, wohin die Hexen fahren), und dahin gehören auch die Blocksberge, wie in Meklenburg und Preußen mehrere Berge heißen. Vor allen aber iſt der Blocksberg*), als höchſte Spitze des Harzes, der Ort des Hexentanzes. Wie er zu dieſer

) In Friedberger Hexenproceßacten über 2 Perſonen aus Rodenbach und Altenſtadt, welche Acten Dr Soldan zu Gießen im Auszug hat drucken laſſen, wird als Verſammlungsort der Hexen die Stamm⸗ 5 Lücke angegeben. Dieſes natürlich falſche Geſtändniß war erpreßt.

74*) Blocksberg d. i. Brocksberg(Brocken)

134.

Ehre gekommen, läßt ſich freilich geſchichtlich nicht beſtimmen, und es iſt gewiß beſſer, hier offen einzugeſtehen, als ein Phantaſiegemälde von Schildwachen Karls des Großen und maskirten Theilhabern des Hexenballes zu entwerfen). Zwiſchen 1400 und 1500 kommt es zum erſtenmal vor, daß es(in einem Beichtbuche) von Zauberinnen heißt:die uf den Brockisberg varen. Was endlich das Reiten der Hexen betrifft, ſo glaubten ſchon die heidniſchen Deutſchen, daß die Zauberinnen abendlich und nächtlich ausführen oder ritten. Das Ergebniß des Geſagten iſt:

1) Man weiß nicht, wann der Aberglaube aufgekommen iſt, daß die Hexen auf den Blocksberg fahren oder viel mehr reiten, und warum gerade der Blocksberg ge nannt wird. Vermuthlich war er ein heidniſch geheilig ter Berg.

2) Der Aberglaube iſt dadurch entſtanden, daß die alten Deutſchen, als ſie Chriſten geworden waren, ſich vor ihren früheren Göttern fürchteten, und die Prieſterinnen und heiligen Frauen als Hexen anſahen.

3) Die im Heidenthum durch Gericht oder Opfer gehei ligten Orte der alten Deutſchen und die altgeheiligten Zeiten der Opfer und Feſte wurden mit dem Chriſten thum bei den Deutſchen mehr und mehr Hexenorte und Hexenzeiten.

4) Der erſte Mai war eine bei den Heiden, wie ſich oben ergibt, beſonders heilige Zeit, die hehrſte im ganzen alten deutſchen Heidenthum. Es war natürlich, daß der Aberglaube die Hexenfahrten beſonders in der Nacht dieſes erſten Mai's geſchehen ließ.

G. im März. 5

Die Guſtav-Adolph⸗Stiftung betreffend. (Aus dem Dekanat Hungen.)

Welche Theilnahme dieſer ſo zeitgemäße und höchſt wohlthätige Verein auch in den Gemeinden des Decanats Hungen gefunden, iſt daraus zu entnehmen, daß für das Jahr 1845 an Beiträgen von ſtändigen Mitgliedern in 16 Gemeinden 118 fl. 9 kr. an den Rechner des Oberheſſiſchen Zweigvereins eingeſendet wurden. Hierzu haben folgende Gemeinden beigetragen: 1) Bellersheim 7 fl. 52 kr.; 2) Bettenhauſen 30 kr.; 3) Birklar 7 fl. 2 kr.; 4) Gambach 8 fl. 14 kr.; 5) Griedel mit Marienſchloß 10 fl. 23 kr.; 6) Grüningen 8 fl. 18 kr.; 7) Holzheim 8 fl. 38 kr.; 8) Hungen 8 fl.; 9) Langsdorf 3 fl. 36 kr.; 10) Münzenberg 18 fl. 28 kr.; 11) Muſchenheim 5 fl. 3 kr.; 12) Obborn⸗ hofen 7 fl. 31 kr.; 13) Oberhörgern 13 fl. 21 kr.; 14) Trais⸗Münzenberg 2 fl. 56 kr.; 15) Weckesheim 3 fl. ö kr.z 16) Wölfersheim 5 fl. 12 kr. Erwägt man, daß die Mehrzahl dieſer Gemeinden gerade nicht reich zu nennen iſt, ſo kann man mit dieſen Beiträgen wohl zufrieden ſein. Blos in 3 Gemeinden des Decanats Hungen, nämlich Dorfgüll, Nonnenroth und Villingen hat der Verein bis jetzt noch keine ſtändige Mitglieder gefunden; es ſteht jedoch zu er⸗ warten, daß auch in dieſen Gemeinden die gute Sache dem nächſt eine entſprechende Theilnahme finden wird.

Bekanntmachungen.

Wir benachrichtigen hiermit alle Menſchenfreunde, welche an dem Gedeihen unſeres Vereins Antheil nehmen, daß der Rechenſchaftsbericht über das Wirken deſſelben im Jahr 1844 in Nr. 85 der Ghzl. Heſſiſchen Zeitung erſchie⸗ nen iſt und verbinden hiermit, unter Bezugnahme auf unſere

*) Nach dem Aufſatze in Nr. 15. ſollten nur die Theilhaber an den Hexenbällen von den Kriegsknechten für Hexen ausgegeben worden ſein. Die Red.

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