Intelligenz Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Den An⸗ und Wiederverkauf von Schwytzer Vieh.
Sie werden alsbald in Ihren Gemeinden veröffent— lichen, daß die vom landwirthſchaftlichen Verein angekauften Schwyzer Zuchtſtiere Montag den 22. d. M., Vormittags 11 Uhr, in Salzhauſen einer Verſteigerung ausgeſetzt wer— den ſollen.
Friedberg den 16. September 1845.
J. Alt Krach, Gr. Kr.⸗Sec.
Auszuͤge aus dem Regierungsblatte.
Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 26.
VI. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens: Am 24. Aug. dem Grßh. Staatsprocurator Knyn zu Mainz für den ihm von S. M. dem Könige von Preußen verliehenen rothen Adlerorden 3. Cl.
VII. Dienſtnachrichten: Am 15. Aug. wurde dem kath. Pfarrer Seitz zu Vendersheim die kath. Pfarrſtelle zu Alzey, am 19. dem Schul⸗ lehrer Eiffert zu Göbelnrod die evang. Schullehrerſtelle zu Feldkrücken, und dem Schulvicar Nack zu Heppenheim die ſeither proviſoriſch von ihm verſehene 6. kath. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen; am 22. der Revier⸗ förſter des Reviers Eichelſachſen, Kreyſig, zum Forſtinſpector des For⸗ ſtes Vöhl ernannt; der Phyſicatsarzt Dr. Weber zu Vöhl zum Phyſi⸗ catsarzt in Gernsheim, der practicirende Arzt Dr. Strauß zu Neuſtadt zum Phyſicatsarzt zu Vöhl und der practiſche Arzt und Phyſicatswundarzt Dr. Keuſcher zu Bingen zum Phyſicatsarzt in Battenberg ernannt; dem Polizeicommiſſär Werner zu Alzey die Stelle eines Polizeicommiſſärs zu Worms und am 23. dem Schulvicar Kuhlmann zu Griesheim die 2. evang. Schullehrerſtelle zu Biſchoffsheim übertragen, ſowie der von dem Hrn. Grafen zu Stolberg-Roßla und Ortenberg auf die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Oberſeemen präſentirte Schulvicar Ploch zu Ulfa für dieſe Stelle beſtätigt.—
VIII. Charakterverleihung: Am 26. Aug. dem Forſtſchützen Seitz zu Seeheim als„Förſter“.—
IX. Verſetzungen in den Ruheſtand: Am 11. Aug. der kath. Schullehrer Knab zu Udenheim; am 15. der kath. Pfarrer Wallenſte in zu Bürgel.—
X. Coneurrenz. Zur Nr. 22 des Reg.⸗Bl. bezüglich der Con⸗ currenz für die 1. evang. Stadt⸗Knabenſchullehrerſtelle 2 Abth. zu Darm⸗ dae 0 nachträglich bemerkt, daß dieſe Stelle mit einem Theologen zu
eſetzen iſt.—
XI. Geſtorben ſind: Am 7. Juni der penſ. Rentamtmann App zu Gießen; am 15. Aug. der Schullehrer Pfülb zu Seligenſtadt; am 26. der Stadtgerichtsdiener Merkel zu Gießen.
Zur Wetterauer Chronik.
Friedberg. Der jüngſtverfloſſene Sonntag, 14. Septbr., geſtaltete ſich für unſere Stadt zu einem beſonde— ren Feſttage; es galt nämlich der feierlichen Einwei— hung des hieſigen Turnplatzes. Schon Morgens 5 Uhr verkündeten Böllerſchüſſe den Beginn der Feier. Um 7 Uhr verſammelten ſich die hieſigen Turner und begaben ſich nach der Friedberger Warte, wo dieſelben ein Spalier zogen und gegen 8 Uhr die ankommenden Hanauer und Offenbacher Turner unter kräftigem Hurrah und Böller— ſalven empfingen. Hierauf ordneten ſich ſämmtliche Turner in einen Zug, und marſchirten mit ſchöner Muſik unter den über die Straße gebreiteten Guirlanden und Kränzen in die Stadt ein. Der Simon'ſche Garten nahm die Fröhlichen auf, und verſammelte dieſelben zu einem gemeinſchaftlichen Frühſtück. Etwa gegen 11 Uhr begab ſich eine Deputation abermals nach dem Empfangsthor, um die ankommenden Frankfurter und ſomit die letzten für heute einziehenden Tur— ner zu begrüßen.— Sehr viele hieſige Burger hatten ſich erboten, die fremden Gäſte zu Tiſche zu ziehen; mit Ver— gnügen verbrachten die Turner daher den fröhlichen Mittag in den verſchiedenen Familienkreiſen, und lobten ebenſo die Gaſtfreundſchaft der Bürger, wie dieſe von dem Biederſinn ihrer Gäſte eingenommen waren.
Nachmittags, nach dem Gottesdienſte, begann erſt die eigentliche Feier. Sämmtliche anweſende Turner, die Hanauer, Offenbacher und Frankfurter, die Friedberger an der Spitze, durchzogen nun mit klingendem Spiel und wehen— den Fahnen und unter Vortragen des Stadtwappens die Stadt und begaben ſich zuerſt zu dem Herrn Kreisrath, welchem ſie ein Lebehoch brachten. Derſelbe dankte fuͤr die bewieſene Aufmerkſamkeit und ſprach einige der Feier ange— meſſene Worte. Hierauf zogen die Turner zu dem Herrn


