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ntelligenz-Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Rentamtmann des Bezirks Schotten
an die Großh. Bürgermeiſter des Rentamtsbezirks.
Betreffend: Die Auszahlung der Feldſtrafen pro VI. Periode 1844.
Die Gebühren der Feldſchützen von der in rubro ge— nannten Periode können Mittwochs und Donnerſtags dahier ausbezahlt werden.
Sie wollen dieſes denſelben vorſchriftsmäßig bekannt machen laſſen.
Schotten den 14. Juni 1845.
Prätorins.
Die Felsberger betreffend.
Als der Unterzeichnete am 10. April 1845 an die armen Felsberger die 150 fl. abſchickte, deren in Nr. 34 d. Bl. Erwähnung geſchah, begleitete er die Sendung mit fol— gendem Schreiben:
Geliebte Brüder!
Daß die ſchreckliche Lage, in der Ihr Euch befindet, auch in Deutſchland das innigſte Mitgefühl erweckt hat, iſt Euch zur Genüge bekannt. Wir am hieſigen Orte wollten, wo Hülfe und Rettung ſo dringend nöthig, nicht zurückblei— ben und haben uns, zwölf Männer, am Schluſſe des vori— gen Jahres ſchon zu einem Comité vereinigt, das zur Lin— derung Eurer Noth Gaben der Liebe in Empfang nahm. Freilich können wir ſo viel nicht bieten, als Euch aus unſe— rer reichen Nachbarſtadt, Frankfurt, zugekommen iſt, aber was wir bieten können, das bieten wir als fröhliche Geber und mit dem Gebete, daß Gott ſeinen Segen darauf lege und Euere bevorſtehende Heimſuchung leichter, als Ihr fürch— tet, machen wolle.
Ihr entnehmet aus der beigeſchloſſenen Quittung, welche Summe ich, als Geſchäfftsführer genannten Comités, geſtern in Frankfurt bei den Herrn Gebhardt und Hauck auf die
Mittwoch, den 18. Juni
Ordre des Herrn S. und J. B. Bavier in Chur zu Euerm Vortheil hinterlegt habe— möge ſie helfen, die Felſenmaſſen, die Euch drohen, leichter zu machen. Im Laufe des Som⸗ mers werde ich, ſo Gott will, noch einmal eine kleinere Summe zu Euerer Verfügung ſtellen können und von bei— den halten wir uns im Voraus überzeugt, daß Ihr ſie zu Eurem Beßten verwenden werdet.
Gott der Allmächtige und Allbarmherzige nehme Euch in ſeine väterliche Hut und gebe Euch die Gnade, daß je ſchwüler Euer Tag wird, Ihr mit deſto freierem Geiſte, mit deſto gläubigerem Vertrauen und deſto herzlicherer Liebe zu einander, die Hände und Herzen zu ihm, dem Vater er— hebet.
Mit treuem Brudergruße an Euch Alle zeichnet
L. Matthias. Darauf erhielt ich nachſtehende Antwort:
Felsberg im ſchweizeriſch. Kt. Grbd. am 2¹. April 184⁵ Hochwürdiger Herr Pfarrer!
Wenn es Ungluücklichen ſchon zur Erquickung gereicht, wenn ihnen von frommen Freunden tröſtender Zuſpruch zu Theil wird: in welch' höherm Grade müſſen thätliche Be— weiſe aufrichtigen Mitleidens in Zeiten der Noth aufrichten und tröſten. Meine ſchwer geprüfte Gemeinde kann hievon am beſten zeugen; ſie hat es ſelbſt ſchon erfahren, und er— fährt es immer noch. Von allen Seiten, aus der Nähe und Ferne, ertönen freundlich tröſtende Stimmen, zeigen ſich mitfühlende Herzen, die den innigen Antheil, welchen ſie an unſerm traurigen Schickſale nehmen, nicht nur mit Wor— ten ſchildern, ſondern wohl wiſſend, daß mit Worten wenig und nur durch Werk eigentlich geholfen werden kann, durch die That auf die großmüthigſte Art beweiſen. Auch Sie und Ihre Gemeinde ſind dem edlen Zug und Drange Ihres Herzens gefolgt und haben gemeindſchaftlich am Altare der Liebe geopfert und dadurch herrlich bewieſen, daß Sie bei dem Unglücke Ihrer Brüder nicht gleichguͤltig ſeien, oder nur mit Worten helfen möchten.— Ihr verehrliches Schrei
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