Ausgabe 
8.2.1845
 
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ihr das Herz erleichtern. Einen Blick auf ihre lieben Kin⸗ der, die auf den Baker doch nicht mehr rechnen konnten, denn ein Spieler kann kein Vater ſeyn, rafft ſie ſich auf um einen Schritt zu wagen, der ſie zwar demüthigen muß, aber vielleicht dazu dienen kann, ihren lieben Kleinen das Leben einigermaßen zu erleichtern. Mit dem wenigen Gelde, über das ſie noch verfügen kann, eilt die Mutter nach Hom⸗ burg. Sie fleht zu dem Spielpächter Blanc, dem Manne, an deſſen Tiſch ihre Habe und ihres Mannes Ehre verloren ging, an dem ihr Lebensglück hingeopfert wurde. Ja, dem Spielpächter wirft ſie ſich zu Füßen, beſchwört ihn im Na⸗ men ihrer Kinder, doch nur eine kleine Summe von den achtzigtauſend Gulden ihr als Geſchenk zurückzugeben, und wenn nicht als Geſchenk, doch als Darlehen. Der Spiel pächter hört die jammernde Frau unwillig an, er wendet ſich von ihr weg, er ſchlägt ihr die Bitte ab. Aufgelöſt von Verzweiflung, wird ſie dringender, ſie macht geltend, daß ſie eine Bettlerin ſey, ſie beſchwört, daß ihre Kinder buch⸗ ſtäblich kein Brod hätten. Der Spielpächter Blanc, Ehren bürger von Homburg, weiſt der Frau des zu Grunde gerich teten Edelmannes die Thür. Wir ſchreiben heute den 21. Jan. 1845; vorgeſtern Vormittags kam die Frau aus Hom burg zurück. Sie iſt wahnſinnig. Man hat ſie bereits in die Irrenanſtalt abgeführt. Der Wahnſinn der Frau gibt dem dumpfhinbrätenden verzweifelten Spieler die Beſinnung wieder. Zum Bewußtſeyn gekommen, füuͤhlt er das Fürch terliche, das Entſetzliche, das Troſtloſe ſeiner Lage. Das Leben iſt ihm zur Laſt, er kann ſein elendes Daſeyn nicht mehr ertragen. Als ſein unglückliches Weib in die Heilan ſtalt geſchafft wird, greift er nach dem Scheermeſſer und öffnet ſich die Adern am Halſe. Gott ſey ſeiner armen Seele gnädig! Die vier Kinder ſind nun vater- und mutterloſe Waiſen. Das älteſte iſt kaum neun Jahre alt! Wie viele Opfer werden die Spielhollen noch in Deutſchland fordern?

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* Es gibt ſagt Leiſewitz in ſeinem Trauerſpiele: Julius von Tarent es gibt einen gewiſſen dumpfen Haß, da man nicht geſtehen will, daß man ſich nicht mehr liebt; da machen ſie denn ohne den Geiſt der Vertraulichkeit noch immer ihre Gebräuche und begegnen dem Körper der ver ſtorbenen Freundſchaft, als wenn ſie noch lebte, führen ihn zu Tiſch und Bett. Wahrhaftig dieſe Freunde ſind ein lieb⸗ liches Bild, oben die Augen voll Groll und unten den Mund in einer ſo natürlich freundlichen Miene, als wenn hölzerne Muskeln am Drath gezogen würden Sie fuͤrchten immer ein Geſpräch, zuſammen auf den ſtreitigen Punkt zu kommen, gehen immer hundert Meilen um ihn herum und reden eher von oſtindiſchen Wunderthieren, als von ſich. Mich ſollte dünken, dieſe Worte müßten auf Manchen paſſen, der ſie lieſt; habe ich Recht, dann wünſche ich wohl zu bekommen!

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Januar 1845. Friedberg. Getraute:

125 Johann Heinrich Heß, Grßh. Heſſ. Domänenbote und Bürger dahier, des Ortsbürgers und Ackermanns wei⸗

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1455 12.

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land Johannes Heß zu Florſtadt ehelicher Sohn, ein Wittwer, und Maria Katharina Hitzel, des zu Muͤn⸗ zenberg verſtorbenen Gr. Bürgermeiſters Johann Phi⸗ lipp Hitzel eheliche ledige Tochter.

Philipp Muth, Bürger und Schuhmachermeiſter dahier, ein Wittwer, und Anna Margaretha Winther, der Anna Margaretha Bott, nunmehrigen Ehefrau des Bür gers und Taglöhners Johannes Reitz dahier, mit Jo hann Heinrich Winther zu Bingenheim erzeugte Tochter.

Getaufte:

. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Bern

hard Wagner ein Sohn, Friedrich Ludwig, geb. den 20. Dezember 1844.

Dem hieſigen Bürger und Fuhrmann Johannes Ober länder ein Sohn, Friedrich Jacob, geb. den 27. De⸗ zember 1844.

Dem hieſigen Bürger und Sattlermeiſter Chriſtian Ca ſimir Hofmann ein Sohn, Adam, geb. den 28. Dezbr. 1844.

Dem hieſigen Bürger und Handelsmann Daniel Chri ſtian Julius Fritz eine Tochter, Maria Margaretha Auguſte, geb. den 3. Januar.

Dem hieſigen Bürger und Kammacher Philipp Karl Kiefer eine Tochter, Anna Barbara Dorothea, geb. den 29. Dezember 1844.

Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Heinrich Chri ſtian Karl Hedderich ein Sohn, Heinrich, geb. den 3. Januar. 1

Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Andreas Wolf eine Tochter, Anna Margaretha, geb. d. 5. Jan. Ein unehelicher Sohn, Friedrich, geb. den 12. Januar. Eine uneheliche Tochter, Suſanna Margaretha Doro⸗ thea, geb. den 24. Januar.

Beerdigte:

Eine uneheliche, todtgeborne Tochter, geb. den 1. Jan. Maria Katharina Winter, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Konrad Winter, eheliche le dige Tochter, alt 57 Jahre, 6 Mon. und 17 Tage, 1 den 31. Dezember 1844.

Maria Leonhard, des hieſigen Bürgers und Schuhma chermeiſters Jacob Leonhard, eheliches Töchterchen, alt 3 Mon. und 5 Tage, f den 3. Januar.

Friedrich Jacob Oberländer, des hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Johannes Oberländer eheliches Söhnchen, alt 8 Tage, 1 den 4. Januar.

Maria Schimpff, geb. Höſtreich, des vormaligen Gr. Stabsarztes Wilhelm Schimpff dahier, Ehefrau, alt 61 Jahre, 4 Mon. und 8 Tage, 1 den 4. Jan. Georg Karl Ludwig Hamm, des hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Karl Wilhelm Balthaſar Hamm ehe liches Söhnchen, alt 2 Mon. u. 17 Tage, 1 d. 4. Jan. Dorothea Eliſabetha Hedderich, des verſtorbenen Joh. Tobias Hedderich, Einwohners zu Altenſtadt, eheliche ledige Tochter, alt 82 Jahre, 4 Mon. und 13 Tage, 1 den 9. d. M.

Johannes Spamer, hieſiger Bürger und Metzgermeiſter, alt 41 Jahre, 9 Mon. und 18 Tage, 7 den 10. Jan. Charlotte Philippine Hecht, geb. Wörishoffer, des wei land hieſigen Bürgers, Conditors und Gaſtwirths Chri⸗ ſtian Konrad Hecht nachgelaſſene Wittwe, alt 68 Jahre, 9 Mon. und 7 Tage, 1 den 10. Januar.

Regina Balſer, des hieſigen Bürgers und Oekonomen Johannes Balſer eheliches Töchterchen, alt 1 Jahr weniger 5 Tage, T den 15. Januar.

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