Ausgabe 
5.4.1845
 
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Umgebung der Stadtkirche unterſagt. Eltern, Pflegeeltern und Vormünder ſind für ihre Kinder und Pflegebefohlenen verantwortlich.

Friedberg am 1. April 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisrath daſ. Küchler.

Obererlenbach drn 17. März 1845.

In Erwägung der in Nr. 22 dieſes Blattes befind⸗ lichen Anzeige den Singverein zu Obererlenbach betref⸗ fend diene den Intereſſenten zur beruhigenden Kunde, daß der ſeit einigen Jahren dahier beſtehende Singverein ſich nicht auflöͤſen wird.

Zwar begab ſich der Verein, wie der wahre Weiſe, in den kalten Wintertagen in die Einſamkeit und wirkte im Stillen dadurch nützlich, daß durch ſeine vereinte Kraft und Liebe der Kirchengeſang zu einem höchſt erfreulichen Reſul tate gebracht wurde. Gleichwie aber im Frühling die ganze Natur voll Pracht erſteht, und uns die herrliche Auferſte⸗ hung des Gerechten zum beſſeren Leben lieblich vorbildet, ſo wird auch der Singverein von Obererlenbach bald wieder neu belebt in's Leben treten und Gutes wirken unter ſeinen Mitmenſchen.

Uebrigens möge der unbekannte und wegen der bevorſtehenden Auflöſung des Geſangvereins umſonſt beſorgte

Theater in Friedberg.

Daß unſere freundliche Stadt Friedberg an Einwohnerzahl und Wohlſtand zugenommen hat, beweiſt unter Anderm auch, daß ſich eine ſo zahlreiche Schauſpielergeſellſchaft wie die des Herrn Geyſer hier ſo lange aufhält und gute Geſchäfte macht. Herr Geyſer iſt übrigens auch in der Auswahl ſeiner Stücke ſehr praktiſch. So z. B. bot er uns am Sonntage, den 30. März,Er muß auf's Land, Luſtſpiel in drei Ab⸗ theilungen nach dem Franzöſiſchen von W. Friedrich. Dieſes Luſtſpiel fand einen enthuſiaſtiſchen Beifall. Von Scene zu Scene mit immer ge⸗ ſteigertem Applaus überſchüttet, löſte derſelbe ſich am Schluſſe in einen förmlichen Beifallsjubel auf, welcher erſt endete, nachdem ſämmtliche Dar⸗ ſteller nochmals erſchienen und die Gardine dann wieder geſunken war. Den überaus günſtigen Erfolg dieſes Luſtſpiels hat daſſelbe einestheils ſeinem eigenen Werthe zu verdanken, indem es uns eine treue, dem Leben nachgebildete, nicht unintereſſante Handlung vorführt und uns die Heuchler bildende und ſelbſt Heuchelei treibende After-Frömmigkeit(Scheinheiligkeit!) in ihrer Blöße zeigt; anderntheils aber kommt auch der ſehr günſtige Erfolg auf Rechnung der vortrefflichen, ſehr gerundeten Darſtellung. Herr von Hoxar als Darſteller des Marine-Offiziers Cäſar von Freimann belebte Alles durch ſeine Lebendigkeit und fröhliche Laune. Sein Sprichwort:Zum Teufel mit den Umſtänden verfehlte nie ſeine Wirkung, mit einem Worte: Herr von Hoxrar kann dieſe Parthie zu ſeinen glanzvollen zählen. Recht brav ſpielte auch Herr Kern den Ferdinand von Drang. Herr Storre, den Rath Preſſer darſtellend, gab dieſe Rolle ganz ausnehmend brav. Dieſer jeſuitiſche Frömmler ſtand ganz naturgetreu verkörpert vor uns und wurde von ihm bis in die kleinſten Details wahr zur Anſchau⸗ ung gebracht. Ebenſo verdienen auch die Damen: Frau von Hoxar (Frau von Flor), Fräulein Weidner und Fräulein Gehyſer d. ä.(Mutter und Tochter), Fräulein Geyſer d. 1.(Pauline) das wärmſte Lob.

Wie wir vernehmen, beabſichtigt Herr und Frau von Hoxar, die ſich zu unſerm Bedauern von der Geſellſchaft des Herrn Geyſer getrennt haben, in den nächſten Tagen eine deklamatoriſche Abendunterhaltung in Butzbach zu veranſtalten und haben zu dieſem ZweckeEr muß auf's Land/ gewählt, um es vorzutragen.

Einſender die wohlmeinende Lebensregel künftighin beherzigen: Ueberlege jedesmal, was Du reden willſt, und plaudere nicht Alles, was Du weißt, unbeſonnen heraus. Ein Wei⸗ ſer ſagt: Der Kluge weiß, was er redet; der Thor

redet, was er weiß.

Sap. sat.

In Herrn und Frau von Hoxar lernten wir ein braves Künſt⸗ lerpaar kennen und hatten noch beſonders in den beiden Benefizvor⸗ ſtellungen derſelben(Bettelſtab und Lorbeerbaum, und Hamlet) genheit, ihr ausgezeichnetes Talent zu bewundern. Dieſe Benefize wur⸗ den ſehr zahlreich beſucht und wir hoffen und wünſchen herzlich, daß auch die in Butzbach beabfichtigte Soirée recht zahlreich beſucht werde. N.

ele⸗

Bekanntmachungen von Be⸗

hoͤrden. N Edictalladung.

(305) Gr. Hofgericht der Provinz Ober⸗ heſſen hat über den Nachlaß des Joſt Richber von Windhauſen den Concurs erkannt. An⸗ ſorüche jeder Art an denſelben ſind im Termin Freitag den 2. Mai d. J., Morgens 9 Uhr, bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſiv decret eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe, anzuzeigen und richtig zu ſtellen und haben diejenigen Gläubiger, welche in dieſem Termin perſönlich zu erſcheinen verhindert ſeyn ſollten, ihre Vertreter mit auf Abſchluß eines Ver gleichs gerichteten Vollmachten zu verſehen, indem beim Zuſtandekommen eines ſolchen die nicht perſönlich Erſchienenen reſp. nicht gehörig Vertretenen als demſelben beigetreten ange ſeben werden. Ulrichſtein den 28. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann.

SD ade n.

(335) An den Großh. Forſtfiscus haben nachbenannte Einwohner die nachverzeichneten Grundſtücke, in der Gemarkung Bobenhauſen gelegen, verkauft, nämlich: 1) Johannes Lang von Bobenhauſen: XXI/S89, 602/14, 407[IKlftr., Acker auf dem Liſcherhain, XXI/64, 824/I, 387 Wieſe daſelbſt 2) Kaſpar Loos daſelbſt: XXI/54, 598/23, 175[IKlftr., Acker daſelbſt, 3) Johannes Müller von Kölzenhain: XXII/66, 582/ö, 436 Klftr., Acker daſelbſt,

XXII/69, 568/11, 234( Aaeker daſelbſt, 4) Johannes Zink von Wohnfeld: XXI/99o, 588/28, 329[IKlftr., Acker daſelbſt, XXII/46, 588/28, 498 Acker daſelbſt, 5) Andreas Fuchs von Wohnfeld: XXII/67, 582/Ä, 431[IKlftr., Acker daſelbſt, XXII/ZI, 59/9, 1057 Acker daſelbſt, 6) Konrad Ringel daſelbſt: XXII/27, 59/9, 417[IKlftr., Acker daſelbſt, können aber ihr Eigenthum daran entweder gar nicht oder nicht vollſtändig urkundlich nach⸗ weiſen. Es werden darum alle Diejenigen, welche an die fraglichen Immmobilien Cigen thums- oder ſonſtige dingliche Anſpruche bil⸗ den zu können glauben, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen vier Wochen à dato dabier vorzubringen und zu begründen, widrigenfalls die bereits ausgefertigten Kaufbriefe beſtätigt

werden. Ulrichſtein den 5. März 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmer mann.

Edicetalladung.

(335) Jobannes Fritz, Lieutenants Sohn, von Ulrichſtein beabſichtigt, ſein Immobiliar vermögen unter ſeine Kinder resp. Enkel zu vertheilen und hat zu dem Ende einen Grund buchs⸗Auszug über ſämmtliche, ihm zugehöri gen, Grundſtücke überreicht. Da er aber ſein Eigenthum an denſelben urkundlich nicht nach- zeigen kann, ſo werden alle Diejenigen, welche an das ron ihm beſeſſene Grundvermögen, deſſen einzelne Stücke aus dem in der Land gerichts-Regiſtratur zu Jedermanns Cinſicht offen liegenden Grundbuchsauszuge erſeben werden können, Eigenthums⸗ oder ſonſtige ding liche Anſprüche machen wollen, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen à dato dahier an⸗ zubringen und zu begründen, widrigenfalls das

Eigenthumsrecht des Genannten an fraglichen Grundſtücken für anerkannt angenommen und

demſelben eine Eigenthumsurkunde ausgefer tigt werden wird. ulrichſtein den 13. März 1845. Großh. Heſſ Landgericht daſ. Zimmermann.

Edietalladung.

(386) Johannes Heller, Sohn der verſtorbe⸗ nen Cheleute Konrad und Anna Margrethe Heller zu Grüningen, geb. am 9. April 1774, demnach jetzt über 70 Jahre alt, ſoll ſchon in früher Jugend in die Fremde gegangen und ſein fernerer Aufenthalt völlig unbekannt ge blieben ſeyn.

Indem daher ſein Ableben unterſtellt und ſein Nachlaß verabfolgt werden wird, inſofern nicht Heller oder unmittelbare Abkömmlinge oder auch entferntere Verwandte ſich anmel⸗ den, wird dreimonatliche Friſt zu dieſer An meldung bei Vermeidung Ausſchluſſes beſtimmt.

Hungen den 18. März 1845. g

Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann.

Holz-Verſteigerung.

(390) Montag den 7. und Dienſtag den 8. April d. F., von Vormittags 9 Uhr an, ſollen im hieſigen Gemeindewalde, in der Jungen mark und im Wehrholz, 174 Stück Eichen⸗Bau- und Werkholz⸗ Stämme,* 4 von allen Gattungen und vorzüglicher Gute, ſodann 5 g 3 Schichten Eichen⸗Werkſcheitholz, fur Glaſer und Schreiner, 1 Eichen⸗Stange und 2 Eichen⸗Nutzſtücke, f öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wel⸗ ches mit dem Bemerken hierdurch bekannt ge⸗ macht wird, daß am erſten Tage die ſtärk⸗ ſten und vorzüglichſten Bau⸗ und Werk⸗ holz⸗Stämme in der Jungenmark, 74 Stück,

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