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ntelligenz-Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
Die Baumſchule des Gemeinderaths Philipp Phi— lippi dahier iſt durch Abbruch der darin befindlichen Obſt— bäumchen gänzlich zerſtört worden.
Unter dem Bemerken, daß fuͤr den Fall der Nichtent— deckung des Thäters der Schaden von den Stadt-Einwoh— nern getragen werden muß, wird dieſes hiermit zur öffent— lichen Kenntniß gebracht und zugleich angefügt, daß dem— jenigen, welcher zur Entdeckung des Thäters Aufſchluß zu geben vermöͤge, eine namhafte Belohnung aus der Stadt— kaſſe zu Theil werden ſolle.
Auch ſichert der Beſchädigte unter gleicher Voraus— ſetzung eine Belohnung von 10 Rthlr. und Verſchweigung des Angebers zu.
Friedberg den 28. Februar 1845.
Der Großh. Heſſ. Kreisrath e
Ueber die Localſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins im Kreiſe Friedberg.
Der Freund, welcher in Nr. 16 dieſes Intelligenzblat— tes die Angelegenheiten unſerer Localſection beſpricht, mag die beſte Abſicht gehabt haben; er hatte aber wohl gethan, ſich vorher über den Stand der Sache etwas genauer zu erkundigen. Da durch ſeine Andeutungen bei denen, welche damit ganz unbekannt ſind, der Gedanke entſtehen könnte, als ſei dieſe Geſellſchaft ihrem Verfalle nah, ſo halte ich es für nöthig, folgende Zahlen entgegen zu ſtellen:
Als im Herbſt 1841 ſich die Localſection bildete, lie— ßen ſich 53 Theilnehmer einſchreiben, worunter 33 ſchon früher Mitglieder des Gewerbvereins und 20, neu eintretend.
Im Anfang des Jahres 1843 betrug die Zahl der Mitglieder 61.
Obgleich bis zu Ende des Jahres 1843 2 Mitglieder mit Tod abgegangen und 5 von Friedberg weggezogen waren, blieb die Zahl zu Anfang 1844 auf 60.
Jetzt— zu Anfang 1845— beträgt ſie 62.
Die Zahl der Beitrittserklärungen hat mithin noch immer die der Austretenden überwogen. Daß die Zunahme nicht jedes Jahr 20 ſein konnte, wie im erſten, verſteht ſich von ſelbſt; da diejenigen, welche in Friedberg ſich für die Sache intereſſiren, gleich Anfangs zum Beitritte ſich bewo— gen fanden, in der Folge alſo nur noch Einzele hinzukom— men konnten, welche erſt ſpäter hier anſäßig oder damit bekannt wurden. Daß ich die verſchiedenen Urſachen, welche in jedem Jahre Einige zum Austritt bewogen, hier erörtere, wird Niemand erwarten. Uebrigens darf ich verſichern, daß es bei weitem nicht allemal diejenigen waren, auf welche der Verfaſſer des in Rede ſtehenden Artikels ſchließen zu müſſen glaubt. Auch iſt wohl Niemand über ſolche reine Privatangelegenheiten dem Publicum verantwortlich, und die Freiheit der Preſſe ſollte die Freiheit des Einzelen nicht in ſolcher Weiſe beſchränken wollen. Das Gleiche gilt von dem Beſuche der Verſammlungen. Doch wiſſen wir alle, daß derſelbe gegen früher keineswegs ſo abgenommen hat, als man nach den Aeußerungen des Verfaſſers glauben ſollte; noch weniger dürften aber ſolche Inſinuationen ein Mittel werden, denſelben zu heben.
Soldan.
Zur Erheiterung.
Saphir fuhr eines Tags in einem Fiaker, der Wagen hielt bereits mehrere Minuten, da der Kutſcher mit einem Andern in Streit gerieth und handgemein wurde. Saphir rief aus dem Fenſter hinaus:„Prügeln Sie ſich etwas ſchneller, ich habe die Droſchke auf eine Stunde genommen.“
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Zwei Bauern kamen in eine Apotheke.„Haben Sie nichts fuͤr Zahnſchmerzen?“ fragte der Eine.„O ja! ſagte der Apotheker, langte eine Flaſche Salmiakgeiſt herab und ſagte dem Bauer, er mochte hineinriechen. Der Bauer riecht


