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Friedberg den 29. Mai 1845.
Se. Königl. Hoheit den Erbgroßherzog hatten wir die hohe Freude geſtern kurz nach 12 Uhr in unſere Stadt einfahren zu ſehen.— Höchſtdieſelben trafen geſtern Nachmittag Anordnungen wegen Bauten am Grßh. Schloſſe und wegen Anagen im Schloßgarten dahier, inſpicirten die⸗ ſen Vormittag die Mannſchaft des dahier garniſonirenden 2. Bataillons des 4. Infanterie⸗Regiments und reiſ'ten ge⸗ gen 11 Uhr nach dem Bade Salzhauſen. Wie wir ver⸗ nehmen, ſollen mehrere intereſfante Punkte in unſerer Provinz durch Anlagen pverſchönert und mit der Altenburg bei Nidda der Anfang gemacht werden.— Gewiß wird dann auch unſer Winterſtein, auf dem man eine ſo herrliche Ausſicht in die geſegnete ſchöne Wetterau hat, eine Verzie⸗ rung und vielleicht auch ein kleines Obdach erhalten.
Von Obererlenbach wird uns ſehr Erfreuliches über die Fortſchritte des dortigen Sängervereins gemacht. Das iſt brav, Ihr Sänger! fahrt nur mit gleichem Eifer fort und ſeid ein Muſter von Eintracht und Beharrlichkeit und er⸗ freut Euch und Andre durch Euern Geſang.
Dagegen wird uns aus der Nähe von Steinbach etwas höchſt Unerfreuliches mitgetheilt. Am 26. Mai, Abends 8 ½ Uhr, hat eine verruchte Hand im ſteinbacher Gemeinde— wald einen jungen Kiefernbeſtand auf drei verſchiedenen Stellen angezuͤndet. Dem Dienſteifer und der Beſonnenheit des Forſtſchützen Hill von Steinbach, unter Mitwirkung des Caſpar Brier zu Steinbach, verdankt dieſe Gemeinde die Erhaltung von 100 Morgen 15 bis 20jährigen Kiefern. Die drei verſchiedenen Brände waren ungefähr 300 Schritte von einander und das Feuer hatte ſich bereits über eine Flache von ohngefähr ſechs Quardratklaftern ausgebreitet,
Orthographie wetterauiſcher Woͤrter. (Fortſetzung von Nr. 17 d. Bl.)
24) heint, d. i. dieſe Nacht(ſowohl die juͤngſt ver⸗ gangene, als auch die gegenwärtige oder die nächſt zukünf⸗ tigeß. So, wie wir Wetterauer das Wort jetzt noch ſpre— chen, ſchreibt es ſchon unſer Landsmann Alberus 1540. Es lautete in älterer deutſcher Sprache mit langem i: hint, und dieß iſt zuſammengezogen aus altdeutſch hinacht(mit langem i), welches Wort aus altdeutſch hi und Nacht zu⸗ ſammengeſetzt iſt und„dieſe Nacht“ ausdrückt. Da wir Wetterauer aber dieſe Entſtehung des Wortes nicht mehr fühlen, weil wir in unſerm heint kein„Nacht“ mehr aus⸗ ſprechen, wie unſere Vorväter vor 1000 Jahren in hinacht, ſo ſagen wir auch: heint Nacht, welches in unſrer Mund⸗ art heint Noacht lautet. Allein das iſt unnöthige Wort⸗ fülle und„Nacht, kann bei heint füglich wegbleiben, da „Nacht“ ſchon in heint ſteckt, wie wir eben geſehen.
25) Der Höhrauch, d. i. der trockne nebelartige Dampf in dem Luftkreis an der Erde zu heißer Sommers⸗ zeit. So ſchreibt man unſer wetterauiſches Wort Hihrahch, zuſammengeſetzt aus Hih d. i. Höhe und der Rahch d. i. Rauch. Man darf alſo nach unſerm wetterauiſchen Worte nicht hochdeutſch Heerrauch, Hehrrauch, Haarrauch oder auch Höhenrauch ſchreiben, wie manche in Büchern thun. Wir haben die Benennung Höhr auch wohl deswegen, weil wir jenen trocknen Erdrauch nach der Höhe chöhern Gegend) hin ſehen.— Ich erlaube mir hierbei eine Frage. Spricht man irgend wo in der Wetterau oder in Oberheſſen: der Hahrahch anſtatt der Hihrahch? Das wäre intereſſant! Denn der Hahrahch Hah-Rahch) wäre dann hochdeutſch
der Heir auch, wie jener trockne Dampf eigentlich heißen müßte und auch wirklich noch bayeriſch heißt. Heirauch, zuſammengeſetzt aus altdeutſch das Hei d. i. Sonnenbrand, Hitze, heißes Wetter, und Rauch, bedeutet eigentlich: Rauch von heißem Wetter.
26) Die Schalte, d. i. der Fenſterladen. So lau⸗ tet das wetterauiſche Wort„die Schale,(mit langem a) im Schriftdeutſchen. Es kommt von dem altdeutſchen Worte ſchalten, inſofern dieſes ſtoßen(hier: auf- und zuſtoßen) und ſchieben bedeutet. Daher nennt man auch im Schrift— deutſchen ein hölzernes Schiebefenſterchen oder Schiebethür— chen und dann überhaupt ein Verſchlußthürchen einer Fen⸗ ſteröffnung: der Schalter. Man denke nur an den ſoge⸗ nannten Poſtſchalter, die Schaltern an ältern Kramlä⸗ den u. ſ. w.
Berichtigung: In Nr. 17. dieſes Jahres S. 66. Zeile 13. lies Weve anſtatt Werk. W.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom April 1845. I. Butzbach.
Getraute:
12. Ludwig Friedrich Schuſter Großh. Lehrer an der Ele⸗ mentarſchule dahier, des verlebten Bürgers in Fried— berg und Secretär an den Stiftungen daſelbſt Johann Adam Schuſter, nachgelaſſener ehelich lediger Sohn und Suſanna Eliſabeth Schröder, des Gr. Kaſernen⸗ wärters dahier Heinrich Schröder, ehelich erzeugte le⸗ dige Tochter.
13.(zu Florſtadt) Johannes Grüninger VI. Bürger und Lohgerber zu Butzbach des daſelbſt verſtorbenen Bür⸗ gers und Lohgerbers Chriſtoph Grüninger, nachgelaſſe⸗ ner ehelich lediger Sohn und Maria Koch, des Orts⸗ bürgers und Ackermanns zu Florſtadt Wilhelm Koch, ehelich ledige Tochter.
Getaufte:
6. Dem Burger und Schuhmachermeiſter Konrad Kiefer eine Tochter, Anna Katharina Margaretha, geb. den 21. März.
6. Dem Buͤrger und Metzgermeiſter Jacob Kobelt ein Sohn, Heinrich, geb. den 8. März.
13. Dem Oberwachtmeiſter im Garde-Regiment Chevauxle⸗ gers Johann Philipp Feurer ein Sohn, Heinrich, geb. den 26. März.
13. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Frei⸗ tag ein Sohn, Jakob Wilhelm, geb. den 27. März.
13. Dem Bürger und Bäckermeiſter Adam Wendel eine Tochter, Johanna Eliſabeth, geb. den 14. März.
20. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Jakob Bartel ein Sohn, Friedrich, geb. den 6. Afril.
20. Dem Bürger und Gerbermeiſter Johannes Grünin⸗ ger VIII. ein Sohn, Bernhard, geb. den 29. März.
Beerdigte:
2. Johann Chriſtian Orth, Bürger und Sattlermeiſter zu Butzbach, alt 52 Jahre, 10 Monate, 7 Tage, f den 31. März.
5. Johann Ludwig, des Bürgers und Gerbermeiſters Jo⸗ hannes Küchel IV. eheliches Söhnchen, alt 2 Jahre, 5 Tage, t den 3. April.
8. Louiſe Katharina, des hieſigen Burgers und Schuh⸗ machermeiſters Adam Stein Ehefrau, geb. Spornhauer alt 34 Jahre, 8 Monat, 8 Tage, I den 6. April.
17. Anna Katharina, des verlebten Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters Joh. Rothhardt nachgelaſſene Wittwe, alt 66 Jahre, 20 Tage, T den 15. April.
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