Ausgabe 
2.8.1845
 
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gerichtsräthe v. Biegeleben und Frank dahier zu Mitgliedern und Räthen bel dem Oberappelatlons⸗ und Caſſatlonsgerichte ernannt; dem Pfarrer Vief zu Hering die katß. Pfarrſtelle zu Lämmerſpiel übertragen; der von ſämmtlichen Rieveſel Freiherrn zu Eiſenbach für die Stelle eines Forſipolizeibegmten in ihren Besitzungen präſentirte Oberförſter Heimber⸗ ger zu Lauterbach in dieſer Elgenſchaft, am 4. der von dem Hrn. Grafen n Stolberg Wernigerode und Gedern auf die evangel. Pfarrſtelle zu Volkartshain präſentirte Pfarramtscandidat Landmann aus Ranſtadt Tür pieſe Stelle bestatigt; am 8, dem Schulvicar Engeldrum die kath. Schullehrerſtelle zu Heppenheim g. d. W. übertragenz am 10. dem Geo⸗ melergehülfen Jäger gus Steinfurt das Patent als Geometer 3. Cl. für den Kreis Alsfelp erthellt; am 11. der Landrichter Eigenbrodt zu Groß⸗ gerau zum Mitgliede und Rathe und der Landgerichtsaſſeſſor Dr. Weber dabier zum Aſſeſſor m. St. bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg; der Calculator bei der Staatsſchulden-Tilgungskaſſe Petſch dahier zum 2. Buchhalter dabei ernannt; der Aſſeſſor m. St. bei dem Landgerichte Altenſchlirf, Sartorius, an das Landgericht Lorſch verſetzt; ſodann der von den Freiherren v. Riedeſel auf die Stelle eines Landrichters zu Alten⸗ ſchlirf präſentirte vormalige Hofg.-Secret.-Acceſſiſt, nunmehrige gräfl. gör⸗ tziſche Kammerrath Eigenbrodt zu Schlitz für dieſe Stelle beſtätigt und der Hofg.⸗Secret.⸗Acceſſift Ceßner aus Gießen zum Aſſeſſor m. St. bei dem Landgerichte Altenſchlirf; am 14. der Steuercontroleur v. Flammer⸗ dinge dahier zum Diſtrictsetnnehmer zu Mainz ernannt; am 15. dem Notär Dr. Klauprecht zu Wörrſtadt die durch die Dienſtentbindung des Notärs Gaßner zu Mainz erledigte Notariatsſtelle mit dem Amts- ſitze zu Mainz und dem Gerichtsacceſſiſten und Notariatscandidaten Dr. Gaßner zu Mainz die durch das Ableben des Notärs Hundhanſen zu Gaualgesheim erledigte Notariatsſtelle mit dem Amtsſitze zu Gaualges⸗ heim übertragen.

IX. Charakterverleihung: Am 1. Juli wurde dem Geh. Rathe Friedrich FIrhrn. v. Breidenſtein zu Breidenbach der Charak ter eines wirklichen Geheimen Raths mit dem PrädicatExcellenz ver⸗ liehen.

X. Dienſtentlaſſung: Am 15. Juli der Notär Gaßner zu Mainz, auf ſein Nachſuchen.

XI. Verſetzung in den Rnheſtand: Am 1. Juli der Haupt⸗ ſtaatscaſſe-Buchhalter Kuhlmann, auf ſein Nachſuchen.

XII. Concurrenz für: die 1. evang. Knabenſchullehrerſtelle 2. Abth. zu Darmſtadt mit jährlich 700 fl. und freier Wohnung oder Woh⸗ nungsvergütung von 150 fl.; die kath. Schullehrerſtelle zu Gadern, Kr. Heppenheim, mit 211 fl. nebſt 4 Stecken Holz zur Heizung des Schul locals; die 3. kath. Mädchenſchullehrerſtelle zu Bensheim mit 300 fl. ohne freie Wohnung, jedoch mit freier Heizung der Schulſtube; die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Dudenhofen, Kr. Offenbach, mit 383 fl. 20 kr. nebſt 4 Stecken Tannenholz zur Heizung der Schulſtube; die evang. Pfarr ſtelle zu Oſtheim, Kr. Friedberg, mit 963 fl.; die kath. Schullehrerſtelle zu Planig, Kr. Bingen, mit 292 fl., wobei der Schullehrer die Heizung der Schulſtube zu beſorgen hat.

XIII. Geſtorben ſind: Am 6. Sept. 1844 der Oberappell.- u. Caſſationsger.⸗Rath Müller; am 12. Juni der Schullehrer Welſch zu Rüſſelsheim; am 22. der Oberappell. und Caſſger.-Rath Höpfner; am 4. Juli der emeritirte kath. Pfarrer Klein zu Armsheim; am 8. der Domänenbote Flick zu Gladenbach.

Zur Erheiterung.

In einer Stadt wurden fuͤr einen milden Zweck Subſcriptionen geſammelt. Man kam auch zu einem jungen reichen Kaufmanne, der ohne alles Bedenken hundert Reichs thaler unterzeichnete. Einige Tage darauf wurde die Liſte auch dem Vater des Genannten vorgelegt und man erwar tete von ihm mindeſtens dieſelbe Summe, die der Sohn ge zeichnet hatte, da er ja doch eigentlich das Hauptvermögen beſaß. Der Alte durchblättert die Liſte, dann nimmt er die Feder und ſchreibt zehn Tahler. Das ſah Einer der

. 240.

Subſcribentenſammler und machte gegen den reichen Banquier die Bemerkung: er müſſe ſich geirrt haben, ſein Sohn habe ja 100 Thaler unterſchrieben.O erwiederte der Ange redete der hat gut ſchreiben, der hat einen reichen Vater, der für ihn bezahlt, aber für mich bezahlt kein Menſch, ich muß Alles ſelbſt bezahlen und da ſind 10 Thaler genug.

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Wer hat die Welt gemacht? fragte einſt im Examen der Lehrer ein Bübchen. Nicht ſo ſchnell, als der Lehrer es wünſchen mochte, folgte die Antwort und er fragte darum mit lauterer Stimme und mit einem gewiſſen Nach⸗ druck noch einmal:wer hat die Welt gemacht? Da fieng der Kleine an zu weinen und ſagte unter Schluchzen:ich war's, Herr Schullehrer, thun Sie mir nur Nichts, ich will's mein' Lebtag' nicht wieder thun. Der Lehrer biß ſich in die Lippe die Verſammlung lachte.

Programm des landwirthſchaftlichen Feſtes zu Grünberg am 7. Auguſt 1845.

Das unterzeichnete Feſt-Comité beehrt ſich hierdurch zur Theilnahme an den Feierlichkeiten dieſes Tages unter Mittheilung der nachfolgenden Feſtordnung ergebenſt einzu laden.

§. 1. Das Feſt wird Abends vorher um 9 Uhr durch Böllerſalven angekündigt, worauf auf dem Marktplatze von dem hieſigen Muſikvereine Inſtrumentalmuſik erfolgt.

§. 2. Am Feſttage wird in der Frühe daſſelbe wie⸗ derholt.

§. 3. Um 7 Uhr verſammeln ſich die Theilnehmer im Rathhauſe und um 8 Uhr begeben ſich dieſelben in einem Feſtzuge durch die Stadt auf den nach Gießen hin gelege nen Schießplatz in folgender Ordnung:

Voran Jungfrauen und Jünglinge, hierauf die Stadtfahne mit nachfolgender Muſik, hiernächſt die Preisvertheilungs-Commiſſion in Begleitung der Beamten des landwirthſchaftlichen Vereins und des Stadtvorſtandes.

§. 4. Der hieſige Muſikverein, welchem ſich der Ge ſangverein mit der Fahne und alle diejenigen anreihen, welche Intereſſe für Foͤrderung und Hebung der Landwirth ſchaft haben.

§. 5. Mit Früchten geſchmückte Wagen.

§. 6. Sobald der Zug auf dem Feſtplatz ankommt, begrüßt der Singverein den feſtlichen Tag mit einem Feſt geſang.

§. 7. Die Preisvertheilungs-Commiſſion wird hierauf nach deren Bekanntmachung die Beſichtigung des zur Preis bewerbung aufgeſtellten Viehs und hernach die Vertheilung der Preiſe vornehmen.

§. 8. Hiernächſt vereinigt man ſich in der Feſthalle zu einem Feſtmahle, wahrend welchem die in§. 3. genannte Muſik auſſpielt.

§. 9. Beginnen nunmehr die Beluſtigungen der Jugend, und endlich erfolgt die Verlooſung von Vieh ꝛc.

§. 10. Abends 8 Uhr Ball im Flick'ſchen Saale.

Grünberg den 29. Juli 1845. Das Feſt-Comiteé: Flick. Henricy. Kistner. Sud heimer.

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