„ 102.
Localſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins
fuͤr den Kreis Friedberg.
Monatliche Sitzung Montags den 1. April, Abends um 7 Uhr.— Vortrag über den Druck der Luft und des Dampfes und die atmosphäriſchen Eiſenbahnen— Wieder⸗ holte Berathung über die Frage, ob der mit andern Mate⸗ rialien als Holz gebrannte Kalk dem mit Holz gebrannten an Güte nicht nachſteht, wozu man die Herrn Ziegelbren⸗ nereibeſitzer, Maurer und Weißbinder nochmals dringend einladet— Mittheilungen aus Journalen über eine nene Art, Mauerwerk waſſerdicht zu machen— das Verfahren der Gypshärtung— die Wiedergewinnung des Indigos aus den Bodenſätzen der kalten Küpe— die Erkennung des geſchwefelten Hopfens u. ſ. w. Vorzeigung einiger Henſchelſchen Ziegeln, welche in Caſſel ſelbſt und in Mainz auf der Preſſe gemacht ſind. Vorlage der Probeblätter zu der von Großh. Gewerbverein herauszugebenden Samm⸗ lung von detaillirten Zeichnungen der Arbeiten des Bau— ſchreiners— der Kupfer und Steindrücke zu Rombergs Zeit⸗ ſchrift für practiſche Baukunſt 1—2 Heft.
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a Friedberg am 25. März 1844.
Das Conzert, welches die Mitglieder des hieſigen Singvereins zum Beſten der Kleinkinderſchule geſtern Abend im Gerlach'ſchen Saale gaben, entſprach in künſtleriſcher Hinſicht jeder billigen Erwartung, und muß, da es ſehr be⸗ ſucht war, dem Kleinkinderſchulfonds eine namhafte Summe ertragen haben. Damengeſellſchaft im Caſino zuſammenſiel, da hierdurch die Einnahme gewiß um Etwas, wenn auch nicht um Vieles, geſchmälert wurde. Auch wäre es gewiß eines Conzer⸗ tes würdiger geweſen, wenn man die von dem Vorſtande angeheftete Bitte berückſichtigt und in den hinteren Räumen des Conzertſaales nicht geraucht hätte.
Verſchiedenes.
Auch etwas Gutes aus dem Baierlande. Im Frankfurter Journal vom 25. Februar d. J. leſen wir von München aus:„gegen das mit jedem Jahre mehr über⸗ handnehmende Unweſen der ſogenannten Kleinkinderbälle iſt jetzt von oben herab durch ein Verbot eingeſchritten wor⸗ den, was bei allen denjenigen, welche den Werth einer ver— nünftigen Erziehung zu ſchätzen wiſſen und ibren Kindern nicht mit Affenliebe zugethan ſind, den verdienten Beifall findet.)— Wir theilen dieſe Nachricht unſern Leſern mit, weil es auch bei uns leider nicht zu den Seltenheiten ge—⸗ hört, daß in Städten, namentlich nach empfangenem Tanz⸗ unterrichte, den Kindern Bälle gegeben werden und daß auf dem Lande bei ſtattfindenden Tanzgelegenheiten, ehe die Muſik für die Erwachſenen beginnt, zuerſt den Kindern ein oder ein Paarmal aufgeſpielt wird, oder auch, was ſchlimmer iſt als Beides, daß man die Kinder an den oft nichts weniger als erbaulichen Tanzbeluſtigungen der Er⸗ wachſenen und was mit ihnen zuſammenhängt Theil nehmen läßt. Nachher wundert man ſich, daß ſogar unter Kindern Beiſpiele von Völlerei und von grober, oft unnatürlicher, leib⸗ und ſeelenverderberiſcher Unſittlichkeit vorkommen— ei, nähre das Unkraut im Herzen des Kindes nicht ſelbſt, reiße es vielmehr, wo du es wahrnimmſt, alsbald, wenn's auch wehe thut, heraus und du wirſt dann gewiß auch ſeltener die böſe Frucht erſcheinen ſehen, deren Vorhanden⸗ ſein Jeden, der Gefühl hat, tief innerlichſt betrübt.
Schade, daß das Conzert mit der letzten
Zur Erheiterung“).
Zwei Waſchweiber, die böſe Zungen hatten(was ſonſt bekanntlich nicht häufig der Fall iſt) geriethen mit einander in Streit, warum?— weil geſtern ihre beiden Söhne ſich mit einander geſtritten hatten.„Das ſage ich ihr“— ſchrie zuletzt die eine der andern über den Waſchzuber mit geballten Fäuſten hinüber—„Das ſage ich ihr, wenn ihr
Bub noch anmol zu mei'm Bub Bub ſegt, dann ſoll ſe
emol ſehe, was ich ihren Bub ſchlage, dann mei Bub is kan Bub mehr, mein Bub is e Geſell!“
* **
*„Lieber Vater, ſprach Hänschen, du haſt doch ge⸗ rad' einen Kopf wie'n Löw.„„Ei, haſt du denn ſchon 'nen Löwen geſehen?, fragte geſchmeichelt der Alte.„J ge⸗ wiß, lieber Vater, Nachbar Müllers haben ja einen!,
„„Geh du dummer Schnack, das iſt ja'n Eſel lan„Se.
haſt du gerad' einen Kopf, lieber Vater.“
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*„Ei, Sepperl, wos hoſt' d' denn an deinen Noſen? fragte ein kaiſerlicher Offizier einen im Glied ſtehenden Sol; daten, der einen langen blutigen Streifen über die Naſe hatte.„Ei, i hob mi gebiſſen, Ew. Gnoden,« erwiderte der Soldat.„Du hoſt di gebiſſen? moch kan Utz nicht, wie hoſt di denn in d' Noſen beißen können?,—„Jo, ſeheng's, Ew. Gnoden, i hob gerod auf'n Schemel drauf geſtanden und hob d' Lampen geputzt und hob' naufzu's g'ſchaut und do hob mir in d' Noſen g'biſſen.“ dengeſtellt der Offizier und ſetzte die Inſpektion fort.
) Der Menſch will nicht immer nur von Ernſtem hören, er will auch manchmal ſich erheitern und wohl dem, der recht häufig fröhlich iſt, wehe dem, der es von Herzen zu ſein verlernt oder gar nicht ge⸗ lernt hat. Wir glauben uns nicht enſchuldigen zu müſſen, wenn obige Rubrik von Zeit zu Zeit im Intelligenzblatte e
ie Red.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Februar 1844. Ulrichſtein.
Getraute: 29. Philipp Berg, des Schulzen Bonifacius Berg zu Be— bendorf im Königreich Preußen, Kreiſes Heiligenſtadt, Sohn, Ortsbürger und Weber zu Bebendorf und Maria
Kartharina Müller, des hieſigen Bürgers und Tag— löhners Heinrich Müller, Bäckers, Tochter. 5
Getaufte:
4. Dem Ortsbürger und Taglöhner von Götzen Niclau
Wenzlau IV. Sohn, Carl Adam, geb. am 19. Jan. 11. Dem Johannes Horſt, hieſigem Bürger und Ackermann ter Sohn, Georg, geb. am 21. Jan. f
Beerdigte:
14. Anna Barbara Rühl, Schäfers, Ehefrau, eine geb. Spörer von Meiches, alt 52 Jahre, 6 Mon. und 28 Tage.
25. Katharina Lipp, des hieſigen Bürgers und Ackermanns Johann Heinrich Lipp legitimirte, erſte Tochter, alt 2 Jahre, 4 Mon. und 21 Tage.
Milde Gaben.
Für Simon Brauburger in Obererlenbach iſt bis jetzt in Summa 44 fl. 24 kr. bei uns eingegangen, welchen Betrag wir heute, den 27. März, an denſelben durch den Bezirksboten Biedenkapp ge⸗ ſendet haben. 5 D. Red.
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