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tüchtigen Mann nach Weilburg zu ſchicken, um den Piſebau practiſch zu erlernen.— a 5 f Solche überraſchende Fortſchritte hat eine Idee in neueſter Zeit gemacht, welche vor 40 Jahren allgemein ver⸗ kannt und mißachtet worden.— Moͤchten nun alle Leſer, indem ſie beklagen, daß der Urheber dieſer neuen Bauart in Deutſchland dieſe ſchönen Erfolge nicht mehr erlebt hat, aus dieſem Beiſpiele die Lehre ſchöpfen, daß ein ehrenwer⸗ ther Mann auch dann gemeinnützig wirkt, wenn er nicht anerkannt wird, daß er auch dann nicht ermüden ſoll, die Saaten des Guten und Nützlichen auszuſtrenen, wenn ihm die Verkehrtheit ſeiner Zeit bei jedem Schritte die ärgſten Hinderniſſe bereitet;— denn es iſt eine traurige, aber ſtets bewährte Wahrheit, was Voltaire ſagt: Unſere elende Gattung iſt alſo beſchaffen, daß diejenigen, welche den alten und abgetretenen Weg gehen, immer Steine nach denen werfen, die den neuen wandeln.“
Einige Worte über Buͤdesheim.
Da ſchon über mehrere Orte des Kreiſes Friedberg in dieſem Blatt geſprochen worden iſt, ſo will Einſender dem die- ſes Blatt leſenden Publicum auch einige Worte über das ſchöne Büdesheim, wie es in einer Wetterauer Chronik genannt wird, mittheilen.
Nach Mader, Canzlei-Direktor der Burg Friedberg, ſoll es früher Zundisheim geheißen haben, was er aus einem im Jahr 1293 abgefaßten Urtheil des Kaicher-Gerichtes ſchließt. Es ſind nämlich in dieſem ein Schultheis und zwölf Beiſitzer!) aus den verſchiedenen zu jenem Gerichte gehörigen Ortſchaften angeführt. Zwiſchen Folz o de Heldebergin und Cunradus de Rendele iſt ein gewiſſer Her- mannus de Sundisheim genannt. Da aber kein Dorf mit ſolchem Namen und auch kein anderer zum Kaicher⸗ Gericht gehöriger Ort, als Büdesheim in jener Gegend liegt, ſo hat aller Wahrſcheinlichkeit nach Büdesheim in früherer Zeit dieſen Namen geführt.— Eine der erſten ſchriftlichen Nachrichten über Büdesheim finden wir in einer auf Pergament geſchriebenen, im Jahr 1405 ausgeſtellten Obligation, aus welcher hervorgeht, daß die Einwohner von Büdesheim der Regierung den Gehorſam verweigerten und daher dem Burggrafen in ihrem und ihrer Nachkommen Namen von Neuem den Unterthanen⸗Eid leiſteten. Auf Bit⸗ ten der Gemeinde drückte der Ritter Johann von Stock— heim ſein Inſiegel dieſer Urkunde bei.—
Von großer Wichtigkeit für Büdesheim iſt das jetzt der Freiherrlich von Edelsheimiſchen Familie gehö— rige Schloß daſelbſt. Wir ſehen aus den aͤlteſten Nachrich⸗ ten hierüber, daß es als Landgut) von einem Grafen Didericus und ſeinem Sohne Gisilbertus einem vom Kai⸗ ſer Heinrich II. neugegründetem Benedictiner-Kloſter zu St. Michaelis auf dem Münchs⸗ oder Bamberg übergeben worden iſt. So lange es jenem Kloſter angehörte, wurde es der Bruderhof genannt, was aus alten Urkunden und einem Denkſteine,“) der ſich jetzt noch an dem einen
Flügel des Schloſſes eingemauert befindet, hervorgeht. Auch
) Assessores. ) Es war eine Obligation über 100 fl. Capital, wovon fäßrlich 10 fl. Zinſen an die Burg Friedberg bezahlt werden mußten. ) Praedium. ) Der Bruderhoff werde ich genant Bin aber aus derselbigen Handt, Bin nun mehr Johan Brendels des Burgrf allein Darumb werde ich genant der Brendelstein; Anno 1558 ist mir der Name geben 0 Sol also mit gotliher
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erſieht man aus einem alten Lehensbriefes) des Abtes von Zeiten die Edlen von
beſagtem Kloſter, daß in früheren Falkenſtein und Sayn dieſen Bruderhof von dem Klo⸗ ſter als Lehen beſeſſen haben.— Im Jahr 1554 kaufte ihn Johann Brendel von Homburg, der im Jahr 1532 zum Burggrafen von Friedberg ernannt worden war. So lange dieſer nun Beſitzer des Schloſſes war, hieß es nicht Bruderhof, ſondern Brendelſtein.“) Brendel war der evangeliſchen Religion ſehr ergeben und es iſt daher auch zu vermuthen, daß er ſie in Büdesheim eingeführt hat, da ihn ja in alten Urkunden der Name eines Reformators der Burg Friedberg und des Kaicher-Gerichts ſowohl in kirchlichen als weltlichen Dingen beigelegt wird.“)— Das Jus patronatus gehörte ſchon vor Brendels
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Zeiten den Beſitzern des Schloſſes und der erſte evangeliſche ia Ortsbürher⸗ Pfarrer daſelbſt war wahrſcheinlich ein gewiſſer Johannes 0 Almersbach.— Im Jahr 1617 hören wir von einen ſmacht Pfarrer Kraft Ewald(Crato Eobald) aus Büdesheim, der kaun. als Inſpector und Burgpfarrer in eben dieſem Jahr nach hör Friedberg berufen wurde.—
Doch wenden wir uns wieder zu dem Burggrafen N Johann Brendel von Homburg. Dieſer war zweimal ver/ diet heirathet, mit einer Gebornen von Hofgarten und ſpäter Aten mit einer Gebornen von Stein mit der Roſen. Mi 1600, 5, geen erſterer hatte er keine Kinder, mit letzterer eine Tochter Mag; 1 uon dier d dalena, die er mit Kuno Schütz von Holzhauſer ſe een due, vermählte. Dieſer wurde nach Brendels Tod Beſitzer des eg lere
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Hofes zu Büdesheim. Im Jahr 1740 kaufte dieſen ein ge⸗ 15 en kebetelbe wiſſer Graf Hoym, der ihn aber nur wenige Jahre ben Ich Erd oder s hielt, worauf er gegen das Jahr 1760 an die Freiherrlich ether curgtengche
von Edelsheimiſche Familie kam.“)—
ſechnung i,
i ü 12 5 gen bilden zi Von vielem Unglück wurden die Bewohner von Biz auen ber
gefordert, ch.
desheim in früheren Zeiten verfolgt. Eine furchtbare Feuers beute an bei
brunſt wüthete am 28. Juli 1569 in ihren Wohnungen, von denen 23, ohne Scheuern und Ställe zu rechnen, al⸗ brannten. Noch konnte es ſich nicht von dieſem ſo großen Unglücke erholt haben, als der dreißigjährige Krieg(1618 1648) ausbrach. Wie viel Büdesheim, überhaupt die zur Burg Friedberg gehörigen Orte, in dieſem ſo furchtbaren Kriege, wo Nationen um ihr Höchſtes, ihre Religion kämpf ten, erdulden mußte, überliefern nicht nur Traditionen, ſom dern auch manche alten Urkunden. Das Ackerland wurde zur Wüſte, und nach einer Sage ſollen in jener Schreckens, Zeit nur drei Männer?) in Büdesheim am Leben geblieben ſein, die ſpäter dem jetzigen Orte ſeine Lage gaben. Denn jedem, der Büdesheim mit Aufmerkſamkeit betrachtet, muß es auffallen, daß deſſen Kirche, unſtreitig mit dem Schloß das älteſte Gebäude in Büdesheim, jenſeits der Nidder 1 dem kleineren Theil des Dorfes(Kleinen Dorf) liegt, won, aus aber hervorgeht, daß eben dort das frühere Sundlis. heim oder Büdesheim zu ſuchen und der dieſſeits der Nidden gelegene größere Theil des Ortes erſt ſpäter angebaut won, den iſt.— Aber nicht allein der Krieg wüthete in jenes Zeit in Büdesheim, ſondern auch eine peſtartige Krankheit raffte den größten Theil ſeiner Bewohner hinweg, und al! der Friede zurückkehrte, ſahen ſich die wenigen ubrigge⸗ bliebenen Einwohner im Beſitze ungeheurer Ackermaſſen
8) Unſer und unſers Kloſters Vogtey, ſo wir und erſtermeldt urs
Kloſter lange Zeithero auf unſern Höfen, Gütern und Gerichten
Büdesheim mit ihren Zugehörungen gehabt und noch haben, ſo eim die Wohlgeborne und Edle Herrn von Falkenſtein und Sayn gu Alters von unſern Vorfahren und Kloſter zu Lehen gehabt ze.
) Reformator in ecclesiasticis et politicis rebus.
5) Die Familiengruft dieſes Hauſes befand ſich dicht hinter dem Alle der Pfarrkirche zu Büdesheim und wurde erſt im vorigen Jahr. Erde ausgefüllt. Mehrere Glieder dieſer hohen Familie liegen dan begraben, was man aus einem Ritter⸗Epithaphium und einem Oe gemälde in der Sakriſtei erſieht.
*) Eckert, Jung und**
melden, widrig adt erachtet, das 9 Eſtaterben angenen Ge Wee was Rechen.
Grünberg an
Edit (810) lieber da Auen Johann Joſt! nicht der Provinz Sipeurs⸗ Prozeß erk und unbekannte Albert werden eas Vermögen ſo Mittwoch Vorn Achter anzumelden . damit ausgeſc position über laben.— I dieſem Term , den C Ain zu beſeitigen aſcheinende Glau Uulmachten zum en haben.— ah ſoll bei i gemacht wer ſuglich bes lltelen, weß hal a das Vermög aun bei Ver! iat bleibe Aſtennde beka A at den Beſ
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