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ſich Anſpruͤche erworben haben auf die Dankbarkeit der Mit⸗ und Nachwelt.— Nur ein unverſtändiges Volk iſt undank⸗ bar gegen ſeine Wohlthäter und gleichgültig gegen ihre Ver⸗ dienſte. Wir aber, die wir unſer Vaterland lieben, wollen jetzt von den Fortſchritten einer nützlichen Neuerung in allen Ländern deutſcher Zunge berichten; wir wollen unſern Leſern Zeugniſſe bringen, daß die Verdienſte unſeres unvergeßlichen J. W. Wimpf, über deſſen ſterblichen Reſten ſchon ſeit 5 Jahren der Grabeshügel ſich wölbt, in andern deutſchen Gegenden des Nordens und Südens größere Anerkennung finden, als ſelbſt bei uns.— Ihm, unſerem verklärten Freunde, gebührt der Ruhm, den Piſebau oder das Bauen mit geſtampfter Erde aus Spanien und dem mittäglichen Frankreich zu uns verpflanzt zu haben.—
Man höre nun mit Erſtaunen die wichtigen Botſchaf— ten aus Oeſtreich, Polen, Thüringen, Preußen ꝛc., die als ebenſo viele Zeugniſſe für die Verdienſte unſeres Landsman— nes ſeit 2 Jahren bei deſſen Söhnen zu Weilburg einge— laufen ſind:
Wir erinnern an unſern letzten Bericht vom Jahr 1842 über die Fortſchritte des Piſebaus in der Schweiz und Ober⸗ und Niederöſtereich und theilen den weſentlichen In— halt der Briefe in folgender Reihenfolge mit:
1
Briefe des Herrn Johann Georg Pammer zu Mun⸗ derfing in Oeſterreich ob der Enns den 28. Jänner 1843.
Wie dieſer Mann von der neuen Bauart denkt, kann man aus den 2 Briefen klar erſehen, die ich in Händen habe, aber beſſer noch aus folgenden Zeitungsartikeln, wel⸗ chen derſelbe in die vier geleſenſten Zeitungen Oeſterreichs nämlich in die Linzer, Salzburger nnd Wiener, ſodann in das inneröſterreichiſche Induſtrieblatt zu Gratz einrücken ließ und welcher alſo lautet:
Der Piſebau und ſeine ungemein großen Vortheile-
Der Unterzeichnete hat ſich über die Ankündigung des
iſebaues im inneröſtereichiſchen Induſtrieblatt an Herrn
J. Wimpf in Weilburg ſchriftlich gewendet, deſſen Werk über dieſe Bauart kommen laſſen, und denſelben erſucht, ihm einen verſtaͤndigen Piſebauſtampfmeiſter zur Aufführung eini⸗ ger derlei Gebäude zu ſenden, worauf Herr Wimpf dem Unterzeichneten den Pieſebauſtampfmeiſter Krombach aus Weilburg ſandte. Derſelbe hat zur größten Zufriedenheit des Unterzeichneten im Laufe dieſes Sommers und zwar vom 29. März bis 20. September, folglich in einem Zeit⸗ raum von 3 Monaten, ein Gaſthaus von mehr als 90 Schuh Länge, 36 Schuh Breite und 24 Schuh Höhe, an der Poſtſtraße von Salzburg nach Braunau in der Nähe von Mattighofen; ebenſo hat derſelbe ein Haus im Orte Munderfing, die Hälfte des Wohnhauſes der Senſenfabrik zu Mayrwies und den früher von Holz erbauten, am 3.
April d. J. abgebrannten Hammer in Moos bei Mattig⸗ hofen ganz in Piſe ſo ſchön und gut erbaut, daß ſich ſelbſt anfangs uͤber dieſe Bauart Ungläubige hierüber wundern und erfreuen. Denn die Mauern dieſer Gebäude ſind ſo feſt, daß ſich leichter eine Ziegel- und Steinmauer durch— brechen läßt, als eine Piſe-Mauer.— Sie gewähren aber gegen das gewöhnliche Mauerwerk den großen Vortheil, daß ſie ganz trocken und Wärme hältiger ſind, ſohin wenig— ſtens ein Drittheil, wenn nicht die Hälfte, zur Beheizung dieſer Gebäude, an Brennmateriale erſpart wird, was im Allgemeinen, beſonders aber in großen Städten von der höchſten Wichtigkeit iſt. Ferner koͤnnen Gebäude aus Piſe in jeder beliebigen Höhe, ja ſelbſt höher als 6 Stock, auf— geführt werden. Dieſe Bauart iſt überdies ſo dauerhaft, wie jede andere, und ganz gewiß um 80—90 Procent bil⸗ liger, und ſo einfach, daß, wenn ſie einmal geſehen oder das Werk von Herrn Wimpf aufmerkſam durchgeleſen wor— den iſt, ſie Jedermann leicht anwenden kann. Dieſe Bau— art iſt auch für jene holzreichen Gegenden, in welchen größ— tentheils mit Holz gebaut wird, die vorzüglichſte, da ſie viel dauerhafter, ganz feuerſicher und weit billiger iſt.—
Es wäre unnöthiger Koſtenaufwand, wenn bei dem großen Vortheil des Piſebaues Jemand ſich beifallen laſſen würde, ein was immer für Namen habendes Gebäude(z. B. Stallungen, Futter- und Getraideſtadel, Schupfen u. d.) aus Holz zu erbauen und die löblichen Behörden dürften die Bewilligung zu Holzgebäuden nicht leicht mehr ertheilen, weil, wie hinlänglich bekannt, in dieſem Jahrhunderte der Mangel an Holz ſchon höchſt fühlbar geworden iſt. Bei Erbauung von Stallungen muß bemerkt werden, daß die Fenſterſtöcke in gleicher Größe, wie bei Wohngebäuden ein⸗ geſetzt werden müſſen, da ſonſt die Stallungen wegen der Compactheit und Undurchläſſigkeit von Luft der Piſe-Mauern zu warm werden würden, was das angeführte Factum wegen Erſparung von Brennmateriale hinlänglich recht— fertiget.—
Auf dieſe Art verſchwindet die äußere Anſicht jedes Stallgebäudes und wir erhalten für die Folge alle neuer⸗ bauten Stallungen in der Form und Anſicht von Wohnge⸗ bäuden.—
Der Unterzeichnete iſt uͤber die Vortrefflichkeit dieſer Bauart ſo ſehr erfreut, daß er Herrn Wimpf ſeinen Dank hierfür nicht genug bezeugen und deſſen Werk uber den Piſebau nicht genug empfehlen kann.
Er hält ſich ſohin verpflichtet, die Vortrefflichkeit die⸗ ſer Bauart hiermit allgemein bekannt zu machen und Jeder— mann beſtens zu empfehlen.—
Munderfing den 20. November 1842. Johann Georg Pammer,
Senſenfabrikant u. Bräuer. (Schluß folgt.)
gekan n* Dienſiag den 25 oll bei dieſger 0 Jclel Korn unt
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Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Arbeits verſteigerung zu Gieſſen.
(8120 Die zur Errichtung von Ortstafeln in dem Kreis Gieſſen erforderlichen Arbeiten, beſtehend in Zimmer⸗ oder Schreinerarbeit voran; ſchlagt zu 348 fl. Weißbinderarbeit voranſchlagt zu 371 fl. ſollen Montag den 24. d. M., Vormittags um 11 Uhr, in dem Wachthaus am Selzer⸗ thor dahier wenigſtnehmend verſteigert werden, was man mit dem Bemerken zur öffentlichen
Kenntniß bringt, daß die Voranſchläge und Verſteigerungsbedingungen auf der Geſchäfts— ſtube des Unterzeichneten eingeſehen werden können. Gieſſen den 15. Juni 1844. Der Gr. Provinzialbaumeiſter Müller.
Gras-⸗Verſteigerung.
(780) Montag den 24. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Gras zu Heu von der Sauerweide in 5 Ab⸗ theilungen, jede 2 Morgen, das Gras zu Heu und Grummet von der Lachenwieſe, von dem Rain am Stück des Kanzleidieners Meyer an dem Exercirplatz vom Schleußengraben bis an die Seebach mit einem Theil von der Ochſen⸗ wieſe, ohngefahr 3 Morgen haltend, in 2 Ab⸗
theilungen öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 5. Juni 1844. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Bekanntmachung. (837) Das der hieſigen Gemeinde zuſtehende Heugras, von circa 200 Morgen Wieſen, ſoll Montag den 24. Juni d. J., . 5 Vormittags 10 Uhr, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt an der ſ. g. Kuh⸗ bruͤcke. Inhaiden am 15. Juni 1844. Der Großh. Heſſ. Graͤfl. Solmſ. Bürgermeiſter Henckel.
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