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am Montag den 26. Auguſt werden die von den hier verſammelten Geſang vereinen bei Gelegenheit einer Waldpartie abgehaltenen Geſänge durch den hierzu ge— ſtatteten Zutritt den Freunden des Geſanges in freier Natur einen erhebenden Genuß darbieten. Das Programm des Centralausſchuſſes jener Vereine wird hierüber das Nähere enthalten.— Am Dienſtage(27. Aug.) Vormittag werden Freimuſiken an verſchiedenen Orten, namentlich auch im Herrngarten, aufgeſtellt.— Das Volksfeſt ſelbſt wird auf dem Exercierplatze bei hieſiger Stadt ſtattfinden und dort mit Eröffnung des Freimarktes und der Tanzplätze mit freier Tanzmuſik ſchon am Nachmittage des 26. Auguſts beginnen, ſodann den ganzen Dienſtag fort⸗ dauern.— An dieſem Tage(27. Auguſt) Nachmittags um 2 Uhr wird nach einem deßhalb beſonders entworfenen Pro— gramm ein großer Zug von Theilnehmern am Volksfeſt vom Markte ſich nach dem Exercierplatze verfügen, dort einen feierlichen Umgang halten, dann, zum Zeichen des Beginns der Volksſpiele ꝛc., die Fahneu auf der inmitten des Feſt— platzes errichteten Emporbühne aufſtecken. Um dieſe und weiter hin auf dem Exercierplatze werden die Plätze für die verſchiedenen Spiele geordnet; außerdem in weiterem Um— fange ſich an den dazu angewieſenen Orten die Reihen von Buden der Wirthe, Krämer und Schauſtellungen ꝛc. befinden. — Zuerſt wird an dieſem Nachmittage des 27. Auguſts ein Feſt⸗ und Schauturnen, zu welchem auch auswärtige Turner eingeladen ſind, abgehalten. Auf dieſes folgen zwei Wettritte, der eine auf geſattelten, der andere auf unge— ſattelten Pferden, zu welchen von hieſiger Stadt Preiſe aus— geſetzt ſind und eine zahlreiche Theilnahme namentlich von Landleuten des Odenwaldes, des Riedes, überhaupt der Um— gegend, ſowie aus hieſiger Stadt, erwartet wird. Die wei⸗ teren Volksſpiele beſtehen unter anderen in Maſt⸗ klettern, Wettlaufen verſchiedener Art, Waſſertragen, Stei⸗ gen eines Luftballons, Laternenlaufen der Turner und ſo fort.— Während dieſer Spiele findet auf dem Exercierplatze zugleich Tanz auf den dazu errichteten Tanzböden mit Freimuſik, Unterhaltung durch verſchiedene Marktkünſtler und Schauſtellungen, ſowie der bereits am Montag Nachmittag eröffnete Freimarkt ſtatt.— Die Wirthe und Krämer, dann die Marktkünſtler, Seiltänzer, Taſchenſpieler, Inhaber von Schauſtellungen ꝛc. des In- und Auslandes ſind eingeladen, ihre Anmeldungen für dieſen Freimarkt und für das Volksfeſt vom 26. und 27. Auguſt baldigſt an die Bürgermeiſterei zu Darmſtadt gelangen zu laſſen oder ſich perſönlich auf deren Bureau anzumelden. (Gr. Heſſ. Zeit.)
Ueberſicht der Geſchichte der Schulen in Butzbach.
Die Geſchichte unſerer Bildungsanſtalten beweiſt, ſo weit urkundliche Nachrichten reichen, wie unſere Stadt der Fürſorge eines edlen Fürſtenhauſes ſich zu erfreuen hatte, welches in den lebendigen Boden des Menſchenherzens Saa—
17 0 ten ſtreute, die ſeit Jahrhunderten ſegensreiche Fruͤchte g f nahenden tragen haben.. i gemein Im Jahr 1468 wurde von Grafen Otto von Sol g genug 4 und Eberhard, Herrn von Eppenſtein, welche damals u, ier und Regenten von Butzbach waren, mit Einräumung der 8 l Marxenkirche als Collegiatkirche der Convent der Kugelſg N ren dahier angelegt und in demſelben Jahr von Pabſt Paull( beſtatigt. Nicht üppiges Kloſterleben, ſondern Pf 0 und Verbreitung eines thäͤtigen Chriſtenthums ſetzte digt l, Wer Stil Orden ſich zur Aufgabe. Wiſſenſchaftlichkeit, namen all, 1 geſtiſte Bibelforſchung, Predigt des göttlichen Wortes und Bilan alan en der Jugend neben einem ſittenreinen Wandel war es, is wle zu Ma dieſe Verbrüderungen oder Geſellſchaften des gemeinſam geht J 0 Lebens vor den früheren mönchiſchen Anſtalten auf i 1 9 5 Vortheilhafteſte auszeichnete. Es fehlte dem hieſigen Coy f 1 nicht vent nicht an trefflichen Männern, die durch ihr Wit miben Ns 5 1 die Reformation in Heſſen verbreiteten, wir nennen h, wokauf 15 Gabriel Biel, Wendelin Steinbach, Caſpar Wenir a ct nich* Heinrich Rockenhagen. Als 1526 die Reformation in Hef hätten wo de eingeführt wurde, blieb das Kugelhaus dahier unangetaſt, rotes weil nur ein Viertel der Stadt und des Amtes unter e ien des 100 ſiſche Hoheit gehörte,(ſeit 1478.) Dennoch erklärte fc den studlbe nach manchem Kampf ein großer Theil der Mitglieder in chatten ſe dice die Reformation; der Convent beſtand bis 1550, in u firnen laſſen.“ chem Jahr der letzte Pater, Johann Siegen ſtarb. Wu mahnung und damals gemeinſam regierenden Häuſer Heſſen, Solms un Wriechiſche neue Königſtein beſtimmten die Einkünfte des ſäculariſirten Kuh hauſes zur Beſoldung der Lehrer an Kirchen und Schu Seit dieſer Zeit finden wir die Geſchichte des Kugelhauſt mit der des hieſigen Schulweſens in gegenſeitigem Zuſih menhang. Das Kugelhausgebäude wurde dem Pfarrer u dem Kaplan eingeräumt. Ein Zimmer in der Wohn des erſten Geiſtlichen, das früher als Verſammlungs⸗ Ei des Convents galt, heißt bis auf den heutigen Tag mig die Conventſtube. Eigentliche Schulgebäude ſcheinen uc vorhanden geweſen zu ſein; wo der Lehrer ſeine Wohn aufſchlug, war vermuthlich auch das Schulhaus. Ni Philipps des Großmüthigen Teſtament kam der heſſih
Währen Saatfeldern gegenwärtige ursachen, ſon Znkunft ſchad die Anfrage: und Zerſtörer
Antheil von Butzbach an Ludwig von Marburg, welch vertreiben? im Verein der Mitregenten, nachdem ſie uͤber Annahme im Man Aufſicht der Prädikanten und Schulmeiſter in einem As ſem Blatte b trag vom 18. Decbr. 1572 ſich verglichen hatten, in 9
ſelben Jahre eine Ordnung und Reformation„Wie el 0
„unſer Statt Butzbach nicht allein im Kirchen- Regim Kirchenb „mit der Lehr, Leben, Wandel, Viſitation, Ahnnehmich i „und beurlaubung dero Kirchen und Schulen Diener, ulm
„des Katechismi und dergleichen, ſondern auch ꝛc. mit b „ſtallſehern, Widderteuffern, Kirmeſſen, Sontagstentzenil
„ic. gehalten werden ſoll, publicirte. In dieſer Kiri
Ordnung wurde beſtimmt, daß die Superintendenten fü
jeden Jahres einmal zu Butzbach die Kirchen und Schub 2. Dem viſitiren und darunter mit allem treuwen Fleiß dahin fel Philipp ſollen, daß der Conſens und Einhelligkeit in der Lahr u dor, gel den Pfarhern, Caplan und Schulmeiſtern nach aller my] i den h. lichkeit erhalten werde.“ Dieſe Viſitationen wurden Laach hann
Zeit unter Mitwirkung der benachbarten Solmſiſchen G560 den 28


