Ausgabe 
20.11.1844
 
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bei Leuten Anhang, dieanßer der Zeit ſtehen, die urdenen Kölner Pfeifen verſammeln ſich nur noch bei den Groß⸗ vätern. Pfeifen ſind jedenfalls geſünder als Cigar⸗ ren)(oderGlimmſtengel!/); letztere reizen durch die unmittelbare Berührung mit den Geſchmackswerkzeugen, er⸗ höhen die Speichelabſonderung ungleich mehr und veranlaſ⸗ ſen darum einen Verluſt an Säften. Man hält ſchon im gewöhnlichen Leben das viele Ausſpucken beim Rauchen nicht für gut; aber was ſoll denn der mit Tabakdampf vermengte Speichel im Magen? Dem iſt er auch etwas Fremdes, er erhoöͤht die Magenbewegung, dieſe ſetzt ſich wei⸗ ter auf den Darmkanal fort, und daher kommt die oft fur wohlthätig gehaltene ſtuhlbefördernde Eigenſchaft des Ta⸗ baks, er wirkt wie eine gelinde Arznei; aber wer wird denn alle Tage und Stunden Arznei brauchen, um ſeine Ver⸗ richtungen im Gange zu erhalten? Außerdem ſind die Cigarren den Augen nachtheilig und zudem iſt man zuwei⸗ len nicht ſicher, daß ſie verfälſcht ſind. Es läßt ſich daher denken, daß das Rauchen für junge Leute und Bruſtſchwache am wenigſten taugt, zumal es austrocknend wirkt, und wo Trockenheit iſt, muß angefeuchtet werden folg⸗ lich Daher das Bier-, Kaffee⸗ und in Norddeutſchland das Theetrinken zum Rauchen.

Das Schnupfen iſt die poſſirlichſte Gewohnheit von der Welt und beweist nur, was der Menſch nicht all er⸗ finden kann, um ſich zu vergnügen und ſeinHirn zu putzen! Alberneres gibt's doch eigentlich nichts, als ein Pulver, wel⸗ ches zahlreichen Verfälſchungen und ſchädlichen Beimiſchungen unterworfen iſt, in die Naſe zu ſtecken und zu ſagen,ha! welch' ein Genuß! Laßt euch Doſen ſchenken mit und ohne Edelgeſtein, verſpart aber Makuba, Doppelmops, Schnee⸗ berger und wie das Pulver ſonſt heißt, wenigſtens auf die Zeit, wo ihr dieContenance/ verloren habt, und braucht die Doſe wie Kinder ihre Mütze wenn ſie in Verlegen⸗ heit ſind!

Zur Erheiterung.

Bei ſeinem Großvater ſaß Hänschen und nagte an einem Stuͤckchen trocknen Brodes, während der Alte Brod und Käſe. Nicht lange, ſo ſagte Hänschen zu ſeinem Großvater:Herrchen gebt mir auch e Stückelche Käſ', doch der Alte weigerte die Bitte mit den Worten: du trocken Brod, mein Bubchen, du trocken Brod tro⸗ cken Brod macht Backen roth. Hänschen war wohl ge zogen, ſchwieg ſtill und kaute an ſeiner Kruſte, doch ſah er ſeinen Großvater mit gar klugem, ſchelmiſchem Blicke an. Endlich ſagte er:Großvater!«Was denn, mein Bubchen YGroßvater gelt, Ihr habt auch als trocken Brod gegeſſe, weil Ihr ſo e roth' Naßſ' habt?,

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* Ein der gelehrten Welt ziemlich unbekannter Ge⸗ lehrter verſprach in ſeiner Jugend viel mehr, als er im

) Siehe Nr. 84 des Int.⸗Bl. Die Red.

Mannesalter hielt. Er bezog im 14ten Jahre die Unven ſität und war noch nicht 17 Jahre, als man ihn zum De

tor machte. Allerwärts nannte man ihn das Wunderkin

Als er aber ſpater, wie geſagt, die Erwartungen, zu dern

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ſagen:das Wunder iſt verſchwunden und das Kind i

er berechtigt hatte, nicht erfüllte, pflegte Einer ſeiner Coll

gen ſcherzweiſe wenn Er ſelbſt nicht dabei war geblieben.

***

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f Ein Student, der bereits drei und ein halbes Jah gal lubnig og,

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auf verſchiedenen Univerſitäten ſich herumgetrieben hatte, ball. 10, 8 N kam wider alles Verhoffen ſeines Vaters nach Hauſe, ohn ab? 50

das vorſchriftsmäßige Examen beſtanden zu haben. De 5 Johann Jae Vater, nicht im Stande, ſeinen Unwillen über eine ſolgg 75 92

nicht einmal ein Examen gemacht? was haſt du denn nur do 1

Viertehalb Jahre auf der Univerſität getrieben?Ei

nate und

ſagte der Bruder Luͤderlich mit größter Kaltblutigkeit e Janes Bivoin

Nichts, lieber Vater, und Bier dazu getrunken.

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f Ein Herr hatte eine Geſellſchaft von Freunde und Bekannten zu einem Glaſe Wein eingeladen, gab abe eine Sorte, die den Gäſten durchaus nicht munden wolli Ein Diplomat konnte endlich ſeinen Ingrimm nicht länge mehr bergen und ſagte zu dem Wirthe mit unendliche Freundlichkeit und honigſüßem Lächeln:es ſcheint den Am ſchein gewinnen zu wollen, als wenn Dero Weinchen dem nächſt vielleicht einmal einen leiſen Anflug von Stich ven rathen dürfte.

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Oktober 1844. Lich.

Getraute:

8. Der Großh. Repetent der evangeliſchen Theologie Le. theol. und Dr. philos. Guſtav Adolph Ludwig Baum von Gießen, des Großh. Revierförſters Ludwig Bau in Dornberg, im Kreiſe Großgerau, ehelich lediger Sohn, und Caroline Magdalene Ernſtine Luiſe Seidel von hier, des hieſigen Fürſtlichen Kammerdirektors Georg Chriſtian Dietrich Seidel ehelich ledige Tochter. Der hieſige Ortsbürger und Schuhmacher Philipp Jacob Kempf, des verſtorbenen hieſigen Ortsbuͤrgers und Schuhmachermeiſters Georg Philipp Kempf ehelich ledi⸗ ger Sohn, und Anna Eliſabetha Schäfer, des hieſigen Ortsbürgers und Bäckermeiſters Johannes Schäfer ehelich ledige Tochter.

31.

Getaufte:

3. Dem hieſigen Ortsbuͤrger und Kuͤfermeiſter Philipp Reinhard Textor ein Sohn, Philipp, geb. den 22. Sept. 6. Dem hieſigen Ortsbuͤrger und Metzgermeiſter Jacob Hitzel ein Sohn, Hermann Philipp, geb. den 23. Sept.

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