Ausgabe 
19.10.1844
 
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Aus den Regierungsblättern fuͤr das Jahr 1844 Nr. 16 bis 29 ſind zu publiciren und zwar: a) aus dem Regierungsblatt Nr. 17 bis 24: Nichts. b) das Regierungsblatt Nr. 25. c) aus dem Regierungsblatt Nr. 26: Nichts. d 7* 5 5 2) Bekanntmachung, das Verbot der Verbreitung der im Verlage des Fr. Moriz Heberer zu Mannheim erſchie⸗ nenen Schrift:der deutſche Handwerksburſche nach den Forderungen der Gegenwart von Ferd. Adrian betr. 5) Bekanntmachung, die Statuten der Staatsaſſekuranz anſtalt für die Stellvertretung betr. e) aus dem Regierungsblatt Nr. 28 und 29: Nichts. Hungen den 15. Oktober 1844. Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Hungen In Verhinderung des Kreisraths Schaaf, Gr. Kreisſecretair.

er ü ee gel.

III.

Unglucksvogel Todtenvogel nennt man auch eine gewiſſe Klaſſe von Käuzlein, die einen Schrei haben, den man, der Einbildunsgkraft Raum geſtattend, ungefähr in die Worte: komm' mit! überſetzen kann. Man findet nun an vielen Orten den Aberglauben, wenn man ein ſol⸗ ches Kauzlein rufen höre, ſo bedeute das ein großes Unglück, nemlich den eigenen oder den Tod eines Angehörigen. Jeder Aberglaube kann einen mehr oder weniger betruͤbenden Einfluß auf das Leben, ſeine Geſtaltung, die Uebung der Pflichten u. ſ. w. haben und daß dieß auch bei dem Aber⸗ glauben von den Unglücks⸗ oder Todtenvögeln der Fall ſei, das ſoll nachfolgende kurze Erzählung lehren.

Hans Jonathan Baumgärtner war ein fleißiger und rechtſchaffener Mann, der ſeine Familie, aus Frau und fünf Kindern beſtehend, ehrlich und ordentlich, wenn ſchon im Schweiße ſeines Angeſichts, als Taglöhner ernährte.

Ingleichen hatte Baumgärtner auch, was man ſagt, einen geſunden Menſchenverſtand und konnte ohne Bedenken zu den anfgeklärten Dorfbewohnern gerechnet wer den, ja alle Glieder ſeiner Familie glichen ihm in dem an⸗ gegebenen Stücke mehr oder weniger, da man bei ihm nie von Geſpenſtern, Hexen, Hexenmeiſtern u. ſ. w. in der Weiſe, als ob man daran glaube, redete. Nur von einem Aberglaube konnte der alte Hans Jonathan ſich nicht frei machen, eben von dem Aberglauben mit den Unglücks⸗ vögeln und auch hierin folgten Frau und Kind den Spuren des Vaters. Oft wurde er deshalb von Andern ausgelacht und verſpottet, aber er ließ ſich nicht irre machen und ſagte: ich weiß es aus Erfahrung, daß Niemand umſonſt den Todtenvogel rufen hört, und was ich ſelbſt erfahren habe, dabei bleibe ich.

Einſt nun wurde Hans Jonathan unwohl und zwar zuerſt in einem ſo geringen Grade, daß weder er, noch ſeine Angehörigen einen großen Werth darauf legten; man dachte, er habe ſich dort oder da ein wenig erkältet

und wenn er ein Paar Tage zu Hauſe bleibe, Thee trinke

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und ſchwitze, dann werde das Uebel auch ohne Arzt der gleich gar zu viel koſte, weil er auswärts wohne wie⸗ der verſchwinden, wie es gekommen ſei. Aber Hans Jo, nathan blieb zu Hauſe, trank Thee und ſchwitzte und doch zog ſich der Zeitpunkt ſeiner Geneſung in die Länge; es ward zwar nicht ſchlimmer, aber doch auch nicht beſſer mit ihm.

Da faßte man denn eines Abends den Entſchluß, Morgen wolle man doch zum Doctor ſchicken, es könne ja in jedem Falle nicht ſchaden; aber während man noch dar uͤber verhandelte, wer zum Arzte gehen und wann dieß geſchehen ſolle, richtete ſich mit einem Male der Kranke im Bette auf und ſagte:horch Mutter, horcht Kinder, hat nicht da eben der Todtenvogel gerufen? Philipp, mach' einmal das Fenſter auf, daß ich beſſer höre, was draußen auf der Straße geſchieht, denn wenn der Todtenvogel ruft, dann ruft er, wie ihr wiſſet, immer dreimal.

Philipp öffnete das Fenſter mit klopfendem Herzen und kaum war ſein Geſchäft beendet, da flog es mit lei ſem Flügelſchlage durch die Luft und rief: komm mit! komm mit! und nach einer Weile abermals komm mit! komm mit!

Nun ſah Baumgärtner und mit ihm ſeine Familie die Frage, ob er leben bleibe oder ſterben werde, für ent ſchieden an, jeder Verſuch, das durch die Krankheit gefähr⸗ dete Leben des Vaters zu erhalten, hielt man für ein eit les, dem durch den Unglücksvogel geoffenbarten Rathſchluſſe Gottes zuwider laufendes Beginnen, man ſtand von dem Gedanken, Morgen den Arzt herbeizurufen, ganz ab und ſuchte ſich auf allen Seiten nur auf die bevorſtehende Tren⸗ nung vorzubereiten. Wirklich nahm auch die bisher ganz ungefährliche Krankheit des Vaters am darauffolgenden Tage ſchon ein ſehr bedenkliches Ausſehen an, ein heftiges Fieber begann in den Eingeweiden des Kranken zu wühlen und ſeine Kraft zu zerſtören nach Vrlauf von weiteren ſieben Tageu lag er auf der Bahre und eine arme Familie hatte ihr Haupt, ihren Ernährer verloren.

Die Nachbarn Baumgärtners erzählten ſpäter dem Arzte von den Zeichen der Krankheit, welcher der Mann als Opfer gefallen war und der Arzt verſicherte hoch und heilig, der Kranke hätte noch an jenem Tage, wo man zu erſt ihn rufen zu laſſen beabſichtigte, mit einer Kleinigkeit dem Leben können erhalten werden und ware nur in Folge des bei ihm und den Seinen zur fixen Idee gewordenen Aberglaubens eine Beute des Todes geworden.

Baumgärtners Leute aber ſchwören heute noch Stein und Bein zuſammen: ihr Vater ſei geſtorben, weil der Un glücksvogel gerufen habe, und ich ſtimme ihnen bei, aber nicht in ihrem, ſondern in dem Sinne des Arztes.

Kirchenbuchs⸗Auszug vom September 1844. Friedberg. Getraute:

15. Georg Friedrich Klein, Burger und Leinwebermeiſter dahier, ein Wittwer, und Wilhelmine Katharine Wagner, des weiland Joh. Georg Wagner, Beiſaſſen und Leinwebers zu Heuchelheim, ehelich ledige Tochter.

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