Ausgabe 
15.6.1844
 
Einzelbild herunterladen

84

NN

inttmachu

*

. Ste Anleheng Obligationen

ode

b., 1

ü erde

Intelligenz ⸗Olatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M 47.

Wetterauer Sagen.

III. Die Sage von dem Einhof bei Staden. Zwiſchen Staden und Untermockſtadt) in den Vieſen, welche nach altheſſiſcher Seite die Nidda begränzt, zegt Gemeindegelände, der Einhof genannt. Es gehört u Staden, iſt aber etwa eine Viertelſtunde davon entfernt.

Nan erzählt, daß dort vordem ein Kloſter geſtanden habe,

on welchem ſich noch lange ein Keller erhalten haben ſoll. Die Fläche iſt erſt ſpäter Grabgelände geworden. Von die⸗ em Orte aber gieng noch vor fünf und zwanzig Jahren olgende Sage um:

Vor Alters einmal gieng eine Magd in den Einhof raben. Wie ſie nun eine Weile gegraben hatte, ſo bleibt ür auf einmal die Schüppe an etwas hängen, gerade als wenn ſie unter eine Wurzel gerathen wäre. Sie guckt nach und findet die Schüppe an einem Keſſelhenkel hängen, an vem ein Keſſel ſchwer von Geld war. Da hebt ſie und vebt und hebt; aber ſie bringt den Keſſel nicht herauf, er ſt zu ſchwer. Da beſinnt ſie ſich nicht lang und ruft den teuten zu, die da herum auf ihren Stücken Land ſind und, wie ſie, graben:Ihr Leut' helft! Aber wie das Wort zum

Da ich bei Gelegenheit der Erwähnung der Orte die Namen derſel⸗ ben der Sprache nach zu erklären pflege, ſo mag es auch hier ge⸗ ſchehen. Was Staden bedeutet, findet ſich ſchon im Intelligenzblatt d. J., Nr. 18, angegeben. Mockſtadt ſprach man vor 900 Jahren Muggistat aus, das iſt vollſtändig Muggisstat, und dieß verdarb man ſpäter in Moxſtadt, Mockſtadt. Das Wort iſt zuſammengeſetzt aus dem Genitiv(zweiten Fall) von einem altdeutſchen Mannsnamen Muggo und stat(d. i Stätte, Stadt) und bedeutete wohl urſprüng⸗ lich: zu dem Wohnorte(Sitz) des Muggo, welcher niemand anderes, als der Stifter oder älteſte Beſitzer des uralten Ortes geweſen ſein muß. Freilich ſollte der Ortsname regelrecht Mugginstat lauten, aber es dringt auch nicht ſelten die Genitivendungis fürin durch. Uebrigens ſcheint Muggo aus dem altdeutſchen Mannsnamen Murcrat(Murgrath) gekürzt, wie Bucko(Bucco, Buggo oder wie wir jetzt ſchreiben würden Buck) aus Burkhart, Eoco, Eggo(d. i. der Mannszungme Eck) aus altdeutſch Eakihart(Eck⸗ hart), Fricco, Friggo(jetzt Frick) aus Friederich u. ſ. w. Kommt Muggo noch bei uns vor, ſo wird der Name Muck lauten und Zu⸗ name ſein. Wirklich iſt in der zweiten Beilage zum Frankfurter Journal vom 3. April d. J. ein Advokat G. Muck zu Themar in Meiningen unterzeichnet, In Betreff des Einhofes bei Staden hat ſich noch der Glaube erhalten, daß ein Gang aus dem alten Amts hauſe in Staden bis hin zu ihm führen ſoll, was aber eine Unmög⸗ lichkeit iſt. Auch fürchtete man ehedem einen auf dem Fußwege längs den Wieſen nach Staden zu ſpuckenden Mönch des ehemaligen Klo⸗ ſters. Daß wirklich eines dort geſtanden habe, iſt zu bezweifeln, da

der Einhof leicht an Ueberſchwemmung leidet.

1844.

Maul heraus war, rappelt's in der Erde und der Keſſel war verſunken und ſie hat den Henkel an der Schüppe hän⸗ gen. Hätte ſie ganz pipchenmäuschenſtill geſchwiegen und immer fort gehoben, ſo hätte ſie das Geld all 5

Verſchie den es.

Mancher hört vielleicht nicht gerne,'s iſt aber doch nützlich zu leſen, was ich neulich in einem Buche ge funden habe:viele Burſchen denken nicht früh genug und manche gar nicht daran, Etwas zu erübrigen, ver⸗ bringen ihr Geld in Trinkgelagen und Tanzböden und mit leerer Hand und mit dem Hange nach Luſtbarkeiten treten ſie in ihren eigenen Hausſtand, in welchem dann vom erſten Tage an Mangel und Noth iſt.

* 5*

Als Mittel gegen die Schlafloſigkeit empfiehlt Franklin das Aufſtehen vom Lager und mehrmaliges Hin⸗ und Hergehen in der Stube. Daß das Mittel probat iſt, wenn die Schlafloſigkeit vom Blut kommt, habe ich ſelbſt ſchon erfahren und kann es darum rekommandiren. Es gibt aber auch eine Schlafloſigkeit, gegen die überhaupt kein Kräutlein mag gewachſen ſein, ich meine die Schlaflo⸗ ſigkeit, die ihren Grund hat im böſen Gewiſſen. Gott bewahre dich, lieber Leſer, daß der Schlaf jemals deines Gewiſſens wegen deine Augen flieht!

Kirchenbuchs-Auszug vom Mai 1844. Butzbach.

Getraute:

5. Konrad Kiefer, Burger und Schuhmachermeiſter, des Bürgers und Schuhmachermeiſters Philipp Kiefer ehelich lediger Sohn und Chri⸗ ſtine Köppler, des Bürgers und Häfnermeiſters Konrad Köppler ehelich ledige Tochter

12. Friedrich Rockmer, Bürger, Maurer- und Weißbindermeiſter, ein Wittwer, und Anna Margaretha Heckmann, des Ortsbürgers zu Mu- ſchenheim, Kr. Hungen, weiland Konrad Heckmann nachgelaſſene ehelich ledige Tochter.

19. Johannes Gröninger VIII., Bürger und Lohgerbermeiſter, des Bürgers und Lohgerbermeiſters, wie auch Mitglied der hieſigen Armenkommiſſion Bernhard Gröninger II. ehelich lediger Sohn und Maria El th

Fiſcher, des Bürgers und Metzgermeiſters, wie auch Mitgli es hieſigen Schulve des, Johann Andreas Fiſcher ehelich le Tochter. 19. Jakob Barthel, ger und Schuhmachermeiſter des Bürgers und Schuhmachermeifters Friedrich Barthel ehelich lediger Sohn und Ka⸗

tharina Häuſer, des Ortsbürgers und Fuhr manns zu Niederweiſel Konrad Häuſer III. ehelich ledige Tochter.