Int
hl die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
elligenz-Olatt
für die
beate Provinz Oberheſſen
theilt im Allgemeinen,
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Sonnabend, den 3. 5 At
1844.
fohiedenes.
‚ Nene Der Correſpondent v. u. f. Deutſchland berichtet aus
8 frankfurt vom 24. Juli. Die Spielbank zu Homburg macht umme d, ermals brillante(0 Geſchäfte. Es s werden aber auch die lckendſten Mittel angewendet, um dieſe von der offentlichen einung verurtheilte Unterhaltung ſo reizend wie nur mög⸗ ban ich zu machen. Einer Angabe zufolge beläuft ſich der Ge— tuhenn, welchen die Spielpächter in den letzten drei Jahren tlie engeärntet haben, auf die enorme Summe von 1,800,000 3 ef Vor einigen Tagen hat ſi ſich in einem in der Nähe von
1 a e ſemburg gelegenen Dorfe ein hochbejahrter Mann vergiftet, 1** 1 cher an jener Bank in kurzer Zeit ſein ganzes Vermögen 1 Chun aft orſpielt hatte. Es betrug über 25,000 fl., und war die Dgelſummen is Rucht fünfundvierzigjähriger Anſtrengungen und Mühen. ſiſer, 12 Imer unglückliche Greis, aus Wien gebürtig, war erſt vor zen und e igen Monaten von Jamaika zurückgekehrt, um den Abend nes Lebens in dem Heimathlande in Ruhe zuzubringen.
ö nige Tage vor dem ſchrecklichen Schritte ſoll er ſich genau unh den Koſten eines anſtändigen Begräbniſſes erkundigt 1 den; gerade dieſe Summe fand ſich nach ſeinem Tode bei 41 in vor; alles Andere hatte er den Launen der falſchen 1 7 zum Opfer gebracht.— In dieſen Tagen kam 41 Uher ein reicher Engländer durch, welcher ſich nach London —nibt, um ſeine Finanzen zu ordnen, die er durch enorme n ae Erluſte an Spielbanken in verſchiedenen Badeorten in Ver— i barung gebracht hat. Sie ſollen ſich in einem Zeitraume abter Obe dn wenigen Jahren auf 1½ Million Gulden belaufen haben.
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2„ Es iſt eine längſt und immer anerkannte Wahr—
Un, daß unter allen N e die der Menſch ſich er— 1— kann und ſoll, die Kenntniß ſeiner ſelbſt, die Selbſt— kenntniß, die wichtigſte und zugleich die am ſchwerſten
4. 10 erwerbende iſt; die wichtigſte, weil, wenn man zwar
büß, daß der Schuh drückt, nicht aber wo er drückt, man möglich die Sache beſſern kann und die am ſchwerſten
4 s —— erwerbende einmal, weil das Herz ein trotzig und ver—
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zagtes Ding iſt und zudem, weil der Menſch gar zu leicht und gerne Partei fur ſich ſelbſt nimmt. Weil die Selbſt— erkenntniß ſo wichtig iſt, darum ſollte man unabläſſig ſich bemühen, ſie ſich zu verſchaffen und weil ſie ſo ſchwer zu erwerben iſt, darum ſollte man ſich das Streben darnach auf jede mögliche Weiſe zu erleichtern ſuchen. Wie kann man aber das?— Das kann man z. B. dadurch ſehr gut, daß man andere Menſchen, für die man nicht ſo leicht Par— tei nimmt, recht genau beobachtet, recht genau kennen zu lernen ſucht.— Menſchenkenntniß überhaupt befördert in hohem Grade die Selbſterkenntniß. In dieſem Sinne ſagt ein weiſer Mann:„jeder Menſch iſt gleichſam ein mehr oder minder klarer Spiegel für ſeinen Nächſten, in welchem dieſer, wenn er recht ſehen gelernt hat, gewahr werden kann, wie es mit ihm ſelbſt ſteht und welchen Werth oder Un— werth ſeine Perſon und ſein Handeln hat. Wenn er dann, nachdem er ſich beſchauet hat, nicht davon geht, und ſeine Geſtalt, ſeine Mängel, Flecken und Gebrechen nicht vergißt, ſo gelangt er nicht allein zur Selbſt- und Menſchenerkennt— niß, ſondern auch, wenn es ihm darum ernſtlich zu thun iſt, zur Beſſerung ſeines Sinnes und Weſens.“
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Im Namen der hieſigen Stadt fühlen wir uns ge— drungen, für den zahlreichen Beſuch unſeres durch den Him— mel ſo begünſtigten geſtrigen landwirthſchaftlichen Feſtes mit dem Wunſche ergebenſt zu danken, daß allen Theilnehmern das Feſt nur mit angenehmen Erinnerungen in freundlichem Andenken bleiben möchte.
Insbeſondere aber glauben wir den verſchiedenen Zügen in feſtlichem Schmuck aus nahen und fernen Orten auf ihren ſinnreich gezierten Wagen, wie namentlich von Bel— lersheim, Wölfersheim, Nonnenroth, Gambach, Utphe, welche ſich dem Feſtzuge anreihten, ſowie den Säugerchören von Bellersheim und Wölfersheim, die durch bethätigte allgemein anerkannte Ordnung in ländlichen Geſängen das Feſt ver— herrlichten, unſeren verbindlichſten Dank ausſprechen zu müſſen. i
Hungen den 26. Juli 1844.
Die Mitglieder des Feſteomité's.


