Ausgabe 
2.11.1844
 
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346.

men Gefühle noch in der Erinnerung fort. Sollten wir ihnen Das nicht gönnen?

Aber das ſoll uns und innig Gott zu da religibſer Bildung h Wir könnten uns dort wol ni Etwas wirklich von Je Theilnahme wecken, und wir w dann unſere Gedanken auf etwas uns wie ein Spiel vorkommen, nern geziemend, wenn wir uns beſchäftigen wollten. danke kommen,

freilich nicht abhalten, uns zu freuen nken, daß er uns über dieſe Stufe inweg und weiter emporgeführt hat. cht erbauen; und Das iſt ja Herrührendes würde unſre ürden es betrachten, und Anderes richten. Es würde Kindern, aber nicht Män⸗ viel mit einer ſolchen Sache Uns würde dabei bald auch der Ge ob jene Sache auch wirkli men möchte; denn es iſt ja außer Zwe als Jeſus von der Erde geſchieden war, etwas ganz Andres dachten, als ſeine K Dazu wiſſen wir, Jahre nach Jeſu Zeit dieſe Reliquien allgemein ward, v trügerei damit getrieben wurde. iſt es nicht gut, wenn iſt es beſſer, in kindli gutem Glauben Vieles Prüfung nicht bewährt? die Kindlein, ſo werdet aber indem er kindlich de in ſein Reich begehrt, ſo ſtiftet, daß die darin Ein ſondern von einer Stufe Vollkommenheit Nein, Gott ſei

ch von Jeſu ſtam⸗ ifel, daß damals, ſeine Freunde an leidungsſtücke auf⸗ daß, als einige hundert Vorliebe zu den ſogenannten nnſüchtigen viel Be⸗ Alle ſolche Gedanken ſie der Seele eigen ſind? Oder wie? cher Einfalt dahinzugehen, und in anzunehmen, was ſich bei ſchärfrer Jeſus ſagt freilichwerdet wie Himmelreich kommen z für den Eingang iſt ja dieß Reich eben darum ge⸗ getretenen nicht Kindlein bleiben, der Erkenntniß zur andern, zur des Mannesalters Jeſu geführt werden. Dank, der uns in unſrer Ze daß wir mit ſchonendem Urtheil ck Wallenden hinſehen können ſelbſt eines heiligen Rocks zu

zubewahren.

müthige Seelen

it ſo weit ge⸗ auf die zum aber auch, daß unſerer Erbauung

Bedürfen denn uberhaupt über den Staub ſolcher Dinge d des Menſchengeſchlechts ſagt uns Folgende von etwas über den Staub Erhabenem 1 ſeele von Anfang an gehabt. um, ſuchend, wo ſie das Ge zur Sonne, zum Donner, es, Du biſt mein Gott. gende Menſchen an und der Erde geſchieden waren ſchuf ſich Bilder von dieſen, kräften, ſagte Das ſind m Sie ſchritt weiter; die Seele a über dieſe erſten Stufen em Nun hieß es: Gott iſt Einer; aber hier der Tempel iſt ſein Sitz flügeln auf dem Deckel der Bund wenn Ihr opfert, ſo iſt es der den Wolken emporwirbelt, Menſchen und ihm macht. andere Weiſe in Aſien und Griech den Einigen, Unſichtbaren, des Abbildes und Sinnbil dung der Seele zur Gottheit zu erleichtern. geſprochenGott iſt ein Geiſt, u ſt und in der Wahrheit an eiligen Tagen, den heiligen abgeſprochen, und iſt es ein Aeußerlichkeit zu n Gang betrach hat, ſo moͤchte man daß der Meiſter Etwas

Menſchen zu ihrer Erhebung 2 Die Geſchichte Die Ahnung hat die Menſchen⸗ In dieſer Ahnung ſah ſie ſich Bald ſprach ſie zur Triebkraft der Erde: Du biſt Bald auch ſtaunte ſie hervorra⸗ ſprach, beſonders wenn dieſe von Ihr ſeid unſere Götter. Sinnbilder von jenen Natur⸗ eine Götter, und betete ſie an. usgezeichneter Menſchen drang

die Menge folgte nach. Niemand kann ihn ſehen, dort zwiſchen den Engel⸗ eslade iſt ſein Stuhl, und Rauch, der vom Altar zu der die Verbindung zwiſchen den So war es beim Volke Israel; henland erkannten auch wol geſtatteten aber mehr des Irdiſchen, des, um den Völkern die Hinwen⸗ Hat er zu früh ihn anbeten, müſſen ihn im Gei beten? Hat er vorſchnell den 0 Orten ihren unbedingten Werth

daß er den Seinen ſo gar keine ihrer Erbauung vorſchreibt? Wenn man de riſtenheit genommen arung erblicken,

tet, welchen die Ch wol darin die Erkl

vergeſſen oder uͤbereilt habe. Man trug ſich Reliquien 1 c vel ſammen, man ſchuf ſich Heilige und Bilder derſelben, uu baute Stätten und beſtimmte Tage von beſondrer Heiligi d als eben ſo viele Mittel, durch welche die Seele des f e, ſchen Menſchen zum Ewigen emporklimmen ſollte. Aar! meet Das wirklich nothwendig? l

110, in Man weiß dafür ſehr viel zu ſagen. Man ſpricht W e ae

den Völkern der heißen Mittagsländer, dieſe könnten ii ,! nicht mit einer einfachen Religion begnügen; ihr ſinnliceg, leidenſchaftliches Weſen fodre durchaus eine Religion ir 7 die Sinne. Man ſpricht von den armen Klaſſen der Ma, 1

ſchen, dieſe, gebeugt und abgeſtumpft durch Arbeit und Solz, n werden

könnten ſich nur an das Aeußre der Religion halten. Ser n derbar! Von Dem Allem ſagt Jeſus, der Menſchenfreurh, der Prediger der Armen, der Stifter einer Weltreligin 10 6 Nichts. Was iſt nun das Rechte? in

Das iſt das Rechte, daß wir auch in der un volk, dae menſten, ſinnlichſten Religion einen Lichtſtrahl von Ohg h eile

Mer in rechten Ver! I in nach Jol

anerkennen und mit Freude begrüßen. Auch der roheſe Age 0 Heide, der vor einem grob geſchnitzten Klotze betet, hegt do. ficht 0 0 die Vorſtellung, daß eine Macht, eine göttliche Macht ühn% daß l ihm ſei. Aber etwas Andres iſt's, in einem unvolltomm, hen, nen Zuſtande den wahren und guten Kern anerkennen um

ſich daran erfreuen, etwas ganz Andres, den unvollkomme nen Zuſtand rechtfertigen und ſagen, daß er bleiben ola ck Dieß Letzre iſt durchaus gegen die Abſicht Jeſu; denn ih! jammerte des Volkes, welches ja doch ſeinen Tempel, ſeim Opfer, ſeine heiligen Gebräuche hatte und von ſeinen Führern ſorgfaͤltig dabei erhalten wurde. Eben dieſe Führer kamen

Jeſu vor wie Hirten, welche ihr Amt vernachläſſigten, da 1323) Nachdem 6 rum war ihm das Volk wie eine zerſtreute und verſchmach in un Loncurs der tete Heerde. Es iſt ein ſolcher Zuſtand gewiß auch gegen Pfengen, welche 1 die Abſicht Gottes,welcher will, daß allen Menſchen ge ie and d e holfen werde und daß ſie alle zur Erkenntniß der Wahrheit much un

en ſogewiß in dem

kommen. Es handelt ſich hierbei um Hemmung oder För, e, Portage, ant derung der Erkenntniß, es handelt ſich aber zugleich um e daten aue Das, was größer iſt, um Hemmung oder Förderung des gehende 1 Guten überhaupt. Das iſt die ſo ſehr ernſte und bedenk ſodeckele dan de

liche Seite aller Aeußerlichkeit in der Religion; je mehn dieſer Aeußerlichkeit, deſto mehr wird der Menſch vom In nern, vom Weſentlichen abgezogen. Was hilft es zu ſagen

die Sühnopfer, welche im Tempel zu Jeruſalem braun.(1393) Won ten, dienten dazu, die Sünder zum Bewußtſein ihrer Schuld Nachmittags um 2 zu führen? Zugegeben! aber es iſt außer allem Zweifel, fatthauſe die unter daß tauſend Opfernde dachten, nun iſt unſre Schuld benertten Vicnalw

abgebüßt, und daß ſie ſich nun um Beſſerung deſto weniger bekümmerten. Was hilft es, darauf hinzuweiſen, wie in den Kirchen großer chriſtlicher Parteien Düfte, Farben, Klänge, Lichterglanz den Andächtigen umwallen, ſeine Sinne faſt berauſchen, ſein Gefühl gewaltig ſteigern? Das iſt wahr, aber eben ſo wahr iſt's, daß er, je mehr ſein Gefühl in Schwung geſetzt worden, auch um ſo mehr glaubt, er ſei nun fromm geweſen, und um ſo mehr die wahre Hingebung des Herzens an Gott, den einzigen ächten Gottesdienſt, welcher Heiligung des ganzen Lebens iſt, über Dem Allem vergißt. O! es mag recht ſchön ſein, dieſe Züge der An⸗

ö iffentlich an Wenig

A. 7 8* 8 7 dächtigen, die von allen Seiten nach Trier wallen, zu ſchauen, Viech und

weißgekleidete Jungfrauen voran, geſchmückte Prieſter, lange Zuge von Männeru und Frauen in ihrer Feſtkleidung, wal⸗ lende Fahnen, Blumen, Kränze, Klang feierlicher Lieder. Aber Jeſus und dieſe Schaaren; das Evangelium und ſolche Wallfahrt; die chriſtliche Wahrheit in ihrer er⸗ habenen Einfachheit und die Vorſtellungen in dieſen Menſchenſeelen; das große GebotIhr ſollt vollkommen ſein, wie der Vater im Himmel vollkommen iſt! und dieſe Tauſende, welche doch offenbar meinen, ſie hatten nun einen Gottes dienſt verrichtet, hatten etwas Verdienſtliches