alle Meiſter ihre Geſellen nicht mit Geld, ſondern mit Waare bezahlen, je nach dem nun einer hiermit glücklich oder un⸗ glücklich iſt, Gelegenheit weiß oder findet, der trifft es gut oder ſchlecht, meiſtens aber Letzteres, denn die Waare wird ihm wenigſtens immer um ein Drittheil höher, oft auch um die Hälfte, angerechnet, als er ſie verkaufen kann.— Ferner was noch eine Hauptſache iſt, ſind nun die Deutſchen im Allgemeinen auſſerordentlich gehaßt und verachtet von den Eingebornen, weil halt gar viel Geſindel herüber kam;— Auch die Innländer, von denen gar viele hier ſind, ſind böſe wilde Leute und Feinde alles Guten, die uns auch ſchon beſtohlen und viel geſchadet haben.

„In Summa für jede einzelne Familie ohne bedeuten⸗ des Vermögen iſt es ſehr ſchwer, hier fortzukommen, daher ich es Niemand rathen kann und werde.

„Mein Beweggrund hierher zu gehen war nun kein anderer, als ein religiöſer, und iſt ein ganz anderes Ver— hältniß, mit einer ganzen Gemeinde zu ziehen, wo eines für Alle und Alle für eines iſt, ſtehet und lebet; jedes nur mit der Nothdurft ſich begnügt.— Deſſenohngeachtet geht es noch hart und ſchwer genug, denn der Chriſt findet überall ſeine Feinde; die gefährlichſten ſind bei und in uns ſelbſt; der Kreuzesweg iſt überall unſer Loos und Theil auf dieſer Welt, wer was anderes ſucht und will, kommt und bleibt nicht bei uns.—

„Die Amerikaniſche Freiheit iſt eine wichtige Sache, und kann zum Böſen ebenſo mißbraucht werden, wie zum Guten gebraucht. Am meiſten wird ſie von den Europäern, die keine Religion und Gottesfurcht haben, mißbraucht, das giebt ſo freche und abſcheuliche Menſchen, daß es mich gar nicht wundert, daß eine allgemeine Verachtung gegen ſie herrſcht. Ich war nur ein Paar Tage in Neu-York, ſah und hörte mir aber genug in deutſchen Wirthshäuſern.——,

Da es nun den Freunden Herrn Preſtele's gewiß auch intereſſant ſein wird, über deſſen Perſon, Beſchäftigung u. ſ. w. etwas Näheres zu erfahren, ſo fügen wir auch noch folgende Stelle ſeines Schreibens hier an:

„Meine Hauptbeſchäftigung iſt die Anlage von Baum⸗ ſchulen und Gärten. Das Obſt gedeiht hier ſehr gut, und iſt ein wichtiger Nahrungs-Zweig, allein weil unſer ganzes Land bisher nur Indianer bewohnten, die wenig für Obſt— kultur thaten, ſo haben wir noch gar kein gutes edles Obſt, ſondern was dieſelben auch pflanzten war nur Kernobſt. Nun ſtehen aber in unſern Wäldern und Gebüſchen ſehr viele junge und alte wilde Aepfelbäume, die ich nun alle aufs Beſte zu benutzen trachte, erſtere zur Anlage von Baum— ſchulen, die ſtärkern zu Baumgärten und die ganz großen, welche nicht mehr zu verpflanzen ſind, veredle ich durch Pfropfen. Die größte und ſchwierigſte Arbeit bei Letztern iſt das Ausputzen und Reinigen derſelben; erſtens von ihrer wilden Umgebung, damit ſie Luft bekommen und zugänglich werden, dann zweitens von ihren eigenen uͤbermäßig vielen von unten auf meiſtens dürren Aeſten, die ſo hart, zähe und ſtachlicht ſind, daß es eine beſonders gnädige, ja wunder— bare Bewahrung Gottes iſt, daß ich nicht ſchon Augen, Naſe, Hände und Füße auſſerordentlich beſchädigt oder gar

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verloren habe— manchmal ſind ſie von wilden Ma 1105 ir hier! Reben, die oft armsdick ſind, und mehreren Arten Schlig, n

pflanzen ſo durch⸗ und überwachſen, daß ſie ein undunh, ga der dringliches Dach bilden,— und oft nicht gleich wußte, 1e ber und wo ich ſie angreifen mußte.— Da es noch immer n ö Leuten und Händen fehlt, bei den vielen vielen Arbeiſ g, 1 ſo treffen mich alle dieſe Arbeiten meiſtens allein, tur m Het!

aber gerne und der liebe Gott ſchenkt mir auch Kraſt u Lieber Geſundheit dafür; freilich bin ich Abends oft auſſerordag gn nügte lich müde und beſonders meine Arme, denn die Art, A. 1 N. Beil und die Grabſcheit ſind keine Pinſelſtiele“).— Mie 4

t brin Birnbäume habe ich aber noch keinen einzigen gefundn, weer dagegen giebt es ſehr viele und große Weißdorn, 1 itt ger man recht gut Birn pfropfen kann; dieſe benutze ich um fer ft* dazu.—— So werden nun nach und nach Felder, Mf nba

ſen und Wälder gereiniget, ur- und fruchtbar gemacht. if den Feldern ſtehen noch viele Stumpen großer abgehaun g oder abgebrannter Bäume.— Auf den Wieſen liegen uch viele viele halb oder ganz verfaulte Bäume, oft von une Tag aus E heurer Größe, beſonders Eichen- und Nußbäume; dieſe win

den dann ſo viel als möglich mit vielen Ochſen zuſanm n

auf große Haufen geſchleift und angezündet. Das Fun Seit einige iſt überhaupt unſer fleißigſter und beſter Arbeiter, der Ag iwer als und Nacht fort nicht ermüdet—; die Wälder ſehen un gane, welche noch am wildeſten aus— Kreuz und quer liegen Bau ſüpfächlich au über Bäume, die unterſten ſind faul und unbrauchbar, die at gearbeitet oberſten noch gut; unſere Hauptholzſorten ſind Eichen, Bucht, ſles Ansehen Eſchen von ungeheurer Größe, ebenſo Linden und Ulme z an betrifft, ſo dann eine Art Fichte, die in Deutſchland nicht iſt, wel gef, wovon auch noch auſſerordentlich dick und hoch wird.— Erdl engen kann. der Zuckerahorn, welcher ein gar nützlicher Baum iſt, eu uur an NW wegen ſeinem ſchneeweißen, guten, harten Holze, zwei dieselben um wegen ſeinem Saft, aus welchem alle Frühjahr in ue wie die Erfal Gegend viele hundert Centner Zucker oder Saft gewunmſſ iidichen Ga wird, ganz leicht und einfach auch gewonnen werden kun Mehrer Der friſche Saft aus dem Baum iſt wie das reinſte Waste, gend, wol und ſchmeckt nicht ſtark ſüßlicht;— nur durch das Eh men ſud, al kochen wird er auſſerordentlich ſüß, und endlich durch lu

ges Kochen und nachheriges Kaltwerden wird er faſt un Bekanntm Kandiszucker.— Weniger gekocht, wo er noch gut ff iſt, gebraucht man ihn, wie bei Ihnen die Latwerge, u das Brod zu ſtreichen, wo er ſo ſuͤß und gut wie Hu ſchmeckt; das Brod iſt ſchneeweiß, wie Kuchen, aus Lu* Waizen, weil in hieſiger Gegend nur Waizen und Hf dan g

gebaut wird, kein Korn und keine Gerſte ꝛc.“ r Fg; des Leinwan Oberbeſſinge. le Concuren

ſſacht, hat ſolch

Nachricht.

Mittwoch 1 Da ich ſo eben erſt von meiner Reiſe zuruͤckgalil nume

4 5—. 8. bin, ſo konnte ich über die in Nr. 70. 72. und 74. d. went u beſprochene Angelegenheit auch nicht weiter mich au fal 11 von d Den Intereſſenten erlaube ich mir nun nachträglich mil a

theilen, daß ich an einem andern Orte uͤber den Gun fz uuſchen oder Ungrund der Sache dem Publikum ein Weiteres!

*) Herr Preſtele iſt bekanntlich Maler.

1 u An eines 8 0

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