Ausgabe 
31.5.1843
 
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Intelligenzblatt

fur die

Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen,

Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

42.

Mittwoch, den 31. Mai

1843.

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend:

Feldzugsunterſtützungen.

Obgleich ſchon ſeit Monaten über die zur Unterſtützung der in bedrängten Verhältniſſen lebenden vormaligen Soldaten, welche Feldzüge mitgemacht haben, von den Ständen bewilligte Summe vollſtändig disponirt iſt, ſo kommen doch fortwährend viele neue Geſuche um Feldzugsunterſtützung von ſolchen Indi⸗ viduen, welche ſich auf die ergangene Aufforderung von 184m nicht gemeldet hatten, bei dem Kriegs-

miniſterium ein.

Da es durchaus an Fonds fehlt, um ſolchen Geſuchen irgend eine Folge zu geben, ſo weiſe ich Sie hierdurch in Folge Kriegsminiſterial⸗Entſchließung an, alsbald in Ihren Gemeinden bekannt zu machen, daß alles weitere Suppliciren in dieſer Beziehung ohne allen Zweck ſei und daß auf ferner einlaufende

Geſuche keine Entſchließung erfolgen werde. Friedberg den 23. Mai 1843.

Küchler.

Noch Etwas uͤber die Sperlinge.

(Schluß.)

Indeſſen haͤngt davon, daß dem Sperlinge ſo frühe als möglich, was insbeſondere auch durch zeitiges Ausdreſchen der Getraide geſchehen kann, die Nahrung in den Scheuern entzogen wird,(die Speicher kann man ſehr leicht ihm unzugänglich machen) zugleich auch das frühere Nutzbarwerden deſſelben ab. Der Hunger zwingt ihn nämlich als dann um ſo früher zum Aufſuchen und Vertilgen der Raupeneier und Inſectenlarven, wodurch er in direct nicht wenig zum Gedeihen der Obſtbäuume bei⸗ trägt. Der Behauptung, daß er an dieſen auch Schaden verübe, namentlich die Blüthenknospen zer⸗ ſtöre, muß Einſender dieſes, vermöge vieljähriger Erfahrung durchaus widerſprechen; indem bei ihm gerade diejenigen, ſowohl Stein-, als Kernobſtbäume ſtets am fruchtbarſten ſich erwieſen haben, welche das ganze Jahr hindurch mit Sperlingen bedeckt waren. Was aber den Nutzen der Sperlinge als Inſectenvertilger noch erhöht, iſt beſonders der hier

nicht zu überſehende Umſtand, daß die Auffütterung ihrer Jungen gerade in eine Jahreszeit fällt, in welcher ſie faſt aller und jeder Nahrungsmittel aus dem Pflanzenreiche entbehren: indem ihre Angriffe auf Früherbſen, Salat u. ſ. w. im Ganzen genom⸗ men unentbehrlich und mehr als Naſchereien zu be⸗ trachten ſind.

So lange demnach die nur auf Inſecten und Würmer angewieſenen, demnach blos nützlichen Vögel noch nicht in derjenigen Anzahl vorhanden ſind, welche erforderlich iſt um die Beihuͤlfe der Sperlinge überflüßig zu machen, was trotz der zum Schutze jener erſteren beſtehenden ſehr löblichen Verordnun gen wohl noch ziemlich lange andauern dürfte, ſind und bleiben die Sperlinge ein nothwendi⸗ ges Uebel; und es durfen und ſollen dieſelben zwar in demſelben Verhältniſſe, in welchem jene ſich mehren, vermindert, keineswegs aber völlig vertilgt werden. Hat doch das vor mehreren Jahren ſtatt gehabte faſt gänzliche Vertilgen derſelben durch eine übermäßige natürlich noch immer nachhaltig wir⸗ kende Ueberhandnahme der Raupen ſehr empfind⸗