Ausgabe 
28.10.1843
 
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* 3 ſie zu Tauſenden in einen engen Stall. Hier er⸗ liegen an den tödtlichen Fiebern dieſer Meeres- Ufer ganze Schaaren und ſinken verſchmachtend hin. Die geſtorbenen und die lebenden bleiben beiſammen und die unerträgliche Hitze macht den Stall zur Hölle⸗ Die Überlebenden kommen aufs Schiff. In enge Räume, ſo niedrig, daß man darin blos liegen kann, mehrere Lagen über einander, nur durch Bret terböden geſchieden, Körper an Körper, ſo werden ſie gefeſſelt, und wiederum ſterben Schaaren am Erſticken, an Krankheiten, ohne ſich auch nur auf dem harten, hoͤlzernen Lager umwenden zu können. Wenn ein Sturm wüthet oder ein engliſches Wacht⸗ ſchiff dem Sclavenſchiff zu nahe kommt, ſo muß man der Laſt ſich entledigen, um ſchneller zu ſegeln oder um nicht des Sclavenhandels überwieſen zu werden. Man wirft hunderte von Schwarzen, gefeſſelt, damit ſie nicht ſchwimmen können, ins Meer. Weun aber nichts dieſer Art geſchieht, ſo kommt man in Ameri⸗ ka, in dem freien chriſtlichen Nordamerika, oder in den Colonieen der freiheitsliebenden Fran⸗ zoſen, oder in Braſilien an und hier werden die Armen erlöſt, um zu harten Arbeiten auf den Pflan⸗ zungen verkauft zu werden. Dort arbeiten ſie im Schweiße ihres Angeſichts, bis das Heimweh ſie ver⸗ zehrt oder die Arbeit ſie aufreibt. Sie werden als als Viehſtand betrachtet. Denn von ehelichem Ver⸗ bande, von geordneter Familie weiß man unter ihnen nichts. Doch genug von dieſen Gräueln, die gen Himmel ſchreien gegen das Chriſtenvolk.

Nun mein lieber Leſer, wie ſteht's mit der Luſt nach Amerika? Siehſt du nun auf welchem Wege man ſich dort Reichthümer erwirbt! Schauder⸗ hafte Freiheit! Nein, mein Freund, merke dir das fromme Sprüͤchlein, das du lieſeſt im 37. Pſ. im 3. Vers, dann wird dirs wohl vergehen, ſo lange du lebſt auf Erden. Gib dem Kaiſer, was des Kai⸗ ſers iſt und Gott, was Gottes und das mit Freu⸗ den: ſo mußt Du nicht erſchrecken, wenn Du eine obrigkeitliche Perſon ſieheſt, die von Gott verordnet iſt. 4

Mannigfaltiges.

Ein Wink für Eltern.

Lehrt die Kinder früh entbehren! Heut⸗ zutage wird gegen dieſe erprobte Regel entſetzlich viel geſündigt; man läßt den Kindern allen Willen und gibt ihnen was ſie verlangen. Darum ſind ſie

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auch oft ſo eigenwillig. Aber auch die zärtlichſten Eltern, die ihren Kindern unvernünftige Affenliebe beweiſen, müſſen doch bei einem gewiſſen Punkte der

Nachgiebigkeit Schranken ſetzen. Dann aber fuͤhlt ſich das verzogene Kind ſehr unglücklich. Dagegen erträgt ein anderes, welches ſchon früh an Gehor⸗

ſam gewöhnt wurde, mit Heiterkeit, wenn es ſeinen

Willen vereitelt ſieht, weil es darin nur eine un, vermeidliche Nothwendigkeit erkennt. Da aber ſeinen

übertriebenen Wünſchen ſchon früh ein heilſames Maaß und Ziel geſetzt wurde, ſo kommt dieſe Ver⸗ eitlung bei ihm auch nicht ſo oft vor, wahrend da⸗

gegen die Sättigung, welche aus der Befriedigung

eines jeden Wunſches entſteht, die Einbildungskraft

aufregt, um neue und unverſuchte Quellen des Ver⸗

gnügens aufzufinden. So wurde z. B. einem ſo ver⸗ wöhnten und ſchmachvoll verhätſchelten Kinde die Freude eines ganzen Abends verdorben, weil es die Vögel nicht bekommen konnte, die im Garten umher⸗ flogen. Es wollte einen ſolchen Vogel haben, und zwar gleich, auf der Stelle, und da die Mutter das Thier nicht herbeiſchaffen konnte, der ungezogene Bube ſich aber nicht bis zum andern Tag begnuͤgen wollte, ſo heulte und ſchrie er entſetzlich. Endlich wurde ein junges Küchlein herbeigebracht und man glaubte, er werde ſich damit begnügen; aber unwil⸗ lig und mit den Füßen ſtampfend, warf er das Thier⸗ chen auf die Erde, und mußte endlich mit Gewalt aus dem Garten weggeſchafft werden. Die ſchwache Mutter aber, die durch ihre ſchlechte Erziehung an alle dem ſchuld war, ſtand verlegen in der Geſell⸗ ſchaft da, und mußte ſich ſchämen. Deßhalb noch einmal: Lehrt die Kinder früh entbehren!

Ein berühmter Arzt ſchreibt: Ich will euch kurz und gut ſagen, weßhalb es ſo viele Krankheiten gibt, die ſchwer oder gar nicht geheilt werden können. Die erſte Urſache liegt in der Völlerei und Praſſerei, und daß die Leute mehr in den Magen ſtopfen, als ſie verdauen können. Die zweite Urſache iſt der ge⸗ reizte geiſtige Zuſtand vieler Leute, welche ſich uͤber Dinge quälen und abärgern, die ſich nun doch ein⸗ mal nicht aͤndern laſſen. Leidenſchaften aller Art, meiſt aber bösartige, und irdiſche Sorgen nagen an dem Geiſte, ſtören die Verrichtungen des Gehirns und thun dem Körper einen Schaden, der gar nicht zu berechnen iſt. Seid ruhig und lebt mäßig, dann werdet ihr auch geſund bleiben.

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