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Intelligenzblatt
fur die
Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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M 383.
Mittwoch, den 25. Oktober
1843.
Amtlicher Theil.
Die Großh. Heſſ. Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen an die Großh. Heſſ. resp. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſiſchen Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe.
Betreffend: Die Landgeſtütsanſtalt, insbeſondere die Einführung einer Fohlenbeſchau.
Nach einer eingelangten höchſten Verfugung ſind der Großh. Landſtallmeiſter Hoffmann und Großh.
Medicinalrath Wuͤſt beauftragt worden,
zugsweiſe Pferdezucht getrieben wird, und ſich Fohlen befinden, eine Fohlenbeſchau vorzunehmen.
noch im laufenden Jahre in denjenigen Orten, in welchen vor⸗
Indem
wir Ihnen hiervon Kenntniß geben, weiſen wir Sie zugleich an, die gedachte Commiſſion bei Vollziehung ihres Auftrags auf an Sie gelangende Requiſition möglichſt zu unterſtützen.
Grünberg, Friedberg und Hungen am 19. Oktober 1843. Ouvrier.
Küchler. Folleni us.
Der Himmel auf Erden. (Schluß.)
Ich bin jetzt ein ſehr beguͤteter Mann, und meine Bauern ſind die wohlhabendſten in der ganzen Ge⸗ gend. Wenn ich nun nachdenke, woher dieß ruͤhre? ſo finde ich immer den vorzüglichſten Grund davon in meiner Gefangenſchaft. Die Kenntniſſe, die ich mir während derſelben erwarb, benutzte ich in der Folge bei der Verwaltung meiner Güter, und brachte es in wenigen Jahren ſo weit, daß ſie mir viermal mehr als ehedem eintrugen. Mein Beiſpiel machte auf die Bauern Eindruck; ſie ahmten es nach, und finden nun, daß dadurch ihre Umſtände ſehr ſind verbeſſert worden.
Sobald ich in dieſer Schule ausgelernt hatte, fanden meine Freunde Mittel, die Summe aufzu⸗ bringen, die mir als Contribution war aufgelegt worden. Ich hatte nichts davon erfahren. Als ich nun einmal ausgehen wollte, um die Gegend zu be⸗
ſehen, ſtieß ich auf den Commandanten, der mir lachelnd meine Freiheit ankündigte. Ich wollte ihm dankbar die Hand drücken; er ſchloß mich aber in ſeine Arme und ſagte: ich freue mich, daß ich in Ihnen einen rechtſchaffenen Mann habe kennen ler⸗ nen; ſein Sie mein Freund!
So reiſte ich denn ab, mit dem innigſten Gefühle des Danks gegen den Allgütigen, der mir neue Be⸗ weiſe ſeiner Nähe und ſeiner Sorge fuͤr mich gege— ben hatte. Meine Reiſe war den erſten Tag über glücklich, bis der Abend einbrach. Dieſer übereilte mich ſchneller, als ich es erwartet hatte; und was das Schlimmſſe war, ſo wurde der Weg immer ſchlechter, jemehr die Dunkelheit zunahm. Das lang⸗ ſame, gefahrdrohende Fortruͤcken des Wagens, die Kälte und Feuchtigkeit der Luft, wirkten nachtheilig auf mich ein, und nur der Glaube, daß ich auch jetzt bei Gott ſei, konnte mich vor Kleinmuth be⸗ wahren. Endlich ſchlug der Wagen, der an einem Abhange hin fuhr, gar um. Ich wurde in einen


