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Die Verwilderung nahm jetzt auf eine entſetzliche Weiſe zu. In den letzten funf Jahren war er faſt täg⸗ licher Trunkenbold und dabei natürlich ein Wüthe⸗ rich in ſeinem Hauſe. Wie er aber dem Laſter der Trunkenheit immermehr anheim fiel, nahm die Arbeits⸗ ſcheu zu; kein Menſch wollte ihn auch mehr in
Dienſt nehmen.“) Nirgends hatte er mehr Ruhe und lief
bald wieder weg— war aufſtutzig, ſtreitſuͤchtig und wies Erinnerungen mit Grobheit und Drohungen von ſich. Alles, was er verdiente, wurde in Brannt⸗ wein verſoffen. Daß Ritter unter ſolchen Umſtänden ein ſchlechter Vater an ſeinen Kindern war, kann man ſich denken; er bekümmerte ſich gar nicht um ſie und hielt ſie mehr vom Schulbeſuch ab, als daß er ſie dazu angehalten hätte. Er verlangte, daß ſie ſich vom 10ten Jahr an ihr Brod ſelber verdienen ſollten. In die Kirche kam er auch nie.
Lange hatte Ritters rüſtiger Körper dem zehren⸗ den Gifte und dem wüſten Leben widerſtanden; doch von ſeinem 40ſten Jahre an hatte ſich zeitweiſe eine große Erſchlaffung, ein ſchmerzliches Brennen im Magen, eine druͤckende Schwere in den Gliedern, Fieberſchauer, Stockungen des Bluts und Geſchwulſt um die Knöchel eingeſtellt.
(Schluß folgt.) 5 *) Doch gibt es noch ſo viele Leute, welche ſolche Subjecte gern nehmen. Dieſes geſchieht aber aus purem Geiz, denn ein Säufer arbeitet billiger, als ein ordentlicher
Mann. Auch kann man mit einem Trunkenbold un⸗
barmherziger verfahren, als mit einem Mann von ge—
ſunder Vernunft.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
S ινν
Hofraithe-Verſteigerung. (962) Montag den 31. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag der Eigenthümer das Haus Nr. 209, am Ecke der Judengaſſe, da ſolches bei der heutigen Verſteigerung nicht genehmigt worden iſt, einer noch⸗ maligen öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt und bei annehmbarem Gebote der Zuſchlag baldigſt ertheilt werden. Friedberg den 12. Juli 1843. 1 5 Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Aufforderung. (969) Forderungen jeglicher Art an den Nachlaß der bereits verlebten Johs Schreitz I. Eheleute zu Oberflorſtadt ſind innerhalb 14 Tagen von heute an durch ſpecificirte Rechnungen bei dem Unter⸗ zeichneten einzureichen. Florſtadt den 11. Juli 1843. In Auftrag Gr. Landgerichts Friedberg: Der großh. heſſ. Bürgermeiſter 5 Appel. i Edictalladung. (930) Georg Wilhelm Scharmann von Felda be⸗ findet ſich im Beſitz eines Grundſtücks,
688/14 58%. Ruthen, Gemarkung Felda, Acker 1 zu Schelnhauſen benannt, von Hein⸗ 5 rich Schloſſer und Konrad Eisfeller 1 begrenzt, welches er dermalen zu veräußern beabſichtigt, an welchem er jedoch ſeine Eigenthumsrechte nicht ur⸗ kundlich nachweſſen kann, weshalb alle diejenigen, welche auf dieſes Grundſtück dingliche Rechte geltend machen können, aufgefordert werden, ſolche ſogewiß binnen 4 Wochen à dato dahier zur Anzeige zu bringen, gegenfalls die Veräußerungsurkunde beſtä⸗ tigt werden wird. 5 Ulrichſtein den 3. Juli 1843. a Gr. Heſſ. Landgericht daſelbſt a Ra 9. Verſteigerung von Bauarbeiten und eines Hauſes auf den Abbruch ꝛc. zu Steinbach, Kreiſes Gießen. 8 (983) Montag den 31. Juli l. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Schullocale zu Steinbach, Krei⸗ ſes Gießen, die zur Erbauung einer neuen Pfarr⸗ wohnung daſelbſt nöthigen Bauarbeiten, nämlich: 10 Maurerarbeit voranſchlagt zu 2734 fl. 49 kr. 2 Steinhauerarbeit 652„ 19, 3) Zimmerarbeit
4) Dachdeckerarbeit 304„ 40„ 5) Schreinerarbeit 1002„ 16„ 60) Schloſſerarbeit 600„ 6„ 7) Glaſerarbeit 304„ 22% 8) Weißbinderarbeit 440„ 34„
9) Spenglerarbeit 6„ 48„ 10) Lieferung von etwa 121 Bütten Kalk, 11) Beifuhr von etwa 6,9 Cbklftr. Mauerſand, öffentlich an die Wenigſtfordernden verſteigt werden. In demfelben Termine wird ferner das alte Pfarrhaus auf den Abbruch und eine Quantität alten Gehölzes an den Meiſtbietenden verſteigert, Voranſchlag und Bedingungen ſind vom 24. l. M. an auf dem Geſchaͤftszimmer des Unterzeichneten zur Einſicht aufgelegt. a Gießen den 12. Juli 1843. 41 5 8 Der Großh. Provinzialbaumeiſter In deſſen Abweſenheit: ö Dr. F. Müller. Bekanntmachung.. (987) Montag den 24. Juli l. J., Vormittags um 9 Uhr, ſoll in Niedermörlen in der Wohnung des Herrn Gaſtwirths Möbs im Löwen auf Koſten und Gefahr der fruheren Steigerer die Herbeifuhr der zur Unterhaltung der Straßen von hier bis Butzbach und von Niedermörlen nach Ziegenberg noch fehlen⸗ den Steine öffentlich an die Wenigſtnehmenden ver⸗ ſteigert werden. 5 Friedberg den 16. Juli 1843. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Verſteigerung auf den Abbruch. (979) Das herrſchaftli he Haus zu Hauſen bei Butzbach nebſt dazu gehoͤriger Stallung, mit allem Zugehör, ſoll Freitag den 28. d. M., Vormittags
lan u Gr. Kreis Rocke!
(995) K. ihrer verſ Frau, von Namen im zuhainer U. Fb. Bd. alt
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280/I 15/00 50,55 25/1 J verſtrigern Erblaſſeri lich nachz Eigenthu konnen, binnen v falls für Uli.
(996) 9 Uhr, ſolle wovon de dumm, öf
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