Ausgabe 
22.4.1843
 
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7. April: erſte: 8 fl. 19 fr. . h. iedderg und pril 1843. derg] Butzbach.

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Intelligenzblatt

fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

31.

Sonnabend, den 22. April

1843.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung. In Folge des§. 14 der Inſtruction für die Eichmeiſter bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß folgende Eichungstage in jeder Woche feſtgeſetzt worden ſind: 1) für das Eichamt zu Vilbel, Freitag,

20 1 7. 17 30 7, 70 4) 7 50

Friedberg, Dienſtag und Freitag, Butzbach, Dienſtag und Donnerſtag, Büdingen, Mittwoch,

die Faßeichanſtalt zu Wenings, Donnerſtag.

Damit Auswärtige nicht fehl gehen, ſind die Eichmeiſter an oben bemerkten Tagen verbunden, ſich

zu ihren Dienſtverrichtungen bereit zu halten. Friedberg den 14. April 1843.

Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen.

Der Spaziergang am Charfreitage.

Nachdem ich dem Herrn in feiernder Gemeine die Opfer des Dankes für das, was er am heutigen Tage der Menſchheit Großes gethan, dargebracht hatte, zog es mich zwiſchen 4 und 5 Uhr hinaus ins Freie und um ſo weniger konnte und wollte ich dieſem Drange meines Herzens widerſtehen, als gerade die Sonne von des Himmels Höhen einen freundlichen Blick warf herunter in das Thal der Erde.

Ehe ich ins Freie kommen konnte, mußte ich zu⸗ erſt durch einige Straßen des Ortes gehen, in dem ich wohne, man nennt ihn Eirenopolis.

Die erſte Erſcheinung, die mir drunten entgegen trat, war ein Mädchen, ſeufzend unter der Laſt von vielen Kuchen, die es zum Backhaus trug, und doch freundlich lächelnd, ohne Zweifel vorahnend den Ge⸗ nuß, den auch ihm die Laſt, unter der es ſeufzete, gewähren würde.

Das denkt doch immer nur an's Eſſen ſprach

ich bei mir ſelbſt,und wirthſchaftet und backt, ſei

die Zeit auch noch ſo heilig, doch gieng ich in Frie⸗ den weiter, auf ſo oft Geſehenes keinen großen Werth legend. Doch höre da! N Es ſtund ein Wirthshaus an dem Rhein Da kehrten alle Fuhrleut' ein,

Frau Wirthin holt vom Beſten,

Ulrichſteiner Fruchtbrandwein,

Und ſetzt ihn vor die Gäſte ſo ſcholl es aus einem Dutzend ſchnapsgebeizter, wie⸗ wohl dem Anſchein nach noch junger Kehlen in der Stube einer Schenke, an der ich g'rad vorüber ging.

O mein Volk! mein Volk! ſeufzte ich,wie kannſt du alſo den Todestag deines Erlöſers be gehen!?

Und ich beſchleunigte meine Schritte, damit ich nicht länger Zeuge ſolcher Charfreitagsfeier wäre.

Schon glaubte ich, ich wäre dem unheiligen Ge⸗ triebe des Ortes entflohen, denn ich trat eben in eine meiſtens ſtille Straße durch ein hohes Thor ſiehe, da ſtand auf offnem Platze am Charfreitage, am Charfreitage ſtand auf offenem Platze neben am Thore ein Mann und machte Holz.

Das mocht' ich nicht ſehen und kehrte wieder um, meine Freude war mir vergällt, ich wollte wie⸗ der nach Hauſe eilen, da rief man mich bei Namen.

Warte, Freund, wir gehen ſelbander und Chriſtlieb trat an meine Seite.Doch warum ſo verdrießlich? was iſt dir Schlimmes begegnet?

Da erzählte ich ihm, was ich gehört und geſehen und er lachte laut.

Willſt auch ſtimmen in den ſchlimmen Ton 9,