Ausgabe 
22.3.1843
 
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Jus Dorf, ſo ging die Geis ihr Straß. Der Herr zu Petrus ſagte das:

Petre! haſt das Gebot der Armen Gehört? Du mußt dich ihr erbarmen. Mußt ſorgen, daß den ganzen Tag

Die Geis ſich nicht verirr im Haag; Nicht fall, noch mög geſtohlen we'rn, Noch ſie zerreißen Wölf und Bärn, Daß auf den Abend wiederum

Die Geis unbeſchädigt heim kumm,

Der armen Frauen in ihr Haus;

Geh hin und richt die Sach wohl aus. Petrus nahm nach des Herren Wort Die Geis in Huth an jenem Ort.

Sie lief die Weide hin und wieder, Und ſtieg die Berge auf und nieder, Und ſchlüpfte hin und her durch die Stauden. Petrus mit Aechzen, Blaſen, Schnauben Mußt immer nachtrollen der Geis,

Und ſchien die Sonn gar überheiß, Der Schweiß ihm uͤber den Rucken rann. Mit Unruh verzehrt der alte Mann Den Tag, bis auf den Abend ſpat, Machtlos, ohn Athem, müd und matt Die Geis er wieder heimgebracht.

Der Herr ſah Petrum an und lacht, Sprach: Petre, willt mein Regiment Noch länger behalten in deinen Händ? Petrus ſprach: Ich begehr mit nichten Dein Amt noch fürder auszurichten; Ich merk, daß meine Weißheit kaum reicht Daß ich ein' Geis regiere leicht,

Mit großer Angſt, Müh und Arbeit,

O Herr! vergieb mir meine Thorheit! Ich will fort der Regierung dein, Weil ich leb, nicht mehr reden ein! Der Herr ſprach: Petre, ſolches thu, So lebſt du fort in ſtiller Ruh,

Und vertrau mir in meine Händ, Das allmächtige Regiment.

Niederweiſel im Februar 1843.

Zur Warnung und Erweckung thätiger Nächſtenliebe.

Zwei tadelloſe, fleißige, in vieler Hinſicht muſterhafte junge Maurer von hier, der Eine, Friedrich Hildebrand, Gatte und Pater, der Andere, Philipp Zimmer, noch ledig, 2 Schwäger, erfuhren, als ſie am 9. d. M. in einem Steinbruche mit Sprengen Fürch Pulver beſchäftigt, die zögernde Exploſſon befördern wollten, das ſchreckliche Unglück, daß dieſe im Mo⸗ mente der Annäherung erfolgte und dem Erſteren einen Fin⸗ ger ſeiner auch ſonſt beſchäbigten linken Hand, dem Andern aber beide Augen raubte. Herzergreifend war es für den Einſender, als er am folgenden Tage die Beiden beſuchte, und in derſelben Stube den Einen mit der ins Waſſer gehal tenen verbundenen Hand, den Andern einen großen ſtäm⸗ migen Burſchen mit geſchloſſenen Augenliedern und ent⸗ ſtelltem Geſichte auf dem Bette liegen die Eltern und Verwandten aber weinend dieſe Opfer ihres irdiſchen Berufes umſtehen ſah, und bewundern mußte er die Standhaftigkeit der letzteren, beſonders die des 24jährigen Burſchen, der mit ſeinem Tagewerke ſich und ſeine beiden betagten Eltern zu ernähren hatte, und nun des Augenlichtes gänzlich und fur immer beraubt, unter dieſer ſchreckhaften Vorſtellung dennoch die unſäglichſten Schmerzen es waren ihm Pulverkörner

durch Worte äußerte.

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und Steinſplitter aus beiden Augen gezogen worden ohue Jammern und Murren ertrug, die Tröſtungen der Religion mit gewohnter Andacht vernahm und das feſteſte Verlrauen auf den, der Unglück ſchicken, wenden und tragen helfen kann, Da entſtand in gedachtem Einſender der Wunſch, daß für die irdiſche Zukunft dieſes unvermögen⸗ den jungen Blinden und ſeiner armen alten Eltern, die lieber ſeinen Tod, als dieſes härtere Schickſal beweint haben wuͤr⸗ den, etwas geſchehen möchte(Hildebrand nämlich wird wieder arbeitsfähig werden), und er entſchloß ſich, Unabgeſchreckt durch die häufige Wiederkehr ſolcher öffentlichen Bitten, be⸗

mittelte Menſchenfreunde in der Nähe und Ferne um Hülfe

anzuſprechen, wodurch vielleicht ein Capital, welches dem Be⸗

dauernswerthen jährlich einige Gulden Unterſtützung verbürgte, und ſo ein gutes acht chriſtliches Werk geſtiftet werden könnte, welches Jedem, der dazu ſein Scherflein beigeſteuert hätte, gewiß viel Segen bringen müßte. Zur Empfangnahme dieſer Gaben erbietet ſich der Ortsgeiſtliche(Pfarrer Fabricius). Uebrigens iſt Zimmer der Unterſtützung um ſo würdiger, da er nie an den von hieraus häufig geſchehenden Vagantenzügen nach England Theil genommen hat. 5

Indem ich der Bitte, Vorſtehendes in das Intelli⸗

genzblatt aufzunehmen, recht gerne entſpreche, erkläre ich mich

auch mit Vergnügen bereit, etwaige milde Beiträge, welche bei mir für den genannten Zimmer eingehen, in dem Blatte anzuführen und ſeiner Zeit an Herrn Pfarrer Fabricius

abzuliefern. C. Binder nagel. Bekanntmachungen von Behoͤrden.

rr

Sa dun. (252) David Scharmann, des Caſernenwärters Wittwe zu Friedberg, hat die in ihrem und ihrer Kinder Beſitz befindlichen, in Ulrichſteiner und Feld⸗ kruͤcker Gemarkung belegenen Güterſtücke, worüber Auszüge des Flurbuchs in den Acten anliegen, verſteigert, und um Ausfertigung der Kaufbriefe ge⸗ beten, iſt jedoch außer Stande, das ihr und ihren Kindern zuſtehende Eigenthumsrecht urkundlich nach⸗ zuweiſen, auch haftet auf den deßfallſigen Grund ſtücken eine, dem Johann Friedrich Diehm zu Lau⸗ terbach wegen der Uebernahme des Vermögens des zu Amſterdam verſtorbenen Eberhard Hühnergord am 27. Januar 1786 von Johann Adam Scharmann

conſtituirte Special- und Generalhypothek, welche

am 13. Juni 1806, 27. Februar 1808 und 16. März 1814 erneuert wurde, welche aber, nach vorliegender Beſcheinigung der Johann Friedrich Diehmiſchen Curatoren erloſchen ſein ſoll.

Es werden daher alle diejenigen, welche aus jenen Hypotheken Anſprüche formiten oder auf das von der David Scharmanns Wittwe und Kinder verſteigerte Gut dingliche Rechte begründen können, aufgefordert, hiervon ſogewiß binnen vier Wochen a dato dahier Anzeige zu machen, gegenfalls die deßfallſigen Pfandeinträge in den Hypothekenbüchern gelöſcht und der anderweiten Dispoſition über die in Rede ſtehenden Grundſtücke Statt gegeben werden wird.

Ulrichſtein den 24. Februar 1843.

Großh. Heſſ. Landgericht daf. Ray ß. Edictal la dun

. 9. (263) Ueber das Vermögen des Stadtſchultheiſen

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(255) Zl un Debel, Keſtrich eil Gläubigern. ligen ein nag abgeſ oder ſonſt walgen Aut den

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(283). Niederwöll haben Anz tenverwan wögen dos als ſonſt unter Au gen den! werden n

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