Ausgabe 
20.9.1843
 
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* 2332.

im Zeichenunterricht an die Stelle des Copirens der verſchie⸗ denartigſten Vorlegblätter eine ſtreng geregelte elementariſche Lehrmethode getreten, welche, wenn ſie auch nicht ſo raſch zu Reſultaten führt, die das Urtheil Unſachkundiger zu beſtechen vermögen, doch durch Mittheilung einer feſten, ſicheren Hand, durch ſorgfaltige Uebung des Augenmaßes und allmähliche Er⸗ weckung des Schoͤnheitsſinnes vorerſt an einfachen, ſymmetri⸗ ſchen Figuren allein eine tüchtige Grundlage zur weiteren Fortbildung in dieſer Kunſt zu geben im Stande iſt. Cine ahnliche Veränderung erlitt hauptſächlich auch der Unterricht im Schönſchreiben, im Teutſchen, Rechnen und in der Na⸗ turgeſchichte, wodurch in den drei letzteren Disciplinen die Einführung neuer, zweckmäßigerer Lehrbücher nothwendig wurde. Die ſchönen Erfolge dieſer neuen Einrichtungen ſind ſchon jetzt allenthalben ſichtbar..

Was die Vorbereitungsſtunden die Schüler überhaupt betrifft, ſo ſetzen die Vorſteher deren im Lectionsplane ſo viele an, als ſelbſt fur minderbefaͤhigte Schüler hinreichen, um darin alle Schularbeiten zu vollenden. Das Quantum der letzteren wird mit eigner Wahl und vollkommener Uebereinſtimmung der Schüler feſtgeſetzt und nach den Kräften Einzelner modificirt, da eine übermaͤßige Anſtrengung derſelben nur nachtheilig ſein würde.Langſam und gründlich, wenig und gut, gilt in der Anſtalt als erſte und wichtigſte Regel des Unterrichtes, während bei der Beaufſichtigung der Arbeiten die Selbſtſtändig⸗ keit der Schüler moͤglichſt gewahrt und ihnen nur im Nothfalle nachgeholfen wird. Nur Mittwochs und Samſtags, wo dieſelben früher, als an den übrigen Tagen, aus der Anſtalt entlaſſen werden, erhalten ſie auͤch Aufgaben zur häuslichen Bearbei⸗ tung und außerdem verhindern es die Vorſteher nicht, daß ſie etwa das zu Memorirende außer der Schule noch einmal überleſen oder durch ihre Eltern, wenn dieſe es für wün⸗ ſchenswerth erachten ſollten, anderswie zu Hauſe beſchäftigt werden. Auch ſehen ſie es gerne, wenn die Kinder daheim manche müßige Stunde zur Lekture eines aus der Schulbi

bliothek ihnen mitgegebenen Buches verwenden. Ferner iſt

es jedem Schüler der Anſtalt geſtattet, ſich mit ſeiner etwa übriggebliebenen oder unvollendeten Arbeit Morgens vor Be⸗ ginn der Lehrſtunden bei ihnen einzufinden, in welcher Zeit die Penſtonäre unter ihrer Anleitung beſchäftigt ſind. Auch haben ſie bisher in längeren Ferien ſchon öfters die einer beſonderen Nachhülfe oder Aufmunterung bedürfenden Schüler zu regelmäßigen Arbeitsſtunden, in welchen ſie ihre Ferien⸗ Aufgaben fertigten, bisweilen auch zum beſonderen Unterrichte um ſich verſammelt, und ſie wollen dieſes auch fernerhin immer dann thun, wenn ſie nicht etwa mit ihren Penſionären abweſend oder auf eine andere Weiſe daran gehindert ſein werden. Bisweilen ſchon vor Anfang der Sommerferien begeben ſich Eltern mit Zöglingen der Anſtalt auf Reiſen, von welchen ſie oft erſt lange nach dem Beginn der Lehr⸗ ſtunden zurückkehren, was für die Vorſteher und die Geſammt⸗ heit der Schüler höchſt ſtörend iſt. Sie ſehen ſſch daher ge⸗ nöthigt, künftighin die Sommerferien auf mindeſtens 3 Wochen zu verlängern und dafür wo möglich die Oſtern⸗ und Herbſtferien etwas abzukürzen, wodurch zugleich einem von mehreren Eltern an ſie ergangenen Wunſche entſprochen wird.

Oeffentliche Prüfungen, welche bei öffentlichen Schu⸗ len aus verſchiedenen Gründen unumgänglich nothwendig er⸗ ſcheinen, werden in der Anſtalt nicht gehalten. Abgeſehen da⸗ von, daß ſolche über den Bildungsſtand einzelner Kinder kei⸗ nen ſicheren und genügenden Aufſchluß zu geben vermögen, indem bei öffentlichen Prüfungen Befangenheit mancher Schü ler und blinder Zufall manchmal ihr täuſchendes Spiel treiben, ſo ſcheint es überhaupt zuträglicher für die Talentvolleren, daß ſie, ohne Ausſicht auf den Beifall einer verſammelten Zahörermenge, allein durch innere Luſt und Kraft getrieben, ganz in der Stille unter den Augen der Lehrerſund im Kreiſe der Mitſchüler ſich auszeichnen und den Schwächeren als Muſter vorangehen, während man letztere weit lieber allmäh⸗ lich an jenen erſtarkt, als durch öffentliche Blosſtellung ein⸗ geſchüchtert und beſchämt ſehen möchte. Dagegen erhalten die Eltern in wöchentlichen Zeugniſſen mit rückſichtsloſer Wahrheitsliebe die genaueſte Mittheilung über Fähigkeiten, Leiſtungen und Fortſchritte ihrer Kinder, wodurch die Voc⸗ ſteher jenen fortwährend Gelegenheit verſchaffen, durch ge

mäßigten Beifall und freundliche Aufmunterung, ſowie durch Ermahnungen und nöthigenfalls durch geeignete Strafen zum Beſten der Zöglinge mitzuwirken und durch Bemerkungen und Winke das Wirken der Lehrer zu unterſtützen. Sittliches Ver⸗ halten, Fleiß und Ordnungsliebe der Zöglinge können in einem Privatinſtitute, wie das genannte, auf einfache und wirkſame Weiſe fortwährend angeregt und unterhalten werden, ſollen aber ihren Hauptſporn in ſich ſelbſt finden. Dieſes war auch die Meinung des verehrten Gründers, und in einer noch im Januar 1840 den Lehrern der Anſtalt gegebenen Inſtruction dußert er ſich über dieſen Punkt folgendermaßen:Das lo⸗ bende Wort des Lehrers, eine gute Note im Cenſurbuche, ein günſtiges Zeugniß im Sittenbuch, der hierauf ſich grün⸗ dende Beifall der Eltern und des eignen Gewiſſens und am

Schluſſe des Schuljahres ein in Gegenwart aller Lehrer und

Mitſchüler von letzteren ſelbſt zugeſprochenes Prämium ſind, außer den Lehren der Religion und des in jeder Beziehung guten Beiſpiels, deſſen ſich ein gewiſſenhafter Lehrer als ſeiner Hauptpflicht befleißigen wird, die Beweggründe zum Guten, deren wir uns bedienen müſſen. Oeffentliche Prüfungen arten leicht in Schauſpiele der Oſtentation aus, wobei Lehrer und Schüler eine unwürdige Rolle ſpielen. Bis fetzt hat es glücklicher Weiſe eines künſtlichen Anregungsmittels und ſelbſt nicht einmal der früher an dem Inſtitute üblichen Prämien bedurft. Eltern aber und andere Perſonen, welche ſich von dem Gange des Unterrichtes oder von der Beſchaffenheit des Locals zu überzeugen wünſchen, können dieſes jederzeit und damit weit zuverläſſiger thun. Ohnedies ſteht die Anſtalt unter der Aufſicht des Großherzoglichen Oberſtudienrathes, und es treten die meiſten Schüler vermittelſt eines Examens in höhere Lehranſtalten über, und die eigne Ehre der Porſte, her iſt natürlich dabei betheiligt, daß ſie dort tüchtig erfunden werden, was bis jetzt auch ſtets der Fall geweſen iſt. Ueber⸗ haupt waren ſie ſo glücklich, von den abgegangenen Zöglingen auch hinſichtlich ihres ferneren Betragens immer nur Gutes zu vernehmen.

Bei dem Antrittte der gegenwärtigen Vorſteher im Jahre 1841 war für ſie äußerſt ſchätzenswerth die Unterſtuͤtzung, welche der vorher ſchon längere Zeit am Jäger'ſchen Inſtitute

Angeſtellte Lehrer, Herr Dr. Glaſer, ihnen leiſtete, welcher

zu dem Ende jenes Jahres dem Rufe als Vorſteher einer Privat⸗ anſtalt zu Biedenkopf folgend, durch einen tüchtigen Nachfolger, Herrn Fölſing auf die Dauer erſetzt wurde. Den Unterricht im Franzöſiſchen für die I. Klaſſe ertheilt auch fernerhin Herr Leclere, ein ſehr geſchätzter Sprachlehrer, ebenſo denjenigen in gymnaſtiſchen Uebungen für alle Schüler Herr Metz, deſſen Leiſtungen als Turnlehrer in genannter Stadt bereits allgemeine Anerkennung gefunden haben. So erfreut ſich die Direktion eines bei Anſtalten ähnlicher Art höchſt ſeltenen und unſchätzbaren Vorzuges durch den Beſitz eines möglichſt ſtändigen Lehrerperſonals, zu welchem außer den eben ange⸗ führten die ſchon erwähnten Herren Hoſprediger Dr. Z im⸗ mermann und Schaffnit gehören. In öfteren Confe⸗ renzen deſſelben werden die Bedürfniſſe der Anſtalt, der Lehr⸗ gang und die Behandlung der Unterrichtsgegenſtände beſprochen, fowie beſondere Mittheilungen über einzelne Schüler gemacht.

Bei der Eröffnung der Anſtalt nach Oſtern 1841, traten, wie oben bemerkt, 32 Schüler, darunter 2 Penſionäre, in dieſelbe ein. Gegenwärtig zählt ſie nach zweijährigen Ab- und Zugängen 57 Schüler, darunter 5 Penſionäre. In dieſer Zu⸗

nahme darf man wohl ein Zeichen der Anerkennung erblicken,

welche die bisherigen Bemühungen der Vorſteher fanden, die unter Jäger's trefflicher Leitung einſt ſo blühende Anſtalt ihrem früheren Gedeihen wieder entgegen zu ſühren, wobei ihnen die zahlreichen Beweiſe der Theilnahme, des Vertrauens und der Zufriedenheit von Seiten vieler Eltern und Freunde des Inſtitutes Ermuthigung und Unterſtützung gewährten. Erfreulicher aber noch muß ihnen die eigne, beruhigende Wahrnehmung geweſen ſeyn, daß es ihnen nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten gelang, die nachtheiligen Wir⸗ kungen, welche die letzten ſtörenden Verhältniſſe des Inſtituts vor ſeiner Uebernahme auf dasſelbe geäußert hatten, bald zu beſeitigen und alle ihre Zöglinge in ihrer phyſiſchen, intellec⸗ tuellen und moraliſchen Entwicklung zu einem ſolchen geord⸗ neten Fortſchritte zu vereinigen, daß die Direktoren ihre

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Oefft Rubr.: Die Geme (1185) Die d. J. beſtimmt beßſelben dort e Antrag ded O und mit Bezug 1841, hiermi zum 1. Decen Butzbach

Bee (1228) Mor 9 Uhr und N 28. und Mittw ſollen in der Schwenk II. lien, Bett- u gleichen, off gleichbaare 3 werden. Groskaf

(1241) Morgens 9

ſtäͤdtiſchen Al ecten Weier, echſtäͤdter Ge Raben, neue dem Stadtſch.